Dr. phil. Stephan Zandt

Zur Person

Dr. Stephan Zandt hat Kulturwissenschaft sowie vergleichende Kultur- und Religionswissenschaft mit Schwerpunkten in Europäischer Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie studiert und 2019 seine Promotion über die Kultivierung des Geschmacks und die Transformationsgeschichte der kulinarischen Sinnlichkeit abgeschlossen. Nach Tätigkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich „Transformationen der Antike“ und am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin war Dr. Zandt 2021 Research Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien. Er ist aktuell wissenschaftlicher Mitarbeiter an Bauhaus-Universität Weimar tätig, wo er sich mit der Medialisierung von Kindheit um 1900 und Fragen medialer Umwelten beschäftigt. Dr. Zandt hat umfangreich publiziert, darunter Monographien sowie Beiträge zu Human-Animal Studies, zur Kulturgeschichtedes Geschmacks, kulturwissenschaftlicher Ästhetik und medienästhetischen Milieus. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählt die Analyse der wechselseitigen Konstitution von Medien und Kindern, Mensch-Tier-Beziehungen, Environmental Studies sowie die Anthropologie des Sinnlichen.

Vita

seit 10/2025
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Medienphilosophie (Prof. Dr. Lorenz Engell) an der Bauhaus-Universität Weimar (in Vertretung von Dr. Martin Siegler)

Seit 2024 
Assoziiert am Graduiertenkolleg Medienanthropologie (GRAMA) der Bauhaus-Universität Weimar

2024-2025
Bauhaus PostDoc-Stipendium der Bauhaus-Universität Weimar; Forschungsprojekt: „Bärenkinder. Mediatisierte Kindheit um 1900“

2023-2024
Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Postdoktorand am Graduiertenkolleg Medienanthropologie (GRAMA) der Bauhaus-Universität Weimar

2022-2023
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin

WiSe 2021/22
Lehrbeauftragter am Institut für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin

2021
Research Fellow am Internationalen Kolleg für Kulturforschung, Kunstuniversität Linz in Wien (IFK); Forschungsprojekt: „Prekäre Verwandtschaft: Tier- und Kindergeschichte(n) um
1900“

07/2018
Disputation der Promotion „Die Kultivierung des Geschmacks. Transformationen kulinarischer Sinnlichkeit“ an Humboldt-Universität zu Berlin (Erstgutachterin: Prof. Dr. Iris Därmann; Zweitgutachter: Prof. Dr. Thomas Macho)

2017-2021
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturwissenschaft, Professur Kulturtheorie und kulturwissenschaftliche Ästhetik (Prof. Dr. Iris Därmann) an der Humboldt-Universität zu Berlin

2013-2016
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Sonderforschungsbereich 644 „Transformationen der Antike“ im Teilprojekt „Natur/Kultur: Transformationen einer mythischen Grenzziehung“ an der Humboldt-Universität zu Berlin; Forschungsprojekt: „Antike Kulturentstehungsmythen im Zeichen neuzeitlicher und moderner Wissenschaften vom Menschen“

2011
Humboldt-Preis für Gute Lehre der Humboldt-Universität zu Berlin

2009-2013
Masterstudium Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin

2006 – 2009
Bachelorstudium der vergleichenden Religionswissenschaft, Kultur- und Sozialanthropologie und Europäischen Ethnologie an der Philipps-Universität Marburg

Publikationen

Monographien
Die Kultivierung des Geschmacks. Eine Transformationsgeschichte der kulinarischen Sinnlichkeit (Undisziplinierte Bücher 1), Berlin: De Gruyter 2019 (zugleich Dissertation)
2. Aufl. Broschur, Berlin: De Gruyter 2021


Zeitschriften

Ilinx. Zeitschrift für Berliner Kulturwissenschaft 5: „Brachen“ (2024). Hg. zus. mit Katja Kynast und Birgit Lettmann.

 

Sammelbände

Kinder und Krisen. Mediale und ästhetische Relationen in einer unsicheren Gegenwart. Hg. zus. mit Denise Reimann. Bielefeld: transcript (in Vorbereitung, erscheint 2026)

Empfangen. Die Andere Seite der Gabe. Hg. zus. mit Beate Absalon, Nina Franz, Andreas Gehrlach, Sebastian Köthe, Antonio Lucci. Berlin, Boston: deGruyter 2023.

Andere Ökologien. Transformationen von Mensch und Tier. Hg. zus. mit Iris Därmann, München: Fink 2017.

Tiere Bilder Ökonomien. Aktuelle Forschungsfragen der Human-Animal-Studies. Hg. zus. mit zus. mit Chimaira - Arbeitskreis für Human-Animal-Studies, Bielefeld: transcript 2013.

 

Editionen

Elisée Reclus: Die große Familie. Anthropologische und ökologische Schriften. Hg. und eingeleitet von Andreas Gehrlach u. Stephan Zandt. Berlin: Matthes & Seitz (in Vorbereitung).

Elisée Reclus: Staat, Fortschritt, Anarchie. Politische Schriften. Hg. und eingeleitet von Andreas Gehrlach u. Stephan Zandt. Berlin: Matthes & Seitz 2024. 
Aufsätze, Handbuch- und ZeitschriftenArtikel
Handbuchartikel

„Frucht“, in: Pflanzen. Kulturwissenschaftliches Handbuch, hg. von Isabel Kranz und Joela Jacobs, Stuttgart: J.B. Metzler (erscheint Frühjahr 2026).

„Die Tiere der Mythologie“, in: Tiere. Ein kulturwissenschaftliches Handbuch, hg. von Roland Borgards. Stuttgart: Metzler 2017, S. 271-280.

 

Aufsätze in Sammelbänden und Zeitschriften

„A place where souls went to die“. Disrelationierung und haltende Medien im Kontext der kanadischen Residential Schools, in: Mirko Beckers, Lorenzo Gineprini, Jens Kraushaar, Ulrike Wirth (Hg.), Vermittlung – Materialität – Milieu. Studien zu einer relationalen Medienanthropologie. Bielefeld: transcript 2026 (in Vorbereitung).

„Der Geschmack des Hungers oder der Hunger des Geschmacks? Kulinarische Sinnlichkeit zwischen Mund und Magen“, in: Journal Culinaire. Kultur und Wissenschaft des Essens 38 (2024), S. 86-93.

„‘No Global Future‘ oder, Unter dem Pflaster: Desert“, in: Ilinx. Berliner Beiträge zur Kulturwissenschaft 5: Brachen (2024), S. 136-148.

„The beautiful land gave you a practical foundation“. Schlaflied und dekoloniale Reterritorialisierung in Celina Kalluks Naglingnarniqpaakuluk“ in: Beata Absalon, Nina Franz, Andreas Gehrlach, Sebastian Köthe, Antonio Lucci und Stephan Zandt (Hg.): Empfangen. Die andere Seite der Gabe. Berlin (erscheint 2023).

„»Where the Wild things are«. Das Kinderzimmer als Huis Clos und Bilderraum/«Where the Wild Things Are». La chambre d’enfant comme huis clos et espace des images“, in: Regards croisés 12 (2022) S. 56—77.

„Sprechende Tiere. Über Anthropomorphismus im Kinderbuch“, in: 1001. Das Magazin für Kinder- und Jugendliteratur 3 (2022), S. 7-9.

„Zwischen ‚Malampianismus‘ und ‚Neverland‘. Deckenhöhlen und der Kampf um die Intimitätsräume der Kindheit“, in: Selbstbehältnisse. Orte und Gegenstände der Aufbewahrung von Individualität, hg. von Laura Busse, Andreas Gehrlach, Waldemar Isak, Berlin: Neofelis 2021, S. 145-165.

„Zwischen Natur und Kultur und darüber hinaus. Überlegungen zu einer anderen Geschichte der Ethologie“ in: Ethology. Claims and Limits of a Lost Discipline, hg. von Andrea Allerkamp und Martin Roussel, München: Fink 2021, S. 193-218.

„,Die Thiere feiern den Vollmond‘!? Alexander von Humboldt und der Versuch, ‚Das nächtliche Thierleben im Urwalde‘ zu beschreiben“, in: Andere Ökologien. Transformationen von Mensch und Tier, hg. von Iris Därmann und Stephan Zandt, München: Fink 2017, S. 161-180.

„Neue Horizonte des Geschmacks. Exotische Genussmittel und sinnliche Aufklärung bei Georg Forster“, in: Weltreisen. Aufzeichnen, aufheben, weitergeben – Forster, Humboldt, Chamisso (Chamisso-Studien 2), hg. von Julian Drews, Ottmar Ette, Tobias Kraft, Barbara Schneider-Kempf und Jutta Weber. Göttingen: Vandenhoeck & Rupprecht 2017, S. 125-135.

„Hunde, Gänse, Philosophen, oder eine neue Kunst des Versammelns“, in: Politische Tiere. Zoologie des Kollektiven, hg. von Martin Doll und Oliver Kohns. München: Fink 2017, S. 35-62.

„Animal Biographies – A few notes on the trail of ethology / Animal Biographies – Einige Skizzen/Notizen auf den Spuren der Ethologie“, in: we, animals. Artistic positions on human-animal relations / Künstlerische Positionen zu Mensch-Tier-Verhältnissen, hg. von Anne Hoelck. Berlin: MEINBLAU projektraum 2014, S. 48-53.

„‚Experimental Life‘ – Tier-Ökonomien im Alltag und in der Ethologie der Moderne“, in: Tiere Bilder Ökonomien. Aktuelle Forschungsfragen der Human-Animal-Studies, hrsg. von Chimaira – Arbeitskreis für Human-Animal-Studies. Bielefeld: transcript 2013, S. 137-160.

„Yidams“ (zus. mit. Adelheid Herrmann-Pfandt), in: Tibet in Marburg. Eine Sonderausstellung der Religionskundlichen Sammlung der Philipps-Universität Marburg 14.07.2007 – 31.08.2008, hg. von Adelheid Herrmann-Pfandt, Marburg: Diagonal Verlag 2007, S. 110-111.

„Die 58 zornvollen Gottheiten des Bardo“ (zus. mit. Adelheid Herrmann-Pfandt), in: Tibet in Marburg. Eine Sonderausstellung der Religionskundlichen Sammlung der Philipps-Universität Marburg 14.07.2007 – 31.08.2008, hg. von Adelheid Herrmann-Pfandt, Marburg: Diagonal Verlag 2007, S. 124-125.

 

Vorworte und Einleitungen


„Einleitung“ (zus. mit Andreas Gehrlach), in: Elisée Reclus: Staat, Fortschritt, Anarchie, Berlin: Matthes & Seitz 2024, S. 7-21.

„Einleitung“ (zus. mit Katja Kynast u. Birgit Lettmann), in: Ilinx. Berliner Beiträge zur Kulturwissenschaft 5: Brachen, 2024, S. 7-15.

„Vorwort“, (zus. mit Beate Absalon, Nina Franz, Andreas Gehrlach, Sebastian Köthe, Antonio Lucci), in: Empfangen. Die Andere Seite der Gabe, Berlin, Boston: deGruyter 2023, S: VII-XIV.

„Andere Ökologien. Transformationen“ (zus. mit Iris Därmann) in: Andere Ökologien. Transformationen von Mensch und Tier, hrsg. von Iris Därmann und Stephan Zandt, München: Fink 2017, S. 9-27.

„Tiere Bilder Ökonomien. Fährtensuche und Streifzüge“ (zus. mit Chimaira – Arbeitskreis für Human-Animal Studies) in: Tiere Bilder Ökonomien. Aktuelle Forschungsfragen der Human-Animal-Studies, hg. zus. mit  Chimaira - Arbeitskreis für Human-Animal-Studies. Bielefeld: transcript 2013, 7-16. 
Rezensionen
„Charles King: Schule der Rebellen; Rosa Eidelpes: Entgrenzung der Mimesis; Irene Albers: Der diskrete Charme der Anthropologie“, in: Weimarer Beiträge 67, 3 (2021), S. 464-469.

Forschung

Bärenkinder. Mediatisierte Kindheit um 1900    

Teddybären gelten bis heute als Kindheitsmedium par excellence und sind aus dem Kinderzimmer kaum wegzudenken. Als obligatorischer Begleiter und bester Freund changiert der Bär dabei zwischen Subjekt und Objekt sowie Imaginärem und Realem und dient seit seiner Erfindung um 1900, als Medium kindlicher Selbstkommunikation sowie Affekt- und Selbstregulierung. Hierbei trägt er nicht nur zur kindlichen Identitätsbildung bei, sondern steht gleichermaßen für ein ganzes Medienmilieu der Kindheit ein. 
Wie aber konnte ein vormals als wild und gefährlich geltendes Tier wie der Bär zum kuscheligen Begleiter kindlicher Individuation aufsteigen? Und welche neuartigen Beziehungen von Kind, Tier und Medium werden hierdurch gestiftet? 
Das Projekt unternimmt eine Rekonstruktion der bisher kaum untersuchten Kultur- und Mediengeschichte des Teddybären im Spannungsfeld von Spielzeugindustrie, Kinderpsychologie und Reformpädagogik sowie im Kontext der nordamerikanischen „Post Frontier Popular Culture“ (Cora Bender). Exemplarisch wird dabei die symbolische Einheit von Kind und Bär zum Ausgangspunkt genommen, um medienreflexiv der These einer grundlegenden Medienbedingtheit und Mediatisierung der modernen Kindheit seit 1900 nachzugehen und diese zu plausibilisieren. Was Kinderpsychologie, Psychoanalyse und Reformpädagogik um 1900 entdecken, ist demgemäß nicht so sehr die Natur des Kindes, als vielmehr seine Medialität und Medienaffinität, die gleichermaßen rekursiv zum Anlass wird, das Kind in neue kindgerechte Medienmilieus einzubetten. 
In der Ausarbeitung dieser These schließt das Projekt maßgeblich an die Weimarer Medienanthropologie an, um die Relationierung von Menschen und Medien grundlegend auf dem Feld der Childhood Studies zu erproben und zu erweitern. 
 

Lehre

WiSe 2025/26 
Seminar: Der Welt ein Gesicht geben. Medienphilosophie(n) der Landschaft (Medienphilosophie 2, BA Medienkultur)
Seminar Die Umwelt bewohnen. Medienphilosophien des Entanglements (Medienphilosophie 2, BA Medienkultur)

SoSe 2024
Seminar: "There was a word inside a stone". Theorieszenen eines mehr als menschlichen Zeitalters (BA Medienkultur)

WiSe 2022/23 
Seminar: Jüdische Kindheit im 20. Jahrhundert (MA Kulturwissenschaft ,HU Berlin)

WiSe 2021/22 
Seminar: Prekäre Verwandtschaft zwischen Menschen und Tieren (BA Kulturwissenschaft, HU Berlin)

WiSe 2020/21
Seminar: Tiere und Menschen. Eine Einführung (BA Kulturwissenschaft, HU Berlin)

SoSe 2020 
Seminar: Ethos und Kultur. Eine andere Geschichte der Ethologie (MA Kulturwissenschaft, HU Berlin)

WiSe 2019/20 
Seminar: Natur – Kultur- Ökologien. Eine Einführung (BA Kulturwissenschaft, HU Berlin)

SoSe 2019 
Ringvorlesung: Gender Studies meets Human- Animal Studies (Kulturwissenschaft und Zentrum für transdiziplinäre Geschlechterstudien, HU Berlin, zus. mit Helen Keller und Carolin Eirich)

WiSe 2018/19 
Ringvorlesung: 50 Jahre Theorie. Geschichte und Vorgeschichte (HU Berlin, gemeinsam mit Iris Därmann, Philipp Felsch und  Andreas Gehrlach)
Seminar: Sinnenwelten (BA Kulturwissenschaft, HU Berlin)
SoSe 2018 
Seminar: Mythische Tiere und imaginäre Wesen. Wissens- und Kulturgeschichte(n) an den Grenzen der Zoologie (BA Kulturwissenschaft, HU Berlin)

WiSe 2017/18
Seminar: Georg Forster. Lektüren eines maritimen Denkens (BA Kulturwissenschaft, HU Berlin)

SoSe 2017 Seminar: »Since Eve ate apples, much depends on dinner«. Zur Kulturwissenschaft des Kulinarischen (BA Kulturwissenschaft, HU Berlin)

WiSe 2013/14 bis SoSe 2015 
Examenskolloquium Kulturwissenschaft (BA und MA Kulturwissenschaft, HU Berlin, gemeinsam mit Iris Därmann)  

SoSe 2015 Vorlesung und Seminar: Natur/Kultur: Transformationen (MA Kulturwissenschaft, HU Berlin, gemeinsam mit Iris Därmann).

SoSe 2013 
Ringvorlesung: Tiere Bilder Ökonomien (HU Berlin, gemeinsam mit CHIMAIRA- Arbeitskreis für Human-Animal-Studies)