Forschung

Laufende Forschungsprojekte

DFG-Graduiertenkolleg Medienanthropologie (GRAMA)

Wo fängt menschliche Existenz an? Wo hört sie auf? Wie ist mit herkömmlichen Unterscheidungen der Lebensorientierung – wie denen zwischen Mann und Frau, eigen und fremd, Mensch und Nicht-Mensch, Natur und Technik, Herkunft und Zukunft – umzugehen? Das GRAMA stellt sich diesen Fragen mittels eines relationistischen Ansatzes. Während man gemeinhin davon ausgeht, dass Relationen nur zwischen zwei bereits für sich existierenden Relata bestehen können, so ist es hier gerade umgekehrt: Der Relationiertheit soll analytisch gegenüber ihren Relata – also Menschen und Medien – der Vorrang eingeräumt werden. Statt nach einer einheitlichen menschlichen Natur zu fragen, die erst durch additiv hinzutretende Technikbedingungen verändert wird, rückt das Spektrum existenzbildender Operationen der Verschränkung von Medien-und-Menschen in den Fokus.

Im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs arbeiten 12 Promovierende und zwei Post-Doktorandinnen an ihren Forschungsprojekten und werden dabei von acht beteiligten Professorinnen und Professoren der Bauhaus-Universität Weimar und der Akademie der Bildenden Künste München betreut.

Weitere Informationen auf der Website des GRAMA

Emergenz & Immersion (Antragsphase)

Zum Thema "Emergenz & Immersion" wird zurzeit ein DFG-Projekt beantragt.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM)

Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Käte Hamburger Kolleg 

Das IKKM erforscht die Verhältnisse zwischen Menschen und Dingen in der technisierten Medienkultur des 20. und 21. Jahrhunderts. Technische Apparaturen und Artefakte können heute nicht länger als bloße Werkzeuge des kulturellen Handelns, Wahrnehmens, Erkennens, Kommunizierens etc. begriffen werden. Sie greifen vielmehr mit eigener Handlungsmacht konstitutiv in Kulturprozesse und Reflexionsvorgänge ein. Verlangte die europäische Denktradition, das menschliche Subjekt als eigenbestimmt und handlungsmächtig dem bloßen Objekt gegenüberzustellen, so bedarf die ständige praktische Vermischung und Vernetzung zwischen Menschen und medialen Apparaturen eines demgegenüber erweiterten, komplexeren Verständnisses einer verteilten, gemeinsam getragenen Subjekt- und Handlungsfunktion. Genau darum bemüht sich das IKKM.

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DFG-Forschungsgruppe Medien und Mimesis

Im Rahmen der DFG-Forschungsgruppe Medien und Mimesis erforschte das Teilprojekt Mimesis des Raumbildes. Das Diorama als serielle und immersive Mimesis (Leitung: Prof. Dr. Christiane Voss und Prof Dr. Lorenz Engell) die handwerkliche Verfertigung, Ästhetik und operative Wirksamkeit von Habitat-Dioramen. Ziel solcher Raumbilder ist es, erstens Lebewesen in ihren biologischen Habitaten naturgetreu und repräsentativ abzubilden; darin erst werden Lebensräume als angeschaute Einheiten mimetisch erzeugt. Zweitens zielen sie dadurch, dass sie die toten Tierkörper in lebendigen Posen darstellen, auf eine transformierende Revitalisierung des toten Materials. So wird Endlichkeit in Ewigkeit überführt. Drittens geht es darum, die Betrachter*innen durch die szenische Anordnung, ihre Ausleuchtung und perspektivische Blickführung in beide Prozesse immersiv einzubeziehen. Durch diese Illusionsbildung gelingt den Dioramen eine anschauliche Form der Vermittlung von Wissen. In Rede stehen nicht nur sprachlich-kognitive, sondern auch dinglich-materielle, nicht nur epistemische, sondern notwendig ästhetische Operationen.

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Kompetenzzentrum Medienanthropologie

Das Kompetenzzentrum Medienanthropologie (KOMA) soll eine innovative und interdisziplinäre Medienanthropologie vorantreiben, die die Erforschung der Medialität, der Medienbedingtheit und Medienverfasstheit menschlicher Daseinsvollzüge ins Zentrum stellt. Dabei ist das Konzept der Anthropomedialität forschungsleitend. Anthropomedialität beschreibt mit der Verschränkung von Mensch und Medien ein eigenständiges Drittes, das jeder Unterscheidung von Mensch und Medien als deren Ursprung vorausgeht. Damit wird sowohl das mediale als auch das anthropologische Apriori abgelöst, die in ihrer Frontstellung bisher diskursbestimmend waren. Der argumentativen und experimentellen Auslotung der Möglichkeiten und Grenzen des Konzepts der Anthropomedialität gilt das besondere Forschungsinteresse.

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DFG-Projekt: Die Fernsehserie als Reflexion und Projektion des Wandels

Seit Oktober 2010 läuft das Forschungsprojekt "Die Fernsehserie als Reflexion und Projektion des Wandels", ein Kooperationsprojekt der Professur Medien-Philosophie (L. Engell) und der Professur Theorie und Praxis multimedialer Systeme der Universität Siegen (J. Schröter), gefördert im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 1505: "Mediatisierte Welten".

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