Publikationen

Lorenz Engell, Christiane Voss: Die Relevanz der Irrelevanz
Fink, 2021.

Philosophie fragt mittenhinein ins Wahre, Gute, Schöne. Medienphilosophie sucht an den Rändern und in den Ecken der Existenz das nur manchmal Wahre, das Materiale, das Vorübergehende und Alltägliche auf.
Die Relevanz des (vermeintlich) Irrelevanten herauszustellen und philosophischer Analyse zuzuführen, dient der Aufsatzband zur Medienphilosophie. Er verortet sich in der Mitte zwischen allen möglichen Dualismen und favorisiert ein Denken des Dritten und Medialen. Philosophisches Denken ist bis heute in dualistische Lager gespalten (z.B. Materialismus und Idealismus), wobei die Selbstunterordnung unter die Normen von Kohärenz und Widerspruchsfreiheit die Tendenz zu dualistischem, ausschließendem Denken noch verstärkt. In seiner Rigidität übersieht es die interessanten Zwischenbereiche und Gemischtheiten des Denkens und Lebens. Diese gilt es in konkreten Medienanalysen (medien-)philosophisch zu beleuchten.

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Lorenz Engell: The Switch Image. Television Philosophy
Bloomsbury, 2021.

Television is the most powerful system of images in the late 20th and early 21st centuries. Nonetheless, TV has attained only little philosophical attention so far, especially compared to other (visual) media such as film. This book looks at TV as what happens on the screen and beyond it; which is mainly the operation of switching images. It therefore proposes a new definition of TV as the first picture that can be switched on, off, and over, which stresses that TV is more tactile than visual.

Through the operation of switching, TV figures the world from within and as the course of its figuration. This is grasped here by the term of “ontography”, the human response to the natural environment. Through the ongoing interlacing and bridging of “TV 1.0” (the image is being switched) and “TV 2.0” (the image is a switch), TV exponentially increases the production and circulation of images. It transforms the world and itself from an analogue state to a digital one and from central perspectivism to pluri-perspective. In terms of time, through switching and the switch, it develops and reworks new temporal orderings, such as instantaneity, synchronicity, flow, and seriality. TV makes its own history. In space, it creates a mediasphere as its habitat and hence new forms of being-in-the-world, of proximity and distance, and scale. Anthropologically, it works on what a subject and an object is, on what makes the human being, and ontographically, how it is possible that there is something at all instead of nothing: through switch-images.

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Lorenz Engell, Christiane Voss, Katerina Krtilova (Hg.): Medienanthropologische Szenen. Die conditio humana im Zeitalter der Medien
Paderborn: Fink, 2018.

Die grundlegende medientheoretische Einsicht, dass Medien unsere Welt maßgeblich verändern, ließ die Kategorie ›des Menschen‹ hinter die Fokussierung auf technische Medien zurücktreten oder gar verschwinden.
Der Band hinterfragt aus medienphilosophischer Sicht die Menschenvergessenheit technikzentrierter Positionen, ohne die Medienvergessenheit der geisteswissenschaftlichen Anthropologien aus dem Blick zu verlieren. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage danach, was der Mensch sei, sondern nach dem Wie und Wo seiner medialen Rahmungen und Positionierungen. Die Beiträge von Christine Blättler, Astrid Deuber-Mankowsky, Reinhold Görling, Rainer Leschke, Philipp Stoellger, Eva Schürmann und Andreas Ziemann reflektieren situations- und mediengebundene Figurationen menschlicher Existenzweisen im Plural einerseits als Medieneffekt und andererseits als Gestaltung der Welt durch Menschen.

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Christiane Voss, Lorenz Engell (Hg.): Mediale Anthropologie
Paderborn: Fink, 2015.

Allen Todesbekundungen des Menschen zum Trotz, so zeigt dieser Band, vollzieht sich das Menschsein variantenreich im Verbund mit Techniken, Medien, Diskursen und materiellen Umwelten, in die es als variable Teilgröße immer schon eingefügt ist.
Mit dem Anliegen, das Menschsein produzierende Potenzial technischer, ästhetischer und allgemein medialer Projektionen und Praktiken zu beleuchten, zielt der Band auf eine innovative Auslotung der Möglichkeiten einer Medialen Anthropologie. In den Beiträgen werden die wechselseitigen Durchdringungen, Projektionen und Spiegelungen von Mensch und Medien/Techniken theoretisch und an Fallbeispielen interdisziplinär untersucht. Mit der Umstellung der Frage nach »dem« Menschen auf die nach der irreduziblen Anthropomedialität, in der »Mensch« stets als Teilgröße einer umfassenderen medialen Einheit oder Prozesshaftigkeit gedacht wird, vermeidet der Band die traditionellen anthropologischen Sackgassen. Traditionelle Unterscheidungen von Tier und Mensch, Engel und Mensch, Maschine und Mensch, Gott und Mensch sowie die Abgrenzung von Natur, Kultur und Technik werden dabei neuen Perspektivierungen zugeführt.

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