Sommersemester 2011

1. Projekt - Mit  Prof. Norbert W. Hinterberger  „Die Geburt der Tragödie"
2. Fachkurs - Mit Anke Hannemann „Kochen mit Wasser“
3. Buchempfehlungen
4. Links

1. Prof. Norbert W. Hinterberger/Naomi-Tereza Salmon

Projekt Sommersemester 2011

„Die Geburt der Tragödie“

Friedrich Nietzsches „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“ (1872) gilt als seine erste bedeutende Veröffentlichung und wurde in der Folge einer der meistdiskutierten Texte zur Ästhetik. Das Buch ist auch heutzutage noch auf mehreren Ebenen für den zeitgenössischen Künstler von großer Bedeutung. 

Auf der einen Seite behandelt Nietzsche anhand der griechischen Tragödie die Antipoden eines apollinischen und dionysischen Prinzips, also eines vernunftgeleiteten – zu Klarheit tendierenden Denkens und kreativen Schaffens - angesichts von archaisch-exzessiven Ritualen und lustbetonten Lebensentwürfen. 

Diese scheinbare Unvereinbarkeit, welche im Individuum ein ständiges Ringen des Es mit dem Über-Ich zeitigt, könnte nach Nietzsches Dafürhalten im Gesamtkunstwerk seinen kathartischen Höhepunkt finden.

Rauschhaftes Erleben unter Einbeziehung aller Sinne und das Aufgehen des Menschen in der Natur und mit seiner Natur paart sich dabei mit Vernunft und Erkenntnis. Das scheinbar Unversöhnliche feiert seine Gegensätze.

Dieses Fest der Sinne im Lichte der Vernunft findet allerdings selten statt – im Normalbetrieb wird die ungezügelte Sinnlichkeit ständig dem Diktat von Rationalität und gesellschaftlichen Zwängen unterworfen. 

Diese Mischung aus Lust und Unlust, die Verbindung des Dionysischen mit dem Apollinischen, wird Hauptthema des Projektes sein – als ästhetisches Resultat könnte ein Ansatz zum Gesamtkunstwerk versucht werden.

So zeigte 1983 der legendäre Ausstellungsmacher Harald Szeemann in seiner Ausstellung „Der Hang zum Gesamtkunstwerk“ eine ganze Bandbreite an künstlerischen Positionen mit ihrem  Bestreben, Erkenntnisgewinn nicht nur in einer der klassischen Kunstsparten zu gewährleisten. Eine möglichst große Vielfalt an Disziplinen sollte dabei das gewählte Thema  im synergetischen Verfahren zur optimalen Wirkung bringen – eine Strategie, die in den letzten Jahrzehnten durchaus vermehrt wahrzunehmen ist. 

Das Projekt bietet die Möglichkeit, den eigenen künstlerischen Standpunkt mit der persönlichen philosophischen Einstellung zu verbinden und ein sinnlich-opulentes Werk zu schaffen. 

Vorträge, Filme, Lesungen und die eigene Forschung sowie eine Reise nach Italien (Rom und Latium) sollen Intellekt und Sinne für das Thema schärfen. Darüber hinaus wird das Lehrangebot noch durch Tutoren aus dem PhD-Studiengang, Daniel Klapsing und Robert Wegener angereichert.

Die Projektteilnahme kann nur nach einem persönlichen Gespräch (samt Vorlage einer Mappe bzw. Dokumentation über das bisherige Werk) und dem Ausfüllen eines Fragebogens zugesichert werden. Außerdem wird erwartet, dass die Projektteilnehmer noch vor der Konsultation Nietzsches „Die Geburt der Tragödie“ gelesen haben (im Netz abrufbar unter http://www.gutenberg.org/ebooks/7206)

Blog: www.geburtdertragödie.tk

Projekttage: jede Woche Mittwoch und Donnerstag, Plenum jeweils am Donnerstag ab 10h bis open end

Projektbeginn: Donnerstag, 7. April 2011, 10h

Ort: Projekträume im Van-de-Velde-Bau, Geschwister Scholl-Straße 7

Vorzugsweise für den Diplom-Studiengang Freie Kunst (bei freien Kapazitäten auch für andere Studiengänge)

2. Fachkurs Sommersemester 2011

Naomi Tereza Salmon & Anke Hannemann
„Kochen mit Wasser“

Auf zur Professionalisierung! Im Englischen sagt man: „It’s not the What, it’s the How?“ - „Nicht was, sondern wie“. Was gefällt uns bei andere Präsentationen? Welche Werkzeuge und welches Wissen sind nötig? Wie organisieren freischaffende Künstler eigentlich ihr Leben? Wie sieht eine gute Mappe, ein ansprechendes Port Folio aus und wie beschreibe ich meine künstlerische Arbeit? Was soll in eine Bewerbung für Stipendien oder Preise hinein, welche Form ist geeignet und wie halte ich Termine ein? Wie soll die Arbeit dokumentiert und was darf dabei nicht vergessen werden? Der Künstler im Auge der Media wird untersucht, künstlerische Inhalte und eine Optimierung der künstlerischen Arbeit werden besprochen.

Inhalte

  • Layout/Präsentation
  • Mappenpräsentation, Port Folio (CV, Stil, Inhalte, Aufbau)
  • Werkzeuge zur besseren, eigenen Redaktion
  • Timeline für Projekte, der richtige Umgang mit deadlines
  • Anträge Stipendium + Preise, Bewerbungen
  • PR (Pressemitteilung, Artist Statement, Internetpräsenz, Umgang mit Presse, Verwaltung von Verteilern, Anfertigen eines Pressespiegel)
  • Dokumentation der eigenen Arbeit 

 Gäste 

- Fritz v. Klinggräff (Pressesprecher der Stadt Weimar) 

- Max Albrecht (Internet & Urheberrechte)

- Frank Motz (Galerist, ACC Weimar)

- Simone Weikelt (freischaffende Künstlerin/Absolventin Bauhaus-Universität)

- Jana Herkner und Eileen Stillger (Kulturmanagerinnen B.A.) 

Raum und Zeit 

Ort: Projektraum 005 VDV

Termin: Mittwochs, 14:00-15:45 Uhr (Plenum)

Projektbeginn: Mittwoch, 13. April 2011 14h 

Leistungsnachweis: Note nach Präsentation / Einreichen von Endprodukt

Studiengänge: (BA, Master, Diplom, Lehramt) FK, LAK, VK, M.

3. Bücherempfehlungen: 

(Listen werden noch ergänzt)

a. Projekt:

- Friedrich Nietzsche, "Die Geburt der Tragödie" http://www.gutenberg.org/ebooks/7206 

b. Fachkurs:

- Wolfgang Ullrich "Gesucht: Kunst! Phantombild eines Jokers, Wagenbach 2007

4. Links

Projektblog: www.geburtdertragödie.tk