Sie interessieren sich für die Schnittstellen zwischen räumlichen und gesellschaftlichen Entscheidungen? Sie fragen sich, wie sich der Schutz von Landschaften mit der ökonomischen Entwicklung eines Landes verbinden lässt? Oder suchen Sie Antworten auf soziale wie umweltorientierte Fragen nach der Lebensqualität in Städten in Europa und weltweit? Sie sind bereit, sich auf andere, z.B. technische, entwerferische und politische Fachwelten einzulassen? Sie wollen interdisziplinär arbeiten und zwischen widerstrebenden Interessen vermitteln, ohne aus den Augen zu verlieren, was für die Stadt und die Gesellschaft vertretbar oder sogar unerlässlich ist? Dann kommen Sie nach Weimar.

Einen Kernaspekt der Ausbildung im Studiengang Urbanistik bildet die intensive Betreuung durch Professuren der Bereiche Stadtplanung, Raumplanung und Raumforschung, Denkmalpflege und Baugeschichte, Sozialwissenschaftliche Stadtforschung und auch Architektur sowie Städtebau. Somit nutzen wir die Nachbarschaft zu der renommierten Architekturausbildung an unserer Fakultät, um den künftigen Urbanisten einen soliden Zugang zur Beurteilung baulich-räumlicher Strukturen sowie ein geschultes Verständnis gestalterischer Fragen zu vermitteln. Die beiden Bachelorstudiengänge Architektur und Urbanistik sind aufeinander abgestimmt, wodurch eine Zusammenarbeit zwischen Architekten und Urbanisten gleicher Jahrgänge ermöglicht wird. Diese ist im Bachelor-Studiengang Urbanistik in den Fächern Städtebau-Entwurf, -Geschichte, Denkmalpflege, Stadtsoziologie, Landschafts- und Freiraumplanung, Architekturgeschichte und -theorie sowie in gestalterischen Fächern verankert.

Ein weiteres Qualitätsmerkmal des Bachelor-Studiengangs Urbanistik ist sein uni­versitärer Charakter, der an die Forschung als ein wesentliches Qualifikationsmerkmal heranführt. Dieser wissenschaftliche Charakter der Ausbildung stellt die besten Voraussetzungen für eine anspruchsvolle spätere Stellung auch in der praktischen Arbeit dar. Seine Fortsetzung kann er in einer qualifizierten Beschäftigung im Berufsfeld, im konsekutiven Master-Studiengang Urbanistik, in postgradualen Master-Studiengängen und in einem unserer Ph.D.-Programme finden.

Die Regelstudienzeit beträgt acht Semester. Die zu erbringenden Studien- und Prüfungsleistungen sind im Studienablaufplan sowie im Leistungskatalog der Studien- und Prüfungsordnung des Bachelor-Studiengangs Urbanistik geregelt.

Studienaufbau

Ziel des Studiums ist der Erwerb von grundlegenden planerischen Qualifikationen. In der projektorientierten Ausbildung erhalten die gesellschafts- und planungswissenschaftlichen Fächer sowie die baulich-räumlichen entsprechend dem Profil des Stadtplaners ein starkes Gewicht. Neben dem Planungsprojekt werden in begleitenden Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlmodulen gesellschaftswissenschaftliche, entwerferische oder planungspolitische Grundlagen vermittelt.

Der Studiengang basiert auf fünf Säulen:

1. eine herausragende curriculare Stellung der planungs- und gesellschaftswissenschaftlichen Inhalte

2. eine starke Gewichtung der Entwicklung eines stadtmorphologischen analytischen und gestalterischen Verständnisses sowie entwerferischer Fähigkeiten im Curriculum, die an den städtebaulichen Entwurf und die Arbeitsweise der Architekten heranführen

3. eine herausragende Internationalität; Auslandsaufenthalt als obligatorischer Bestandteil des Studiums für alle Bildungsinländer

4. die achtsemestrige Studiendauer, die einen berufsqualifizierenden Bachelorabschluss ermöglicht, der von der Architektenkammer anerkannt wird, um nach der erforderlichen Berufspraxis als Stadtplaner bzw. Stadtplanerin eingetragen zu werden

5. eine persönliche Studienatmosphäre

Die Ausbildung entspricht der notwendigen Breite des Planungsberufes. Für diese anspruchsvolle Qualifikation sind acht Semester notwendig. Die Kernfächer führen die Studierenden an die Dimensionen gesellschaftlichen Handelns heran, die für die Ausübung des Berufs und für die einschlägige wissenschaftliche Forschung unentbehrlich sind:

_ Stadtplanung sowie überlokale Planung bis hin zur Raumordnung

 _ Theorie und Geschichte der Stadt, der räumlichen Planung und der Planungs­politik

 _ Städtebau, Wohnungswesen sowie städtebauliche Denkmalpflege

 _ Stadtforschung, Raumforschung und Stadtsoziologie

 _ Ökonomische und stadttechnische Grundlagen der räumlichen Planung

 _ Freiraumplanung und öffentlicher Raum

 _ Recht, Planung für unterschiedliche soziale Gruppen

Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Im 5. oder 6. Semester ist ein Auslandssemester an einer Partnerhochschule, im 6. Semester ggf. ein Praktikum im Ausland vorgesehen. Darüber hinaus ist bis zur Anmeldung zur Abschlussarbeit ein 10-wöchiges berufsbezogenes Praktikum in Deutschland zu absolvieren.

Jeder Studierende soll sich während seines Praktikums in Deutschland intensiv mit der deutschen Planungskultur auseinandersetzen und in eigenständigen Projekten das Gelernte anwenden. Wir empfehlen Praktikumsstellen in Institutionen der Stadt- und Landesplanung oder artverwandter Dienststellen sowohl im öffentlichen als auch im nichtöffentlichen Bereich, etwa in privaten Planungsbüros, Nichtregierungs- oder Forschungsinstitutionen.

Nach Anfertigung und Verteidigung der Abschlussarbeit verleiht die Fakultät Architektur und Urbanistik den akademischen Grad »Bachelor of Science« (B. Sc.).

Bewerbung

Wenn Sie Interesse an grundlegenden Fragestellungen und am Erwerb von Kenntnissen zur öffentlichen Steuerung der Stadtentwicklung, an der Entwicklung neuer Formate und sinnvoller, wie innovativer Instrumente der Stadt- und Raumplanung haben, dann erfüllen Sie beste Voraussetzungen für ein erfolgreiches Bachelor- Studium bei uns.

Voraussetzungen

Voraussetzung für den Bachelor-Studiengang Urbanistik ist neben der Allgemeinen Hochschulreife die erfolgreiche Teilnahme an der Eignungsfeststellungsprüfung.

Studienbeginn

nur zum jeweiligen Wintersemester.

Bewerbung zur Eignungsfeststellung

Die Unterlagen sind vollständig auf dem Postweg zu richten an:

Bauhaus-Universität Weimar
Dekanat Architektur
- Bachelor Urbanistik -
D-99421 Weimar
(Germany)

Eine Bewerbung per Telefax und E-Mail ist nicht zulässig.

Eignungsfeststellung

Für die Teilnahme an der Eignungsfeststellung sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Bewerbungsschreiben zur Teilnahme am Verfahren (formlos)
  • ausgefülltes und unterschriebenes Online-Bewerbungsformular (ab sofort möglich)
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Motivationsschreiben, max. 1 A4-Seite mit Angaben zum Studien- und Berufswunsch
  • (übersetzte) beglaubigte Kopie der Hochschulzugangsberechtigung
  • Angaben zur Ausbildung, ggf. zu speziellen Vorbereitungen auf das Studium (Auflistung, ggf. mit Nachweisen; keine Zeichenmappen)
  • für ausländische Bewerber: Nachweis der Sprachvoraussetzungen für ein Studium in Deutschland (mind. DSH-2)
  • Adressierter und frankierter Rückumschlag (C 6) für die Einladung zum Eignungsfeststellungsverfahren

 Für die Teilnahme an den Tests und dem Gespräch ist persönliches Erscheinen an der Fakultät Architektur Voraussetzung.

Bewerbungsfrist

Die Bewerbungsfrist für die Teilnahme an der nächsten Eignungsfeststellung endet jeweils am 15. Juli des Jahres, d.h., die Unterlagen müssen bis zum 15. Juli, bis 16 Uhr, an der Bauhaus-Universität vorliegen oder einen Poststempel vom 15. Juli aufweisen (Ausschlussfrist).

Die Eignungsfeststellung findet in der zweiten Julihälfte vor Ort in Weimar statt.
Die persönlichen Einladungen werden zeitnah verschickt.

Immatrikulation

Die Immatrikulation im Studiengang Urbanistik kann erst erfolgen, wenn die Eignungsfeststellung erfolgreich absolviert wurde. Die Eignungsbescheide werden zeitnah nach dem Eignungsgespräch verschickt.
Die Immatrikulationsfrist endet am 30. September. Informationen zur Immatrikulation finden Sie hier.
Die Eignungsbescheide sind insgesamt für 2 akademische Jahre gültig: für das Studienjahr Ihrer Bewerbung und für das darauf folgende Studienjahr.

Weitere Informationen erhalten Sie unter 03643 58 2607 oder per E-Mail an die Fachstudienberatung.

Berufsperspektiven

Der Bachelor-Studiengang qualifiziert seine Absolventinnen und Absolventen, in Städten, Landesregierungen oder Forschungsinstitutionen als Experten für die räumliche Dimension der Entwicklung zu arbeiten. Die öffentliche Stadtplanung war vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine wesentliche Bedingung für die enorme Erhöhung des Lebensstandards und der Lebensqualität in vielen Ländern und stellt heute neue Anforderungen an die Analyse und Steuerung räumlicher Umwälzungen. Damit verändern sich kontinuierlich das berufspraktische Arbeitsfeld und die Forschungsaufgaben.

Absolventinnen und Absolventen der Urbanistik nehmen oft Arbeitsplätze als Stadtplaner in der öffentlichen Verwaltung, wie Stadtplanungsämtern und Ämtern auf Regierungsebene ein. Sie sind aber auch in freiberuflichen Planungsbüros beschäftigt, in privaten Unternehmen, gesellschaftlichen Organisationen und in der Politikberatung. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Forschung, sei es in Verbindung mit der Lehre in der universitären Laufbahn oder in Forschungsinstitutionen. Auch internationale Organisationen fragen immer stärker nach Fachleuten mit urbanistischem Profil.