Ergebnispräsentation der Studierenden

Zusammengefasst ist das gesamt Projekt in einem 125seitigen Dossier, das Interessierten zum Download  bereit steht. Darin finden sich neben einer detaillierten Analyse Empfehlungen dazu, wie der Umbauprozess über die nächsten Jahre gemeinsam mit der Schulgemeinschaft und insbesondere den Kindern, also partizipativ, durchgeführt werden sollte. Doch auch konkrete Vorschläge zu baulichen Erweiterungen, z.B. für Mensa und Aula, zur Innenraumgestaltung, für ein Schullogo sowie zum Außengelände haben die Studierenden ausgehend von den Wünschen der Kinder und Lehrenden erarbeitet.

Begonnen hatte der Prozess im Oktober 2013 mit einer Kindervorlesung durch Professoren der Bauhaus-Universität Weimar. Die von Studierenden und dem kulturbeauftragten Lehrer Helmut Stieff geleitete Arbeitsgemeinschaft »(T)Raumwerkstatt« hatte dann innerhalb von vier Monaten verschiedene Ideen erarbeitet, um den Umbauprozess breit anzulegen und bei allen Akteuren innerhalb der Schule zu verankern. Beispielsweise bekam jeder Stammgruppenraum eine (T)Raumpost-Box, in der wöchentlich Wünsche und Vorstellungen für eine bestimmte Frage abgefragt wurden. Ganz praktisch wurde die Schulgemeinschaft auch in die Literaturtage Anfang Dezember in den Schulumbau-Planungsprozess einbezogen. Ein Ergebnis waren u.a. Mosaike, die die Stammgruppen-Tiere darstellen und künftig als sichtbare erste Zeichen des partizipativen Umbaus an den Türen der Stammgruppenräume hängen werden. Ein Raum im Schulgebäude soll als »stetiges Atelier« ein Raum der Ideenschmiede sein, in dem Schülerinnen und Schüler ihre Räume weiterträumen können. Den Schülerinnen und Schülern ist außerdem ein Außenbereich für freies Spiel wichtig, mit Hügellandschaften, Höhlen, Bachläufen und Baumhäusern.

»Ich denke, dass das Projekt auch deshalb so gut funktioniert hat, weil das Projektverfahren und das Schulkonzept gut zueinander passen. Es war ein Studienprojekt, in dem die Studierenden sich weitgehend selbst organisierten. Die Gemeinschaftsschule Weimar fördert ebenfalls selbstbestimmtes Lernen. Der besondere Lernerfolg dieser Art zu lernen ist an dem Projekt gut sichtbar geworden«, fasst Prof. Dr. Barbara Schönig, Professur Stadtplanung der Fakultät Architektur und Urbanistik, den Ansatz zusammen.

Als nächste konkrete Schritte, die die Studierenden der Schule mit auf den Weg geben, sind die Konzeptvorstellung in der Schulgemeinschaft, das Gespräch über Ziele und die Einbindung des Schulträgers genannt. Die Schulleiterin Ilka Drewke blickte in ihrem Schlussworten optimistisch nach vorn: »Die heutige Veranstaltung zeigt, dass es unserer Schule wichtig ist, mitgenommen zu werden auf dem weiteren Planungsprozess. Die Studierenden haben heute ihre Vorschläge in die Hand der Schule gelegt. Wir werden etwas damit machen.«

In den Werkstatttagen der Schule im Juni 2014 werden erste Ideen der Kinder umgesetzt. Dazu bekommen sie Unterstützung von professionellen Künstlern, die sie beim kreativen Tun begleiten.

 

Zum Projekthintergrund:

Das Schulprojekt »Kreative Schulraumplanung mit Kindern« ist eine Kooperation zwischen der Gemeinschaftsschule Weimar und der Bauhaus-Universität Weimar. Es ist ein Projekt des Modellprogramms »Kulturagenten für kreative Schulen«. Ein Programm der gemeinnützigen Forum K&B GmbH, initiiert und gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung Mercator, kofinanziert durch den Freistaat Thüringen und in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Kooperationspartner in Thüringen ist die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung. Die Gemeinschaftsschule ist eine von drei Schulen, die in einem Netzwerk von der Kulturagentin Sybill Hecht beraten wird.

 

Zum Download des Projektdossiers

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