Hannes Glück

Hannes Glück

Projekttitel

Das geteilte Sinnliche. Politik und Poetik der Emanzipation bei Jacques Rancière

Projektbeschreibung

Der Topos der Emanzipation zieht sich als roter Faden (mit Michel Foucault ließe sich sagen: als Haltung) durch das gesamte Werk von Jacques Rancière. In meinem Dissertationsprojekt rekonstruiere und systematisiere ich, wie sich dies im Wechselspiel von begrifflicher Arbeit, narrativer Affizierung der Lesenden und poetischer Metareflexion im Text vollzieht.

Rancières Texte sind in aller Regel autoexemplarisch – sie führen vor, was sie aussagen. Szenen sind darin stets Begegnungen heterogener Elemente; Gedanken und Konzepte sind am Werk, interagieren situativ mit
Subjekten, Institutionen und Wahrnehmungsmustern, die sich in diesen Situationen bilden, reproduzieren oder verschieben. Der Gedanke der Emanzipation, der in den Szenen und Geschichten
Rancières am Werk ist und dem Werk selbst seine Dringlichkeit und ethische Orientierung gibt, zeigt sich dabei als Moment der Unterbrechung und Verschiebung.

Vita

seit 04/2018 Promotionsstipendiat am Kompetenzzentrum
Medienanthropologie der Bauhaus-Universität Weimar

11/2016 Forschungsaufenthalt, New School for Social Research, New York

2015-2018 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Graduiertenkolleg
„Selbst-Bildungen – Praktiken der Subjektivierung“ an der
Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg

SoSe 2013 Lehrauftrag an der Leuphana Universität Lüneburg

2005-2012 Magisterstudium Politikwissenschaft und Philosophie an der
Universität Leipzig und am IEP Lille

 

Publikationen

„Wir sind das unmögliche Volk!“ In: Jenseits der Person. Zur
Subjektivierung von Kollektiven, herausgegeben von Thomas Alkemeyer,
Ulrich Bröckling, und Tobias Peter, 95–112. Bielefeld: Transcript, 2018.

Kritik der Selbst-Bildung. Routine und Eigensinn in den Praktiken der
Subjektivierung. Bericht zur Summer School: "Kritik der
Selbst-Bildungen. Routine und Eigensinn in den Praktiken der
Subjektivierung, 13.–14. September 2016, in: H-Soz-Kult, 02.12.2016
(zusammen mit Alexandra Janetzko, Björn Bertrams, David Adler und Stefan
Kühnen).

Für eine emanzipatorische Ästhetik. Jens Kastner greift einen Streit
zwischen Rancière und Bourdieu auf (gemeinsam mit Vincent Gengnagel).
In: Analyse & Kritik Nr. 582, 2013.

 

Vorträge (Auswahl)

10/2018 "Sites of Emancipation: Contributions from a Rancièrian
Perspective", International Workshop "Sanctuary and Subjectivity,
Department of History of Consciousness, University of California, Santa Cruz

09/2016  "Emanzipation als endlose Umverteilung des Sinnlichen?",
Interdisciplinary Symposion "On the Division of Labour, Work, Knowledge,
the Sensible, Spaces and Times" an der Akademie der bildenden Künste Wien.

07/2016  "Emanzipation als Wiederholung? Politische Subjektivierung bei
Jacques Rancière“, Ringvorlesung des Instituts für Philosophie,
Universität Oldenburg.

04/2016  "Das unmögliche Volk. Kollektivsubjekte bei Rancière und
Laclau“, Tagung „Jenseits der Person. Die Subjektvierung kollektiver
Subjekte“ an der Universität Leipzig.

10/2015  "Das prekäre Kollektiv. Jacques Rancière und die Subjektivierung
der Demokratie“, Graduiertenkonferenz „Challenging Collectivities” an
der Goethe-Universität Frankfurt a. M.

07/2014 "Wissenschaft zwischen Polizei und Politik. Rancières Kritik an
Bourdieu und Foucault“ auf der Tagung „Diskurs Macht Wissenschaft“ an
der Universität Bamberg.