Martin Siegler, M.A.

Seit 04/2020
Assoziiert am DFG-Graduiertenkolleg Medienanthropologie (Bauhaus-Universität Weimar)

Seit 04/2020

Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Medienphilosophie (Prof. Dr. Lorenz Engell) an der Bauhaus-Universität Weimar

2019-2020
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur Philosophie Audiovisueller Medien (Prof. Dr. Christiane Voss) an der Bauhaus-Universität Weimar.

06/2016
Teilnahme an der Princeton-Weimar Summer School for Media Studies 2016, Princeton University, USA.

2015-2019
Promotionsstipendiat am Kompetenzzentrum Medienanthropologie (KOMA) der Bauhaus-Universität Weimar.

2014-2019
Wissenschaftliche Hilfskraft bei der DFG-Forschungsgruppe „Medien und Mimesis“ (Teilprojekt Dr. Stephan Gregory).

2014–2015
Rechercheassistent am Haus der Kulturen der Welt (HKW) in Berlin.

2013–2015
Redaktionsassistent bei der Zeitschrift für Medien- und Kulturforschung (ZMK) am Internationalen Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie (IKKM) in Weimar.

2013-2014
Forschungsstipendiat des DFG-Graduiertenkollegs Mediale Historiographien (Erfurt, Weimar, Jena) und wissenschaftliche Hilfskraft an der Juniorprofessur Mediale Historiographien (Dr. Stephan Gregory) an der Bauhaus Universität Weimar.

2012-2014
Masterstudium der Kulturwissenschaftlichen Medienforschung an der Bauhaus-Universität Weimar. Thema der Abschlussarbeit: „Emergente Objekte. Existenzweisen von Notfalldingen.“

2010–2012
Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Publizistik der Johannes-Gutenberg Universität Mainz.

2009-2012
Bachelorstudium der Filmwissenschaft, Kulturanthropologie, Theaterwissenschaft und Publizistik an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz.

  • Medien des Notfalls
  • Zeichen, Signale und Artikulationen des Lebens
  • Existenzweisen und neue Ontologien
  • Theorien der Dinge und Materialien (ANT, STS, New Materialism)
  • Film- und Medienphilosophie
  • Medienanthropologie

Herausgaben

  • (Hg.): Das Mitsein der Medien. Prekäre Koexistenzen von Menschen, Maschinen und Algorithmen, Paderborn: Wilhelm Fink 2018. (mit Johannes Bennke, Johanna Seifert und Christina Terberl).

Aufsätze und Essays

  • Vulkanbeobachtungen. Sensorische Medien und geologische Lebenszeichen“, in: Schneider, Birigt/Zemanek, Evi (Hrsg.): Spürtechniken. Von der Wahrnehmung der Natur zur Natur als Medium, Sonderheft der Zeitschrift Medienobservationen.de, 04/2020, URL: https://www.medienobservationen.de/2020/2349/
  • „Überlebensabschnittsgefährten. Der Third Man und die unsichtbaren Bedingungen der Existenz“, in: Lorenz Engell und Christiane Voss (Hg.): Medienanthropologische Szenen. Paderborn: Wilhelm Fink 2019.
  • „Einleitung“, in: Bennke, Johannes/Seifert, Johanna/Siegler, Martin/Terberl, Christina (Hrsg.): Das Mitsein der Medien. Prekäre Koexistenzen von Menschen, Maschinen und Algorithmen. Paderborn: Wilhelm Fink 2018, S. 27-58. (mit Johannes Bennke und Johanna Seifert)
  • „Von der Existenz zur Assistenz. Akteure und Techniken des Beiseins,“ in: Peter Biniok und Eric Lettkemann (Hg.): Assistive Gesellschaft. Wiesbaden: Springer VS 2017, S. 59-76.
  •  „Things in Cases. Zur Existenzweise von Notfallobjekten.“, in: Christina Bartz et al. (Hg.): Gehäuse. Mediale Einkapselungen. Paderborn: Wilhelm Fink 2017, S. 291-306.

Rezensionen/Tagungsberichte

  • „Operationen in Serie. The Making of Grey’s Anatomy.” im Rahmen der Vortragsreihe „Operationen der Serialität“ an der Universität Bielefeld, 28. November 2019.

  • „Lebst du noch? Safety Checks als Medien der Verunsicherung“, Vortrag auf der Tagung Dis(s)-Connect an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz, 24.-26. April 2019.

  • „Leben am Monitor. Die Vitalfunktionen der Medien“, im Rahmen des Seminars „Medien der Überwachung“  (Prof. Dr. Gabriele Schabacher) an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz, 6. Juni 2018.

  •  „Vulkanbeobachtungen. Sensorische Medien und geologische Lebenszeichen“, Vortrag auf der Tagung „Spürtechniken. Von der Wahrnehmung der Natur zur Natur als Medium“ an der Universität Potsdam, 24-26. Mai 2018.

  • „Pyrotechniken der Existenz. Lebenszeichen als elementare Medien“, im Rahmen Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft an der Friedrich-Alexander Universität Nürnberg-Erlangen, 4.-7. Oktober 2017.

  •  „Who is the third who always walks beside you? Der Third Man-Faktor und die Verschiebung des Menschlichen“, im Rahmen der Tagung „Medienanthropologische Szenen“ der AG Medienphilosophie der Gesellschaft für Medienwissenschaft an der Bauhaus-Universität Weimar, 7.–9. Juli 2016.

  • Apes in question(s)“,  Beitrag zur Projektwoche „Tier-Wissen-Ausstellen. Strategien der Zusammenführung wissenschaftlicher und kuratorischer Praxis. Eine interdisziplinäre Konferenz“, im Rahmen des Projekts „Eine Woche ZEIT“ der Alfred-Toepfler-Stiftung und des ZEIT-Verlags, Gut Siggen, 14.–20. September 2015.

  • „Things in Cases. Notfalldinge und die Gehäuse der Emergenz“, Vortrag bei der Tagung „Gehäuse – Mediale Einkapselungen“ des Instituts für Medienwissenschaften der Universität Paderborn und des DFG-Graduiertenkollegs „Automatismen“, 21.–23. Mai 2015.

  • „Medien-Entfernung. Stage Diving und der Traum von der getilgten Mitte“, im Rahmen der Masterstudierendentagung „gegen:medien.“ an der Bauhaus-Universität Weimar, 12. Juli 2013.

  • „Carnifakte. Fleisch und Fleischersatz im Hyperrealismus“, im Rahmen des Workshops „Hyperrealismus im Film“ am Institut für Filmwissenschaft der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, 23. November 2012.


Lebenszeichen
Existenzielle Artikulationen von Menschen, Medien und Zeichen in Not- und Katastrophenfällen

Projektbeschreibung
Wenn Schiffe sinken, Lawinen niedergehen oder die Erde bebt, richten sich Augen und Ohren nicht selten auf Lebenszeichen: auf Herzschläge in Trümmerfeldern, Klopfzeichen aus Bergwerkschächten, Leuchtfeuer nach Schiffbrüchen oder Funksignale aus Lawinenbergen. Als Lebenszeichen zählen dabei alle Äußerungen, Meldungen und Signale, mit denen sich Menschen in Not vernehmbar machen. Sie deuten darauf hin, dass unter den Trümmern, hinter den Flammen oder inmitten der Wellen noch jemand am Leben ist und Hilfe nötig hat. Verunglückte, Verschüttete und Vermisste sind in solchen Situationen existentiell auf Techniken angewiesen, mit denen Notrufe abgesetzt, Meldungen übermittelt und Signale geortet werden können. Ihr Überleben hängt untrennbar an einem komplexen Geflecht aus materiellen und semiotischen Vermittlungsinstanzen, die ihnen die Artikulation ihrer Notlage ermöglichen. Situationen, in denen es auf Lebenszeichen ankommt, sind demnach immer auch Momente gesteigerter Sensibilität für die jeweiligen medialen Umstände und materiellen Bedingungen menschlichen Daseins.

Anhand des Phänomens Lebenszeichen möchte das Dissertationsprojekt untersuchen, inwiefern menschliches Dasein konstitutiv von medialen Operationen und Medientechniken abhängt. Menschliche Existenz in Not- und Katastrophenfällen, so die leitende These, ist immer schon mediale Existenz, also maßgeblich bestimmt, vermittelt und ermöglicht durch konkrete Techniken der Wahrnehmung, Übertragung und Verortung. Lebenszeichen erfordern deshalb eine radikal mediengebundene Bestimmung des Menschlichen. Sie eignen sich in besonderem Maße, um Verhältnisse von Menschen und Medien unter prekären Vorzeichen zu erforschen und so die existentielle Grundierung der Mensch-Medien-Beziehung ans Licht zu bringen.