Spaziergangswissenschaft

Ein experimenteller Reiseführer

 

Am 19. September im Jahr 2016 brechen deutsche und tschechische Studierende aus Weimar und aus unterschiedlichen Orten Tschechiens auf, um sich in der Stadt Kraslice in einer Pension mit dem Namen »Bali« zu treffen. Von dort wollen sie sich auf eine zehntägige Exkursion begeben, die zu einer Reise in Grenzgebiete werden soll.

Aus dieser Reise sind Texte entstanden, Bilder, die sich miteinander verbinden in diesem Buch. Es ist ein Reiseführer geworden, der das Gebiet, in das er führt, noch nicht kennt.

Dne 19. září 2016 se vydali na cestu němečtí a čeští studenti z Výmaru a z různých částí České republiky, aby se setkali v Kraslicích v penzionu s názvem »Bali«. Odtamtud se chtěli vydat na desetidenní exkurzi, která se měla stát putováním v pohraniči.

Z této cesty vznikly texty, obrazy, které se v této knize vzájemně propojují. Vznikl průvodce, který oblast, kterou jde provázet, ještě nezná.

 

Texte und Bildbeiträge:

Gerrit Heber

Šárka Holanová

Fabian Kirchherr

Darja Kloepfer

Veronika Křížková

Kateřina Návarová

 

 

Filip Rambousek

Katrin Schmiedel

Alexandra Sputh

Alina Toropova

Isabella Triendl

Isabella Weigand

226 Seiten
12 x 20 cm
Juli 2017
ISBN 978-3-945301-35-7
Digitaldruck

12.00 €

im Lucia Verlag

Plakat von Lukas Beck zur Grenzwanderung Ankündigung
Gestaltung: Lukas Beck

Am 19. September im Jahr 2016 brechen deutsche und tschechische Studierende aus Weimar und aus unterschiedlichen Orten Tschechiens auf, um sich in der Stadt Kraslice in einer Pension mit dem Namen „Bali“ zu treffen. Von dort wollen sie sich auf eine zehntägige Exkursion begeben, die zu einer Reise in Grenzgebiete werden soll: Die Stationen sind Kraslice/Klingenthal, Boží Dar/Oberwiesenthal und Teplice, sowie ein Ausflug nach Ústí nad Labem. Was zunächst als eine Wanderung auf den Grenzen zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik beginnt, entwickelt sich im Verlauf der Reise zu einer ganzen Reihe von Begehungen und Reflexionen von Grenzen. Wir begegnen den Grenzen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, den Grenzen der Verständlichkeit und Übersetzbarkeit von Sprachen, den Grenzen der Sichtbarkeit von Ereignissen in Gedenkstätten und Museen. Wir suchen die Grenzen zwischen Zivilisation und Wildnis, zwischen Natur und Kultur.

Grenzen sind Orte, an denen durch Unterscheidungen Bestimmungen und Bedeutungen entstehen. Auf Reisen werden Sehenswürdigkeiten von Sehensunwürdigkeiten unterschieden, schöne Wege von hässlichen Wegen, Ausflüge, die sich lohnen, von solchen, die sich nicht lohnen. Wir machen Übungen: besichtigen in der Haltung des Touristen Supermärkte und Vorortsiedlungen, gehen von den Wegen ab, fahnden aber auch nach der Affirmation vorgesehener Routen und wir vergleichen. Wir suchen: Spuren der Vergangenheit, was es zu sehen gibt und was nicht da ist. Wir finden: immer wieder die verwundete Landschaft, eine Kultur des Erinnerns und des Vergessens, vielerorts Wege der Versöhnung. Ereignisse wie Vertreibung, Krieg und Deportationen sind Markierungslinien, in denen sich ideologische, nationale, völkische und rassistische Grenzziehungen in die Kultur, aber auch in die Geografie und Geologie eingetragen haben, wenn zu unterschiedlichen Zeiten im Bergbau das Erdreich umgegraben und ausgehöhlt wurde. Die Wanderer müssen vorsichtig laufen. Wo gegraben wurde, können sie heute noch einbrechen. „Glückauf“ begrüßen sich die Leute beim Autoausladen auf der Straße. Anton Günther hat das ganze Erzgebirge mit Musik gefüllt, doch an diesen Klängen scheiden sich die Geister in der Gruppe wie an vielen anderen Dingen auch. Aus dieser Reise sind Texte entstanden, Bilder, die sich miteinander verbinden in einem Buch. Es ist ein Reiseführer geworden, der das Gebiet, in das er führt, noch nicht kennt. Der Leserin und dem Leser wünschen wir eine schöne Zeit mit diesem Buch! 

Wir danken Frau Eugenie von Trützschler, Miroslav Kunštát, Věra Vlasáková, der Bauhaus-Universität, vor allem Frau Wittig und Frau Rößler und dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, die uns diese Reise ermöglicht haben.

Dne 19. září 2016 se vydali na cestu němečtí a čeští studenti z Výmaru a z různých částí České republiky, aby se setkali v Kraslicích v penzionu s názvem „Bali“. Odtamtud se chtěli vydat na desetidenní exkurzi, která se měla stát putováním v pohraničí:

Zastávkami jsou Kraslice / Klingenthal, Boží Dar / Oberwiesenthal, Teplice, a také výlet do Ústí nad Labem. 

To, co začínalo jako putování podél hranice mezi Německem a Českou republikou, se v průběhu cesty vyvinulo v celou řadu obchůzek a (po)hraničních reflexí. Setkali jsme se s hranicí mezi minulostí a současností, s hranicí porozumění a přeložitelností jazyků, s  hranicí viditelnosti událostí v památkách a muzeích. Hledali jsme hranici mezi civilizací a pustinou, mezi přírodou a kulturou.

Hranice jsou místa, na kterých rozlišováním vznikají pojmy a významy. Během cestování se rozlišuje ta od oné turistické atrakce, hezké cesty od ošklivých cest, výlety, které se vyplatí, od výletů, které za to nestojí. 

Plníme úlohy: v roli turisty navštěvujeme samoobsluhy a předměstská sídliště, scházíme z cest, ale také pátráme po určených trasách a vše porovnáme. 

Hledali jsme: stopy minulosti, co je ještě viditelné a co již není 

Nacházíme: znovu a znovu zraněnou krajinu, kulturu upomenutí a zapomnění, na mnoha místech cesty smíření. Události, jako je vyhnání, válka a deportace, jsou viditelnou linkou, skrz kterou se ideologické, národní, etnické a rasové hranice vepsaly do kultury, současně se tyto události odrážejí v zeměpisu a geologii, jelikož v různých obdobích byla z dolů půda vyhloubena a překopána.

Turisté musí nakračovat opatrně. V místech, kde bylo v minulosti kopáno, je nebezpečí, že se tam dnes mohou propadnout. „Glückauf - Hodně štěstí“ volají na silnici kolemjdoucí, když vyprazdňujeme auto.

Anton Günther naplnil celé Krušnohoří hudbou. I o těchto tónech kromě jiného se ve skupině rozpoutala kontroverzní diskuse.

Z této cesty vznikly texty, obrazy, které se v této knize vzájemně propojují. Vznikl průvodce, který oblast, kterou jde provázet, ještě nezná. Čtenářce a čtenáři přejeme s touto knihou příjemně strávené chvíle!

Děkujeme paní Eugenii Trützschler, Miroslavu Kunštátovi, paní Věře Vlasákové, Bauhaus Universität, zejména paní Wittig a paní Rössler z česko-německého fondu budoucnosti, kteří nám tuto cestu umožnili,a všem lidem, s kterými jsme se na našem výletě setkali. 

Foto: Gerrit Heber

MA-Projektmodul "Grenzwanderungen" SoSe 2016 - Reisvorbereitung

Reiseverlauf

19.9.-21.9.: Kraslice/ Graslitz
22.9.-25.9.: Boží Dar/ Gottesgab
25.9.-27.9.: Telnice/ Telnitz

Einige Worte zur Reise:

Spaziergangswissenschaft ist eine Methode, bei der es um die Öffnung von Blickweisen geht. Es geht nicht so sehr um das zu Fuß gehen, das in dem Wort setckt, um dann alles andere so zu machen, wie seit jeher und wie überall auf jeder Reiseführung. Wir klappern nicht, jedenfalls nicht unbedingt, die "üblichen" Stationen ab, nicht die Dinge und Orte, die überall beschrieben werden. Wenn wir Sehenswürdigkeiten oder Denkmäler, Museen und historische Orte besuchen, dann spazieren wir sie in vielen Richtungen ab – Richtungen heißt auch Blickwinkel und Aspekte –: wir schauen uns auch an, wie die Dinge inszeniert und gestaltet sind, was dort zum Vorschein gebracht wird und in welcher Weise das geschieht. Und wir fragen uns, was das mit dem Ort macht und auch wer wir sein sollen, wenn wir uns das anschauen, und wer die sein wollen, die das so dort hingestallt haben. Wir fragen uns aber auch immer wieder selbst, wer wir denn sind, wenn wir das Erkunden der Gegenden so machen, wie wir es machen. Wir stehen – das ist wichtig! – nicht über den Dingen! Wir wollen lediglich viele Seiten der Orte, die wir bewandern zum Vorschein bringen.

Wir beachten dabei auch, dass wir mit unterschiedlichen Materialien und Werkzeugen unterschiedliche Ergebnisse und Ansichten bekommen: Fotoapparate machen Fotografien, Worte machen Sätze und Texte, Audioaufnahmegeräte machen Töne – und alle Formate schaffen andere Leser und andere Rezeptionsorte usw.. Wir müssen uns entscheiden, wir müssen ausprobieren und immer wieder neu fragen, was wir für geeignet halten.

Wir gehen auf eine Exkursion an drei Orte im Grenzgebiet, um dort das Vorfindliche, das Alltägliche und das Geschichtliche zu entdecken. An den Orten haben sich kulturelle und historische Bewegungen unterschiedlicher Dimensionen vollzogen und abgelagert. Es gibt nicht eine richtige Geschichte zu finden. Jeder und jede von uns wird dort eigene Perpektiven aufmachen und jeweil bestimmte Ansichtigkeiten der Orte zum Vorschein bringen. Ob das Natur, Politik, Kultur oder Geschichte ist, Öffentlichkeit oder Privatheit, Alltag, Idylle, Natur, Tourismus, Urlaubsort, Lebensraum, Arbeitsort, Industrie usw.

Denken Sie bei der Wanderung auch immer schon an Ihren Beitrag für den Reiseführer. Für diesen sollten wir – immer an die Leser denken – vielleicht auch erläutern, wie wir gearbeitet haben.

Für die Reise sollten folgende Utensilien bedacht werden:

  • Dokumente (Ausweis, Krankenversicherungskarte bzw. AuslandsKV-Unterlagen (prüfen))
  • Tagesrucksack, Tasche
  • warme Sachen zum überziehen
  • Medizinische Grundversorgung (v.a. Desinfektionsmittel, Pflaster, Salben etc., Blasenpflaster, Mittel gegen Erkältung bzw. Magen-Darm)
  • Evtl. Adapter für Stecker, Batterien
  • Trinkflasche + Brotdose o.ä. (bei Unverträglichkeiten und Allergien bitte vorab Bescheid geben)
  • Taschenmesser und ähnliche Werkzeuge
  • Nähset
  • Klebeband
  • Taschenlampe/Kopflampe
  • Kompass
  • Regenfeste und (warme) Kleidung, evtl. Schirm; ggf. Mütze + Handschuhe
  • Festes, wasserdichtes Schuhwerk (!)
  • Waschzeug
  • Handwaschmittel
  • und was Ihnen noch einfälllt

Zum Arbeiten (Vorschläge):

  • wandertauglicher Notizblock, verschiedene Stifte
  • Sachen zum Schreiben, Malen und Zeichnen
  • Fotoapparat, Bild- und Tonaufnahmegerät bzw. Smartphone (+ Ladekabel und ggf. portablen Akku)
  • kleinen Laptop oder andere portable Geräte
  • Literatur, Materialien
Logo des Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds
www.fondbudoucnosti.cz

Das Projektmodul Grenzwanderung wird gefördert vom deutsch-tschechischer Zukunftsfond

MA-Projektmodul "Grenzwanderungen" SoSe 2016

Ein interdisziplinäres Projektmodul

in Kooperation mit Studierenden der Karls‐Universität Prag

Wie erfahren wir Grenzen? Wie definieren sie uns und wie sehr definieren wir sie? Welche Signale von Andersartigkeit haben sich in Landschaften in Grenzgebieten eingeschrieben? Denn wo eine Grenze ist, da ist auch potenzielle Begegnung – das ist vielleicht die größte Stärke eines Phänomens, das zwar feststehend, nicht aber unveränderter erscheint: die Grenze ermöglicht Aufeinandertreffen, Kennenlernen, Zusammenarbeit und Austausch.

Das deutsch-tschechische Grenzgebiet wird in Hinsicht seiner Spuren und seiner Erinnerung in unterschiedliche historische Schichten bewandert. Dazu suchen wir auch das Gespräch mit den Leuten in der Region und folgen den Spuren der Grenzen und Grenzziehung dorthin, wo sie sich eingetragen haben und wo sie heute noch nachvollziehbar sind. Aber auch in unseren eigenen Köpfen und zwischen uns Forschenden wollen wir die Grenzen und Grenzziehungen aufspüren, die unsere Welt in Einheiten und Gebiete aufteilt. Wir wollen die in uns bestehenden Grenzen kennenlernen, aber auch uns dabei beobachten wie wir im Prozess der Erkundung Grenzziehungen vornehmen, wenn wir Gegenstände erfassen und Themen formulieren.

Insbesondere wird in diesem Projekt der Spaziergang als Medium und Methode verstanden und erprobt. Die künstlerische Forschung versteht sich hierbei als weiterer Schritt zu einem inhaltlich und methodisch neuen Lehr- und Forschungs-Profil an der Bauhaus-Universität Weimar, das interdisziplinär und international ausgerichtet ist Das Projektmodul schließt an an das bereits im Sommersemester 2015 durchgeführte Projektmodul "Spazieren und Senden" von Bernd Kraus und Dr. Simon Frisch.

Das Projektmodul im Vorlesungsverzeichnis

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Das Projektmodul Grenzwanderung wird gefördert vom deutsch-tschechischer Zukunftsfond

Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds hilft, Brücken zu bauen zwischen Deutschen und Tschechen. Er fördert gezielt Projekte, welche die Menschen beider Länder zusammenführen und Einblicke in die Lebenswelten, die gemeinsame Kultur und Geschichte ermöglichen und vertiefen. Seit 1998 hat der Zukunftsfonds insgesamt rund 50 Millionen Euro für mehr als 9.000 Projekte zur Verfügung gestellt.

Auf den Spuren von Adalbert Stifters Waldsteig.

Im Rahmen einer Matinée präsentierten die Studierenden des Seminarprogramms »Spazieren - Senden« unter der Leitung von Dr. Simon Frisch am Samstag, 31. Januar, ihre Abschlussarbeiten.

In ihrem Projektmodul »Spazieren - Senden« bewegten sich Medienstudierende der Bauhaus-Universität Weimar gemeinsam mit Kunststudierenden des Piet Zwart Instituts der Willem de Koning Academie Rotterdam zwischen künstlerischer und medienwissenschaftlicher Erforschung des Spaziergangs. Ziel des Seminars war es, den Spaziergang als Medium zu verstehen und zu erproben.

Das Spazieren war dabei Gegenstand und Methode gleichermaßen. Ausgangspunkt des interdisziplinären Moduls war eine zehntägige Exkursion in die fränkische Schweiz bei Nürnberg, welche die Basis für die inhaltliche und methodische Entwicklung der Projektideen der Studierenden darstellt.

Entstanden sind Arbeiten, die sich auf verschiedene Weise mit Landschaft, Natur, Schönheit, Kunst, Wissenschaft, Theorie, Praxis, Zivilisation, Mensch, Bild, Literatur, Tourismus, Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Orientieren, Umgebung auseinandersetzen. Während Mia Hallmanns und Sarah Prior anhand ihrer persönlichen Spaziererfahrungen performative Arbeiten geschaffen haben, arbeiten beispielsweise Paul Haas oder Hanna-Karoline Brehmer mit der Ästhetik der Fränkischen Landschaft in Form von Videoarbeiten und Collagen.

Die künstlerische Forschung verstand sich hierbei als weiterer Schritt zu einem inhaltlich und methodisch neuen Lehr- und Forschungs-Profil an der Bauhaus- Universität Weimar, das interdisziplinär und international ausgerichtet ist. Die kleine Ausstellung in der Gründerwerkstatt neudeli zeigte die zwölf Arbeiten, die im letzten Semester in einer wissenschaftlichen und künstlerischen Auseinandersetzung mit den Spazierwissenschaften entstanden sind.

Im Rahmen einer kleinen Matinée in der Gründerwerkstatt neudeli fand am Samstag, dem 31.01. eine Matinée mit statt, um die Arbeiten der Studierenden zu präsentieren. Gleichzeitig wurde eine Art Reenactment der Exkursionsgruppe dargestellt. Nach einem reichhaltigen Frühstück gingen die Seminarteilnehmer_innen gemeinsam mit den Ausstellungsbesucher_innen im Ilmpark spazieren. Die Dozenten Bernd Krauß (Rotterdam) und Dr. Simon Frisch (Weimar) hatten dafür eine Landschaftsführung vorbereitet.

Mit Arbeiten von:
Sol Archer, Sighle Bhreathnach-Cashell, Susanna Brown, Hanna-Karoline Brehmer, June Drevet, Paul Haas, Mia Hallmanns, Johanna Jaurich, Nadine Katschmarek, Rosina Korschildgen, Hunter Longe, Alice Mendelowitz, Sarah Prior, Vasiliki Sifostratoudaki, Sriwhana Spong.

Dozenten:
Dr. Simon Frisch (Weimar) und Bernd Krauß (Rotterdam)

Ausstellungsprogramm vom 31. Januar:
10 Uhr Weißwurstfrühstück 
13 Uhr Spaziergang durch den Ilmpark mit Landschaftsführung geleitet von den Dozenten

Ausstellungsort:
Gründerwerkstatt neudeli 
Helmholtzstraße 15 
99423 Weimar

Für weiterführende Informationen steht Ihnen Simon Frisch, Projektkoordinator, gern zur Verfügung.

Kontakt:
Dr. Simon Frisch 
Bauhausstraße 11, R. 212 
99423 Weimar 
Tel: +49 (0)3643/58 37 37 
Mail: simon.frisch[at]uni-weimar.de

 
 
 
 
 

Egloffstein 24.10.-31.10.2014

 

Nach der zehntägigen Exkursion sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der beiden Standorte Weimar und Rotterdam wieder in die heimischen Gefilde zurückgekehrt. Mitgenommen haben sie viele verschiedene Eindrücke, die es nun zu verarbeiten gilt. 

Begonnen hat die Exkursoin gleich am ersten Tag mit einer Wanderung über 10km von Gräfenberg zur Unterkunft nach Egloffstein, wo die Weimarer ihre Partnergruppe aus Rotterdam sowie den Exkursionsleiter Bernd Krauß zu einem fränkischen "Seidla" trafen. 

Mit Gymnastik gestärkt ging es am nächsten Morgen los zur 'Kennenlern-Wanderung'. Jedem der acht Weimarer Studierenden wurde je eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer aus Rotterdam zugewiesen. Die so gegründeten Pärchen beschrieben sich gegenseitig ihre Wahrnehmung und das eigene Verständnis von Natur. "Der Waldsteig" von Adalbert Stifter bot eine Grundlage, welche die beiden Gruppen verband. 

Die nächsten Tage konnten sich die Studierenden frei einteilen. Neben verschiedenen Wegen und Pfaden fanden auch tiefe Gespräche mit ortsansässigen Künstlern und Handwerkern statt. Geräusche und Bilder wurden eingefangen, Texte gelesen und vorgelesen und gemeinsam besprochen und vorgestellt. 

Im Laufe des Semesters werden die Studierenden der beiden Hochschulen ihre Projekte bearbeiten, gemeinsam besprechen und schließlich in einer geeigneten Sendung der jeweils anderen Gruppe vorstellen. 

Weitere Eindrücke der Exkursion  finden Sie auf dem eigens von Bernd Krauß gegründeten Sender "Radio Sonne". 

Exkursion 24.10. - 31.10.2014

Das Projektmodul "Spazieren und Senden" unter der Leitung von Bernd Krauß und Dr. Simon Frisch startet am 24.10.2014!

Nach der Anreise mit den Zug aus Weimar ist Treffpunkt für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Nürnberger Bahnhof zu 14.30h; danach geht es 15.03h mit dem Zug weiter nach Gräfenberg, Ankunft 16.05h. Von da aus wandern wir etwa 10km gemeinsam nach Eggloffstein zur "Pension Mühle". Rückfahrt ist am 31.10.2014, wieder ab Grafenberg 12.30h - Ankunft Nürnberg Hbf. 13.28h.

Um die Exkursion ausführlicher zu planen, werden alle Interessentinnen und Interessenten gebeten, sich vorab bei Dr. Simon Frisch anzumelden. Ein Treffen mit allen Studierenden des Projektes soll am Mittwoch, den 22.10. um 18h in der B11 stattfinden. 

Für die Reise sollten folgende Utensilien bedacht werden:

  • Tagesrucksack
  • Trinkflasche + Brotdose (bei Unverträglichkeiten und Allergien bitte vorab Bescheid geben)
  • Taschenmesser
  • Taschenlampe/Kopflampe
  • Kompass
  • Regenfeste und (warme) Kleidung, evtl. Schirm; ggf. Mütze + Handschuhe
  • Festes, wasserdichtes Schuhwerk (!)

Zum Arbeiten:

  • wandertauglicher Notizblock, verschiedene Stifte
  • Bild- und Tonaufnahmegerät; Smartphone (+ Ladekabel und ggf. portablen Akku)
  • kleinen Laptop oder andere portbale Geräte
  • Literatur (Liste in Kürze hier online)

Der genaue Ablauf der Exkursion wird vor Ort bekannt gegeben. Am Ende der Woche wird aus dem Stand der Dinge eine Live-Sendung erprobt. Über das Semester hinweg werden daraus die Projektarbeiten ausgearbeitet wobei das Lektüre-Seminar "Spaziergangswissenschaft" (Dr. Frisch, Freitags 9.15-10.45h) die Arbeit mit ausgewählten Texten theoretisch unterstützen wird. 

Projektmodul "Spazieren und Senden"

Das Projektmodul bewegt sich zwischen künstlerischer Praxis und Forschung und ist eine Kooperation mit dem Piet Zwart Institut der Willem de Koning Academie, Rotterdam. Dozenten sind Bernd Krauß (Rotterdam) und Simon Frisch. Die Seminargruppe setzt sich je zur Hälfte zusammen aus Kunst-Studierenden aus Rotterdam und Studierenden aus Weimar. Das Plenum „Adalbert Stifters WALDSTEIG auf der Spur“ wird im Wesentlichen von dem Bildenden Künstler Bernd Krauß gestaltet und angeleitet. Aus methodischen und organisatorischen Gründen wird das Seminar in drei Blöcken abgehalten. Zunächst werden in der Vorbereitungsphase ausgewählte Texte bearbeitet, um die Ziele des Projektes abzustecken.

Im zweiten Block werden die Studierenden sich selbst auf den Weg begeben (10-tägige Exkursion). Dabei werden die Texte vorgetragen und in Schreibwerkstätten seziert und dialogisiert, um sie für eine szenische Aufführung vorzubereiten. Im dritten Block werden die Möglichkeiten verschiedener Formate zu einer Darstellung der Ergebnisse mit dem Ziel ausgewertet, Medien zwischen Ausstellung, theatraler Aufführung und analogem und digitalem Senden für die Präsentation des kreativen Wandelganges zu finden.
Ganztägige Einführungswanderung am Sa, den 25.10.2014.
Bitte per Email anmelden: simon.frisch[at]uni-weimar.de 
Bitte auch auf Aushänge am Büro von Dr. Frisch achten (Bauhausstraße 11, Zimmer 212).

 

Das Projektmodul beschäftigt sich mit der Untersuchung von künstlerischen Methoden der Forschung. Insbesondere wird in diesem Projekt der Spaziergang als Medium verstanden und erprobt. Die künstlerische Forschung versteht sich hierbei als weiterer Schritt zu einem inhaltlich und methodisch neuen Lehr- und Forschungs-Profil an der Bauhaus-Universität Weimar, das interdisziplinär und international ausgerichtet ist. Im Hintergrund des Seminars stehen verschiedene künstlerische Projekte von Herrn Bernd Krauß sowie seit längerer Zeit geführte Gespräche mit Herrn Dr. Simon Frisch.

Hinter dem Projekt steht die Idee einer langfristig angelegten, offiziellen Zusammenarbeit des Piet Zwart Instituts der Willem de Koning Academie (Hogeschool Rotterdam), vertreten durch Bernd Krauß, und der Bauhaus-Universität Weimar in den Fakultäten Medien und Gestaltung. Das vorgeschlagene Projekt schließt an die Ziele des bereits im Vorjahr durch das Projekt „Ostasiatische Ästhetik“ angestrebten Schwerpunkts an und orientiert sich insbesondere an Formen neuer forschender Lehrformate sowie an innovativen inhaltlichen Kernpunkten.