Kleinkläranlagen

"Zustandserfassung von Kleinkläranlagen (KKA) in Thüringen und Vorschläge für die technische Umsetzung der Anforderungen der Abwasserverordnung"

Projektförderung:
TMLNU - Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt

Projektlaufzeit: 03/2003 bis 10/2004

Projektleitung:
Bauhaus-Universität Weimar

Projektpartner:
MFPA - Materialforschungs- und Prüfanstalt an der Bauhaus-Universität Weimar, Arbeitsgruppe Materialbeständigkeit

BUW- Projektleiter: Dr.-Ing. Ralf Englert

 

Problemstellung

In Thüringen gibt es derzeit einen Bestand von ca. 250.000 Kleinkläranlagen (50 EW oder < 8 m³/d). Die überwiegende Anzahl der Anlagen wurde vor 1990 auf Grundlage der TGL 7762 errichtet. Ihre Reinigungsleistung als mechanische bzw. teilbiologisch arbeitende Anlage entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen (Abwasserverordnung).

Aufgrund des teilweise recht hohen Alters der Anlagen ist neben dem verfahrens- auch der bautechnische Zustand (Korrosionserscheinungen) der Anlagen problematisch.

Bei einem durchschnittlichen Anschlussgrad von ca. 63 % an zentrale Abwasseranlagen in Thüringen ist davon auszugehen, dass eine Vielzahl der Anlagen weiterhin über einen langen Zeitraum betrieben werden. Diese Anlagen müssen in Technik und Betrieb an den Stand der Technik angepasst werden , der durch den Anhang 1 der Abwasserverordnung dargestellt wird.

Die zum ordnungsgemäßen Betrieb der Anlagen notwendigen Tätigkeiten, wie die regelmäßige Eigenkontrolle, werden häufig seitens der Betreiber (meist private Hausbesitzer) nicht im vollen Umfang durchgeführt. Ein Grund hierfür ist, dass nur in den wenigsten Fällen beim Betreiber die notwendige Fachkenntnis vorhanden ist bzw. eine Hemmnis besteht sich mit den Anlagen zu beschäftigen. Zum Betrieb der Anlagen ist weiterhin eine regelmäßige Wartung der Anlage notwendig, um die Betriebsfähigkeit der KKA aufrechtzuerhalten. Bezüglich der Qualifikation der Wartenden existieren bislang keine einheitlichen Anforderungen.

Zielsetzung

Das Ziel der Studie ist es, einen Leitfaden zur Erfassung, Beurteilung, Ertüchtigung und sicheren Betrieb von Kleinkläranlagen in Thüringen zu erarbeiten. Des weiteren werden für dem Auftraggeber Vorschläge zur zukünftigen Vorgehensweise zur Zulassung, zum Betrieb, zur Wartung und Überwachung von KKA unterbreitet.

Der Bauhaus-Universität Weimar (Professur Siedlungswasserwirtschaft) führt dabei die Berabeitung folgende Schwerpunkte durch:

  • Synopse zu den Regelungen für die Zulassung, den Betrieb und die Überwachung von KKA in anderen Bundesländern.
  • Mitarbeit bei der Zustandserfassung der bestehenden KKA in Thüringen
  • Überprüfung des Betriebs ausgewählter vollbiologischer Anlagen in Thüringen
  • Empfehlungen zur Vereinfachung von Betrieb (Eigenkontrolle, Wartung) sowie zur Überwachung der Kleinkläranlagen.

Vorgehensweise

Anhand der Angaben aus den verschiedenen Bundesländer werden, die unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen, die schon umgesetzt wurden bzw. geplant sind, gegenübergestellt. Die sich ergebenden Vor- und Nachteile sowie Besonderheiten werden dargestellt.

Von der MFPA Weimar wird federführend die Zustandserfassung der in Thüringen existierenden Anlagen durchgeführt sowie deren Bauzustand bewertet. Die Professur Siedlungswasserwirtschaft der Bauhaus-Universität Weimar gibt Hilfestellung bezüglich der Erfassung und Beurteilung von verfahrenstechnischen Fragestellungen.

Dem Stand der Technik entsprechen zugelassene vollbiologisch arbeitende Kleinkläranlagen. In Thüringen ist dies nur ein Bruchteil des vorhandenen Anlagenbestandes. Hieraus werden einzelne technische Anlagen ausgewählt, vor Ort der Anlagenzustand erfasst sowie die Anlagenzu- bzw. -abläufe beprobt und bezüglich der gängigen Abwasserparameter im Labor untersucht. Die Ergebnisse werden mit Werten aus der Literatur und anderen Studien verglichen. Des weiteren werden anhand der Daten Empfehlungen für die Durchführung eines ordnungsgemäßen Betriebs der Anlagen gegeben.

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