BMI

"Auswirkungen des demografischen Wandels auf die technische Infrastruktur von Abfallentsorgung, Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung in ländlichen Regionen in den neuen Bundesländern"

Projektförderung:
Der Beauftragte der Bundesregierung für die Neuen Länder, BMI, Berlin

Projektlaufzeit: 07/2010 bis 03/2011

Projektleitung:
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jörg Londong

BUW- Projektbearbeiter:
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jörg Londong
Dipl.-Ing. Julia Alexeeva-Steiniger
Prof. Dr. phil. Max Welch Guerra (Professur Raumplanung)
Dipl.-Forsting.(FH) M.Sc. Daniel Meyer (Professur Abfallwirtschaft)

Projektpartner:
Tuttahs & Meyer GmbH, Aachen (TUM)
Prof. Dr.-Ing. Markus Schröder
Dipl.-Ing. Caroline Kobel
Dr.-Ing. Manja Steinke
Dipl.-Ing. Nicole Müllerstedt

InAWA, Ingenieurleistungen Abwasser, Wasser, Abfall, Weimar
Dipl.-Ing. Sonja Sauer
Dipl.-Verwaltungswirt Sven Steinbrück

 

Problemstellung

Während in den westdeutschen Bundesländern in den kommenden Jahrzehnten eine mäßige Alterung und ein moderater Rückgang der Bevölkerung zu verzeichnen sein werden, werden für Ostdeutschland weitere hohe Bevölkerungsverluste prognostiziert. Das Verhältnis junger zu alten Menschen wird weiter abnehmen. Regional unterschiedlich stark ausgeprägte Zu- bzw. Abwanderungsprozesse verstärken die Folgen des Rückgangs und der Alterung der Bevölkerung in den neuen Bundesländern noch. Insbesondere die ländlichen Regionen Ostdeutschlands sind von diesen Entwicklungen betroffen.
Zur zukünftigen Sicherstellung der Daseinsvorsorge sind eine bezahlbare und sichere Energie- und Wasserversorgung sowie eine geordnete Abfall- und Abwasserentsorgung auch in Schrumpfungsregionen erforderlich.

Zielsetzung

Zielsetzung der Studie ist es, auf Basis bisher durchgeführter Untersuchungen zukunftweisende strategische Überlegungen anzustellen, um den vom demografischen Wandel besonders betroffenen Gemeinden und Regionen Lösungs- und Gestaltungsmöglichkeiten bei der Umstrukturierung und/oder Neuorganisierung ihrer Aufgaben im Bereich der Daseinsvorsorge an die veränderte Nachfrage anzubieten und darzulegen, welchen Handlungsspielraum sie benötigen, um eine zukunftsgerichtete nachhaltige Infrastrukturentwicklung auf kommunaler Ebene sicherzustellen.
Die Systemanalyse beschränkt sich auf die Bereiche Abfallentsorgung, Wasserver- und Abwasserentsorgung. Betrachtet werden primär die „neuen“ Bundesländer.

Inhalt

In der Studie wird der gegenwärtige Stand der Forschung und der politischen Diskussion konzentriert zusammengefasst und bereits erprobte bzw. in Erprobung befindliche zukunftsweisende Lösungsansätze werden aufgezeigt. Möglich und sinnvoll erscheinende Veränderungen werden identifiziert, Hemmnisse diskutiert und Vorschläge für eine Schwerpunktsetzung abgeleitet. Die Studie soll als Beitrag zum Demografiebericht des BMI dazu dienen, nach vorne blickend die Zukunft zu gestalten.

Vorgehensweise

Eine gründliche Auswertung vorhandener Studien und publizierter Lösungsansätze war notwendig, um die Ergebnisse zur Absicherung der Wissensbasis und zur Formulierung von strategischen Ansätzen für Handlungskonzepte zu verwenden. Zudem wurden Informationen durch gezielte mündliche und schriftliche Nachfragen bei Fachleuten und politisch Verantwortlichen beschafft. Zunächst wurde der gegenwärtige Forschungs- und Wissensstand im Bereich der Abfallentsorgung, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung zusammengefasst. Einbezogen wurden publizierte Darstellungen von erfolgreichen aber auch gescheiterten Beispielen in den neuen Ländern. Durch Einbindung der European Water Association (EWA) konnten zudem Informationen aus der Europäischen Union einbezogen werden. Bei der Analyse der Beispiele wurden die rechtlichen, ordnungspolitischen, administrativen und/oder finanziellen Randbedingungen mit beleuchtet. Eine Synopse der wesentlichen Erkenntnisse zu jedem der drei betrachteten Bereiche bildet die Basis für die Analysen und Empfehlungen. Die politische Debatte auf Ebene des Bundes und der Länder und ausgewählter Kommunen wurde so aufbereitet, dass ein Überblick zu dem Stand der Diskussionen im Hinblick auf Organisation und Finanzierung von Infrastruktur möglich ist. Hemmnisse und Signale für mögliche Strukturreformen wurden so erkennbar. Hierauf aufbauend wurden die vorhandenen Ver- und Entsorgungsstrukturen (Technik, Organisation, Finanzierung) untersucht und mit den zuvor analysierten Problemen in Relation gebracht. So wurden Hinweise auf mangelnde Nachhaltigkeit (hohe Risken, geringe Flexibilität, Kostentreiber ...) identifiziert.
Die aus dieser Analyse ableitbaren wesentlichen Verbesserungspotenziale wurden beschrieben und durch Empfehlungen konkretisiert, die Handlungsoptionen zur Neuorganisation der technischen Infrastruktur in den Bereichen Wasser, Abwasser und Abfall beinhalten. Hierbei werden zudem Hinweise auf über den Betrachtungsbereich hinausgehende Synergiepotenziale gegeben.

Nach oben