
Für ihre herausragenden Abschlussarbeiten im Bereich Baustoffingenieurwissenschaft wurden Sharleen Richter und Lukas Koops mit dem Förderpreis »thomas zement 2026« ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 15. Juli 2026 am F.A. Finger-Institut für Baustoffkunde in der Coudraystraße statt.
Die Zementindustrie verursacht weltweit etwa 7–8 % der globalen CO₂-Emissionen. Ein großer Teil entsteht bei der Herstellung des sogenannten Klinkers, dem Hauptbestandteil von herkömmlichem Zement. Das Problem: Wenn sich die Zusammensetzung des Zements ändert, verändern sich oft auch seine Eigenschaften. Genau hier setzen die Bachelor- und Masterarbeiten von Sharleen Richter und Lukas Koops an. Sie beschäftigen sich mit alternativen Baustoffen, welche den vielfältigen Ansprüchen an Sicherheit und Dauerhaftigkeit gerecht werden. Die Mitglieder der Jury des Förderpreises »thomas zement 2026«, bestehend aus, Prof. Dr.-Ing. Horst-Michael Ludwig (Bauhaus-Universität Weimar), Dipl.-Ing. Heiko Theuerkauf (thomas zement GmbH & Co. KG) sowie Dr.-Ing. Alexander Flohr (Bauhaus-Universität Weimar) würdigten sowohl den hohen wissenschaftlichen Anspruch als auch den Praxisbezug der beiden Abschlussarbeiten.
Preisträger*innen »thomas zement 2026«
Der Förderpreis »thomas zement« wird jährlich von der thomas zement GmbH & Co. KG für die besten studentischen Arbeiten des F.A. Finger-Institutes für Baustoffkunde der Bauhaus-Universität Weimar vergeben. Ziel ist es, besondere wissenschaftliche Leistungen zu honorieren und die Entwicklung neuer Baustoffe voranzubringen. Die eingereichten Arbeiten sollen Möglichkeiten zur Verbesserung von baustoffspezifischen Eigenschaften, der Qualität und der Ökologie von Baustoffen und Bauwerken aufzeigen. Der Preis wird in zwei Kategorien vergeben, die jeweils mit einem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro für Masterarbeiten und 250 Euro für Bachelorarbeiten dotiert sind. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des FIB-Sommerfestes in der Coudraystraße.
1. Platz Bachelorarbeiten
Sharleen Richter: »Mörteluntersuchungen mit verschiedenen RC-Sanden hinsichtlich ihrer Eignung zum vollständigen oder teilweisen Natursandersatz«, Gutachter: Prof. Dr.-Ing. Horst-Michael Ludwig, Dipl.-Min. Luise Wedekind
Bachelorabsolventin Sharleen Richter untersucht, ob und in welchem Umfang recycelte Sande aus Bau- und Abbruchmaterial natürlichen Sand in Mörtel ersetzen können. Ziel ist es, den Verbrauch natürlicher Rohstoffe zu verringern und mineralische Bauabfälle hochwertig wiederzuverwerten. Die Ergebnisse tragen dazu bei, Ressourcen zu schonen, die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen zu stärken und den Einsatz nachhaltiger Baustoffe voranzubringen.
1. Platz Masterarbeiten
Lukas Koops: »Einfluss von PCE-Fließmitteln auf die frühe Hydration von Mretanon-Kalksteinmehl-Mischzementen«, Gutachter: Prof. Dr.-Ing. Horst-Michael Ludwig, Dr. rer. nat. Christiane Rößler
In seiner Masterarbeit untersucht Lukas Koops, wie moderne Fließmittel das frühe Abbinde- und Erhärtungsverhalten von klimafreundlichen Mischzementen mit Kalksteinmehl beeinflussen. Ziel ist es, nachhaltigere Zemente mit geringerem CO₂-Ausstoß zuverlässig und leistungsfähig im Bauwesen einzusetzen. Die Ergebnisse leisten damit einen Beitrag zu einer klimafreundlicheren Bauindustrie, ohne Abstriche bei Qualität und Sicherheit zu machen.
Preisträger*innen Studentischer Wettbewerb »Hochfester Beton« 2026
Ergänzend wurde der traditionsreiche studentische Wettbewerb »Hochfester Beton« durchgeführt, welcher jährlich vom F.A. Finger-Institut für Baustoffkunde an der Bauhaus-Universität Weimar ausgelobt wird. Aufgabe ist es, drei Probekörper aus Beton (10x10x10 cm³) herzustellen, die vorgegebene Kriterien erfüllen. Nach einer Lagerzeit von circa zwei Monaten im Betonlabor, werden die Probekörper hinsichtlich ihrer Druckfestigkeit geprüft. Bewertungskriterium ist der höchste Mittelwert der Druckfestigkeit.
1. Platz – Chris Jannes Müller mit einer erreichten Druckfestigkeit von 211,2 N/mm2
2. Platz – Aaron Schaub mit einer erreichten Druckfestigkeit von 182,6 N/mm2
3. Platz – Victor Maschke mit einer erreichten Druckfestigkeit von 158,6 N/mm2
Alle Teilnehmer*innen erhielten Geld und Sachpreise., welche vom Unternehmen thomas zement GmbH & Co. KG, Dornburg-Camburg gesponsort wurden.
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