Sommersemester 2026

Versuchsgut Dornburg – Experimente zu einer nachhaltigen Tektonik
Komfort und Alltag
Projektmodul | Master Architektur | 8 SWS | Veranstaltungsnummer 126124201

Jun.-Prof. Dipl.-Ing. Tim Simon-Meyer (KEE), Dipl.-Ing. Luise Leon Elbern (KEE), 
Julius Tischler M.Sc. (KEE), Robert Anton M.Sc. (xnvm), Marco Reusch M.Sc. (xnvm)

Im Sommersemester 2026 setzen wir unser DesignBuild Projekt auf der Domäne Dornburg fort. Der kontinuierliche Transformationsprozess des ehemaligen Kuhstalls zu einem Ort der Gemeinschaft wird in diesem Semester insbesondere durch die Schaffung flexibler Arbeitsräume (Coworking, Atelier, Werkstatt) sowie bedarfs- und ressourcenorientierter Komfort- und Klimazonen fortgeführt. 

Dafür werden wir alltägliche und saisonale Rhythmen des Arbeitens betrachten und thermische Anforderungen an Räume kritisch diskutieren, entwerferisch übersetzen und baulich realisieren.

Im Sinne einer nachhaltigen Tektonik bildet der Umgang mit dem Bestand sowie das Entwerfen und Bauen mit begrenzten Ressourcen weiterhin den Kern des Projekts. Wir arbeiten mit lokal verfügbaren Materialien und bereits vorhandenen Baustoffen, deren Aufsuchen, Bewerten und Integration einen wesentlichen Teil des Entwurfs- und Bauprozesses darstellen. Dabei suchen wir nach einem eigenständigen architektonischen Ausdruck (Tectonics of Reuse), der sowohl die vorhandenen Qualitäten des Bestands herausarbeitet als auch experimentelle und zeitgemäße Konstruktionsweisen erprobt.

Die Projektarbeit  ist durch einen gemeinschaftlichen Arbeitsprozess geprägt, bei dem Wissen geteilt wird, Ideen gemeinsam diskutiert und entwickelt werden und die bauliche Umsetzung im Team entsteht.  Das Projekt findet gemeinsam mit dem ortsansässigen Architekturbüro exnovum und der LEG Thüringen in Weimar und vor Ort statt. Zudem werden uns FRUGAL BAUEN sowie der Tragwerksplaner Kevin Orlamünder während des Semesters mit ihrer Expertise begleiten.

Workshops zur digitalen Bestandsaufnahme durch die Professur “Modellierung und Simulation - Konstruktion” sowie zu Denkmalwerten durch die Professur “Denkmalpflege und Baugeschichte” dienen als grundlegende Inputs für eine fundierte Entwurfsarbeit. Weitere Beiträge von Expert*innen und Handwerker*innen werden während des Semesters zusätzliches Wissen beisteuern. Unsere Workshop- Exkursion wird im Raum Thüringen und Sachsen stattfinden und u.a. einen zweitägigen Workshop mit der Stiftung Bauhaus Dessau in Zeitz umfasssen.

Zum Projektmodul können vorab motivierte und gerne auch handwerklich erfahrene Studierende zugelassen werden. Hierfür bitten wir um ein kurzes Motivationsschreiben bis zum 22.03.2026 an Julius Tischler. [julius.tischler@uni-weimar.de]

Bitte ebenfalls für das dazugehörige Begleitseminar “ Hands On” anmelden.

Hands On
Seminar | Master Architektur | 4 SWS | Veranstaltungsnummer 126124202

Jun.-Prof. Dipl.-Ing. Tim Simon-Meyer, Dipl.-Ing. Luise Leon Elbern, Julius Tischler M.Sc. (KEE)

Das Seminar wird im Rahmen des DesignBuild-Projektes "Versuchsgut Dornburg” angeboten.  Wir werden uns experimentell mit Materialien und Baustoffen beschäftigen, die für eine nachhaltige Transformation im Bestand geeignet sind. Dabei wird ein besonderer Fokus auf  Hybridkonstruktionen aus wiederverwendeten Materialien und biobasierten Baustoffen liegen sowie Möglichkeiten thermischer Optimierung im Bestand. Diese Themen  werden aus einer gestalterischen und konstruktiven Perspektive behandelt, ohne dabei bauphysikalische Anforderungen außer Acht zu lassen.

In einer Abfolge aus analytischer Betrachtung und konkreten Materialexperimenten sollen Rohstoffe, Materialien und Bauteile sowohl physisch als auch sinnlich erkundet sowie mögliche Fügungen erprobt werden. Gemeinsam werden daraus drei Mock-Ups als Prototypen für Wand, Boden und Decke entwickelt und gebaut. Diese dienen zur Überprüfung der zuvor entwickelten Ideen und als Vorbereitung auf die Bauphase in Dornburg, die im Juni die Fortführung des Seminars auf der Baustelle darstellt.

Wir verstehen das Seminar als einen Experimentierraum, der die Möglichkeit bietet, Inhalte aus dem Projektmodul zu vertiefen und im 1:1 zu erproben. Dadurch streben wir eine offene, experimentelle  und kollektive Generierung von neuen Erkenntnissen und Wissen an. 

Die Bereitschaft zur täglichen Anwesenheit während des Bauworkshops ist Voraussetzung für die Teilnahme. Das Seminar richtet sich zunächst an die Teilnehmenden des Hauptprojekts, darüber hinaus können sich motivierte und handwerklich interessierte Studierende bewerben. Bauliche oder handwerkliche Vorkenntnisse sind willkommen, aber nicht erforderlich.

Das Seminar findet als Kooperation mit FRUGAL BAUEN statt.

Reflection-in-Action
Seminar | Master Architektur | 2 SWS | Veranstaltungsnummer 126124203

Jun.-Prof. Dipl.-Ing. Tim Simon-Meyer, Dipl.-Ing. Luise Leon Elbern, Julius Tischler M.Sc. (KEE)

Das Seminar fokussiert eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Projekt „Versuchsgut Dornburg“ mit Hilfe unterschiedlicher Formen der Dokumentation, Reflexion und Publikation. Im Rahmen des laufenden Entwurfs- und Bauprozesses führen wir simultan eine kritische Analyse der Prozesse und Artefakte durch. Diese sollen nicht nur die entstandenen Ergebnisse sichtbar machen, sondern ebenso die zugrunde liegenden Beziehungen, Praktiken, Erkenntnisse sowie die relevanten architektonischen Diskurse. Wir verfolgen damit einen entwurfsbasierten Forschungsansatz und verstehen den architektonischen Entwurf als “epistemisches Artefakt”, das nicht nur etwas darstellt, sondern ebenso Wissen beinhaltet und erzeugt. Dieses oft implizite Wissen gilt es mit Hilfe geeigneter Methoden herauszuarbeiten und sichtbar zu machen.

Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, inwiefern Materialrestriktionen, materialspezifisches Entwerfen und Konstruieren, interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie kollaborative Gruppendynamiken zu nachhaltigeren Bauweisen beitragen können und ob sie Impulse zur Entwicklung spezifischer architektonischer Ausdrucksformen geben können.

Das Seminar richtet sich vorrangig an die Teilnehmenden des Entwurfs- und Bauprojekts, steht jedoch auch Studierenden aus anderen Projekten oder Fachbereichen offen. Die Seminararbeit erfolgt in Blockveranstaltungen, die als Workshops durchgeführt werden.

Regelmäßige Beiträge aus Praxis, Forschung und Lehre werden die Diskussionen bereichern.