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News & Projects
City of Gera: The Future of Places Lab in Thuringia
Mit dem 'Place Lab Gera' lehrt Meg Walker (New York, USA) zum WiSe 2019/20 als DAAD-Gastdozentur zu Methoden des „Placemaking“ am bauhaus.ifex
Öffentliche Räume und Plätze im Kontext von Geras Stadtgefüge zu untersuchen, war Ziel eines “Place Labs” von Studierenden der Bauhaus-Universität, welches im Winter 2019/20 stattfand. Ermöglicht wurde das Place Lab mit Meg Walker aus New York (Project for Public Spaces / Pratt Institute) durch die DAAD Gastdozentur für “Placemaking”, die Philippe Schmidt initiiert hatte.
Die Wahl zur praktischen Umsetzung eines Place Labs und dessen vertiefte Bearbeitung fiel aufgrund der Lage und der sympathischen Maßstäblichkeit auf den Zschochernplatz in Gera. Die IBA Thüringen war hierbei unterstützend tätig. Die Studierenden stellten für den Zschochern vielfältige Potenziale für einen attraktiven und lebendigen Raum fest: als vielseitiger Aufenthaltsort für Nachbarn, die ihn bereits nutzen; einladend für Neuankömmlinge und Besucher; als Knotenpunkt für diejenigen, die ihn auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkauf in der Innenstadt durchqueren.
Der Zschochernplatz verbindet mehrere wichtige Straßen in der Innenstadt. Im Westen ist der Platz mit der Sorge verbunden, der einst stark frequentierten zentralen Geschäftsstraße mit einer hohen Dichte von Einzelhändlern und gastronomischen Angeboten, die direkt an die Geraer Altstadt, das Einkaufszentrum in der Heinrichstraße und an die “Neue Mitte” angebunden ist, wo zukünftig im Rahmen eines IBA-Projekts ein Nutzungsmix aus Wohnen und Arbeiten geplant ist.
In Verbindung zur “Neuen Mitte” kann der Zschochern mit seinem ganz eigenen Quartierscharakter städtebaulich gesehen einen wichtigen Pol und Abschluss der Einkaufsstraße Sorge bilden. Gleichzeitig nimmt er für das Zentrum die Rolle eines städtebaulichen Gelenks als Übergang vom Steinweg zur Leipziger Straße und den anschließenden Wohngebieten ein. Zwei Straßenbahnhaltestellen befinden sich vom Platz aus in nicht mal 200 Metern Entfernung: die eine nördlich in der Leipziger Straße , die andere nach Westen ‘Hinter der Mauer’ gelegen. Im Osten ist der Platz mit der Zschochernstraße verbunden, einer typischen Wohnstraße, teils mit Gewerbe im Erdgeschoß. Mit einer Größe von rund 2.000 m² bietet der Zschochern viel Platz für unterschiedlichste Aktivitäten, bleibt aber trotzdem überschaubar und kann mit einem Blick erfasst werden ‒ ein wichtiges Grundkriterium für einen funktionierenden Platz.
Was wünschen
Sie sich für den
Zschochernplatz?
Neben ihrer eigenen Analyse befragten die Studierenden des “Place Lab Gera" an den Standorten Johannisplatz, Zschochernplatz und am Markt Bürger*innen zu ihren Bedürfnissen und Vorstellungen zum Zschochernplatz. Darüber hinaus wurden Passanten zu ihren Lieblingsplätzen in Gera befragt. Sie bewerteten vorhandene Spiel- und Sitzmöglichkeiten oder die Begrünung der Plätze. Für den Zschochernplatz wurden Ideen und Wünsche gesammelt und in Clustern zusammengefasst. Die Vorschläge decken vor allem die Bereiche Einzelhandel & Gastronomie, öffentlicher Raum, Mobilität, Gebäude und weitere Ideen ab.
Auf Grundlage einer im Rahmen des “Place Lab Gera” durchgeführten Analyse, der Befragung von Bürger*innen und Beobachtungen wurden potentielle Nutzer*innengruppen identifiziert. Dabei soll auch die Nutzung zu unter schiedlichen Tageszeiten berücksichtigt werden. Senioren stellen hierbei in Gera eine wichtige Gruppe dar. Für die ältere Generation wäre der Zschochernplatz ein idealer Ort um sowohl das städtische Treiben zu beobachten als auch Momente des Verweilens und des Rückzuges zu genießen aber auch die Zeit aktiv mit den Enkeln zu verbringen. An unterschiedlichen Stellen könnten hierfür in Zukunft am Zschochern entsprechende Bereiche mit Sitzmöglichkeiten ausgestattet werden.
In der Befragung äußerten junge Familien den Wunsch nach einem sicheren und kinderfreundlichen Wohnumfeld. Spielplätze und Angebote, wo sie andere Familien treffen und vielleicht auch an wechselnden Freizeitaktivitäten teilhaben könnten, würden dem Zschochernplatz einen eigenen Quartierscharakter verleihen. Die Anwohner*innen sollten dabei bewusst integriert werden. Der Platz kann in seinen Qualitäten so ausgebildet werden, dass für Einkäufer ein ansprechender Abschluss der Einkaufsmeile Sorge entsteht und das umgebende Wohnquartier gleichzeitig urbane Qualitäten erfährt. Der Zschochern sollte so gestaltet werden, dass er unterschiedlichste Nutzergruppen im “Zschochernkiez” anspricht.
Die Ergebnisse des Place Labs wurden in einer Broschüre zusammengefasst und der Stadt Gera zur weiteren Verwendung überreicht.
Studierende im “Place Lab”
Yuchi Zhu, China
Dilsad Aldág, Türkei
Ping-Yi Hung, Taiwan
Ahalya Gandikota, Indien
Gheyath Mohammed, Irak
Thi Thuy Nguyen, Vietnam
Maya Hörner, Deutschland
Biniyam Getaneh, Äthiopien
Minseo Kim, Republik Korea
Julian Hoffmann, Deutschland
Alicia Sanchez Fonseca, Mexiko
Gabrielly De Souza Lima, Brasilien
Marieliz Morales Vega, Puerto Rico
Ramón Luis Vivanco Ordoñez, Ecuador
Amin Mohammad Bodrul, Bangladesch
Jean Carlos Ocampo Cantillo, Kolumbien
Bardo Fernando Martin Salgado Henriquez, Mexiko
Betreuung:
Meg Walker, DAAD Gastdozentin „Placemaking“
Philippe Schmidt, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Studiengangkoordinator IUUD
Anthea Swart, Tutorin
Für die Unterstützung in Gera danken wir insbesondere:
Volker Tauchert, Ja für Gera e.V.
Konrad Steinbrecht und Thomas Leidel, Stadt Gera
Förderung:
Deutscher Akademischer Austauschdienst DAAD
mit Mitteln des Bundeministerium für Bildung und Forschung

