Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar
Geschwister-Scholl-Straße 8, Raum 208
99423 Weimar
Tel.: +49 (0) 175 / 454 95 88
E-Mail: jana.gunstheimer[at]uni-weimar.de
Jana Gunstheimers Arbeiten beginnen häufig mit einer einfachen Vermutung: Was wäre, wenn eine absurde Behauptung nicht widerlegt, sondern mit größtmöglicher Konsequenz weitergedacht würde?
In ihren Zeichnungen, Installationen, Texten und raumgreifenden Arbeiten entwickelt sie Situationen mit eigener Logik, in denen sich Recherche, Spekulation und Fiktion mit präziser Beobachtung verbinden. Ausgehend von ethnologischen, historischen oder alltäglichen Phänomenen entstehen künstlerische Versuchsanordnungen, die nicht Wirklichkeit abbilden, sondern untersuchen, wie sie hergestellt wird. Im Zentrum stehen die Mechanismen, durch die Erzählungen, Bilder, Rituale oder institutionelle Zusammenhänge Autorität gewinnen und gesellschaftliche Wirklichkeiten hervorbringen. Humor, Irritation und die bewusste Überlagerung unterschiedlicher Realitätsebenen sind dabei ebenso zentrale künstlerische Mittel wie konzeptuelle Präzision und formale Genauigkeit.
Diese Haltung prägt auch ihre Lehre. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eigenständiger künstlerischer Positionen, die sich aus einer Fragestellung heraus entfalten und nicht aus der Bindung an ein bestimmtes Medium. Zeichnung und Malerei bilden dabei Ausgangspunkte für offene Arbeitsprozesse, die selbstverständlich installative, performative, räumliche oder öffentliche Formate einschließen. Das Atelier versteht sie als Ort des gemeinsamen Denkens, Experimentierens und Forschens, an dem individuelle Praxis und kollektive Arbeitsformen gleichermaßen ihren Platz haben. Mit dem von ihr initiierten IRRE@bauhaus – Institut für regionale Realitätsexperimente erweitert sie die Lehre seit einigen Jahren konsequent in den öffentlichen Raum und entwickelt gemeinsam mit Studierenden künstlerische Formate an der Schnittstelle von Kunst, Gesellschaft und Institution.
Jana Gunstheimer studierte Ethnologie und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig sowie Malerei und Grafik an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Nach einer Gastprofessur für Zeichnung und Installation an der HBK Braunschweig wurde sie 2016 an die Bauhaus-Universität Weimar berufen.
Ihre Arbeiten wurden international in Museen, Kunsthallen und Galerien gezeigt, unter anderem im Art Institute of Chicago, im Museum Morsbroich, im GEM Den Haag, im Centre Pompidou, der Albertina Wien, dem Museum Folkwang sowie zuletzt im Rahmen des Purple Path der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz.
Für ihr Werk erhielt Jana Gunstheimer zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, darunter das Villa-Massimo-Stipendium der Bundesrepublik Deutschland, den Walter-Dexel-Preis, den Falkenrot-Preis
Ihre Arbeiten befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, darunter das Centre Pompidou in Paris, das Art Institute of Chicago, die Kunstsammlung der Bundesrepublik Deutschland, das Museum Folkwang Essen, das Museum Kunstpalast Düsseldorf, das Tel Aviv Museum of Art, das Seattle Art Museum sowie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Begleitend zu ihrer künstlerischen Arbeit erscheinen regelmäßig Künstlerbücher und Ausstellungskataloge.
Regionale Realitätsexperimente, Zeichnung als Denkform, Wirklichkeitskonstruktionen, Künstlerische Erzählstrategien, Räumliche Erzählungen, Künstlerische Raumkonzepte, Textile Praktiken, Transformation handwerklicher Verfahren, Materialkulturen, Humor und Absurdität als künstlerische Strategie, Kollektive Imagination, Kunst und Öffentlichkeit, Möglichkeitsräume
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