Leila Keivan, Absolventin des Studiengangs »Public Art and New Artistic Strategies« an der Fakultät Kunst und Gestaltung, hat eines der Thüringer Landesstipendien für Bildende Kunst erhalten. Das mit 10.000 Euro dotierte Stipendium ermöglicht ihr, ein künstlerisches Forschungsprojekt zu Heimat, Erinnerung und Zugehörigkeit umzusetzen.
Ausgangspunkt ihres Projekts ist die Frage, wie Menschen Heimat erleben, wenn vertraute gesellschaftliche Strukturen verschwinden oder sich verändern. Dafür plant sie Gespräche mit Angehörigen der sogenannten zweiten DDR-Generation und mit Migrant*innen, die heute in Thüringen leben. Die im Iran geborene Künstlerin sieht zwischen beiden Gruppen Parallelen: »Auf den ersten Blick scheinen diese beiden Gruppen mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten zu haben«, erklärt sie. Doch beide teilen ihrer Ansicht nach Erfahrungen von Verlust und Entfremdung und fühlen sich oft an den Rand der Gesellschaft gedrängt.
Im Mittelpunkt des Projekts steht ein Archiv aus Gesprächen, Erinnerungen und persönlichen Perspektiven. Mit künstlerischen Methoden will Keivan diese Erfahrungen sichtbar machen und Räume für Austausch eröffnen. Adina Rösch, Direktorin des Museums Lyonel Feininger in Quedlinburg und Mitglied der Auswahljury, lobt das Vorhaben: »Die Arbeit macht sichtbar, wie Geschichte im Alltag fortlebt, wie Zugehörigkeit verhandelt wird und wie Kunst zu einem Ort werden kann, an dem komplexe Erfahrungen ernst genommen werden.«
Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Steffen Teichert betonte bei der Übergabe der Urkunden: »Mit den Landesstipendien […] wollen wir Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit geben, konzentriert zu arbeiten, neue Ideen zu erproben und künstlerische Vorhaben umzusetzen. […] Gerade in einem zunehmend ökonomisch geprägten Kulturbetrieb ist es auch eine Aufgabe der Kulturpolitik, unabhängige künstlerische Positionen zu stärken und ihnen die nötigen Freiräume zu sichern.«
Das zweite Landesstipendium erhält die Künstlerin Bettina Schünemann. In ihrem Projekt greift sie die Geschichte Gothas als Zentrum der Kartographie und Geographie auf und verbindet digitale Satellitenbilder mit analogen künstlerischen Verfahren. So untersucht sie, wie Bilder unsere Orientierung prägen und beeinflussen, wie wir die Welt wahrnehmen.
Die Thüringer Landesstipendien für Bildende Kunst werden von der Kulturstiftung Thüringen und der SV SparkassenVersicherung gemeinsam vergeben.
Zahlreiche Arbeitsstipendien erhielten außerdem Alumni der Bauhaus-Universität Weimar, darunter Natalia Castillo Rincón, Tim Helbig, Paloma Joana Llambías Ottone, Till Röttjer und Florian Wehking.
Weiterführende Infos finden Sie unter www.thueringer-landesstipendien.de
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