»Programmable Textiles«: Textil wird unter Spannung partiell mittels 3D-Druck verstärkt und verformt sich dann in einer bestimmten Weise.
»Programmable Textiles«: Textil wird unter Spannung partiell mittels 3D-Druck verstärkt und verformt sich dann in einer bestimmten Weise.
Ronny Haberer punktete in der Kategorie »FashionTech«. (Foto: Igor Miske)
Ronny Haberer punktete in der Kategorie »FashionTech«. (Foto: Igor Miske)
Erstellt: 23. Juni 2017

Zwei Arbeiten der Bauhaus-Universität Weimar bei 3D Pioneers Challenge in Erfurt prämiert

Im Rahmen des Internationalen Design-Wettbewerbs für additive Fertigungsverfahren »3D Pioneers Challenge« (3DPC) in Erfurt wurden am Dienstag, 20. Juni 2017, zwei Projekte aus dem Umfeld der Fakultät Kunst und Gestaltung ausgezeichnet. Ronny Haberer, Produkt-Design-Student, Patrick Bösch, ehemaliger Künstlerischer Mitarbeiter, und Niklas Hamann, ebenfalls Lehrender im Produkt-Design, konnten sich erfolgreich gegen ihre Mitbewerber durchsetzen.

In der Kategorie »FashionTech« punkteten Ronny Haberer und Patrick Bösch mit Ihrem Projekt »Programmable Textiles«. Die Grundlage ihrer Idee ist es, ein Textil unter Spannung zu setzen und es dann partiell mittels 3D-Druck zu verstärken. Löst man die Spannung anschließend, zieht sich das Textil in einer bestimmten Form zusammen. Haberer und Bösch haben eine Software entwickelt, die das Verformungsergebnis simuliert. Damit werden zeitraubende und Material verschwendende Probedrucke hinfällig.

Mit der Software können sowohl kleine Filme der sich verformenden Textilien gerendert als auch die nötigen Druckdaten erstellt werden. Die Druck-Simulation kann interessierten aber bisher unerfahrenen Nutzern den Einstieg in das Thema erleichtern. »Ich freue mich, dass ich an der Bauhaus-Universität Weimar die Möglichkeit habe, mich mit aktuellen Themen, wie der parametrisierten additiven Fertigung auseinanderzusetzen. Durch den Wettbewerb ist es möglich, unser Ergebnis einem internationalen Fachpublikum vorzustellen«, so Haberer über seinen Erfolg. Programmable Textiles entstand im gleichnamigen Fachkurs, der von Patrick Bösch betreut wurde.

Die Handgelenksorthese »RIG3D« kann individuell auf den Patienten angepasst werden.
Die Handgelenksorthese »RIG3D« kann individuell auf den Patienten angepasst werden.
Portrait von Niklas Hamann: Niklas Hamann wurde in der Kategorie »MedTech« ausgezeichnet.
Niklas Hamann wurde in der Kategorie »MedTech« ausgezeichnet.

Niklas Hamann, Künstlerischer Mitarbeiter an der Professur Industriedesign, setzte sich in der Kategorie »MedTech« mit seiner Handgelenksorthese »RIG3D« durch. Diese kann ebenfalls im 3D-Druckverfahren gefertigt und individuell an den jeweiligen Patienten angepasst werden. Neben anatomischen Modifizierungen ermöglicht das Konzept auch, dass der Mediziner seine Erfahrungen und sein Fachwissen einbringen und die Geometrie der Orthese verändern kann, ohne ein Experte in Sachen 3D-Druck zu sein.

»Ich kann jeden Studierenden nur ermutigen, sich an Formaten wie der 3D Pioneers Challenge zu beteiligen. Was wir Designer an Universitäten und Hochschulen entwickeln, ist zukunftsweisend und kann guten Gewissens nach außen getragen werden«, so Niklas Hamann über den Wettbewerb. »RIG3D« entstand als Masterarbeit an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden und wurde von Prof. Elke Mathiebe und Prof. Bernd Neander betreut.

Die 3D Pioneers Challenge richtet sich an Gestalter, die mit 3D-Druck Neuland beschreiten. Die diesjährigen Gewinner wurden aus zahlreichen, hochkarätigen Einreichungen aus über 13 Ländern in einem mehrstufigen Juryverfahren ausgewählt.