Der Imbiss florierte von Anfang an.
Der Imbiss florierte von Anfang an.
Ein besonders begehrter »Service«: das Aufladen der Handys
Ein besonders begehrter »Service«: das Aufladen der Handys
Täglich kommen neue potentielle Kunden an.
Täglich kommen neue potentielle Kunden an.
Christoph Eder hat seinen Bachelor- und Masterabschluss in Medienkunst/Medienggestaltung bereits absolviert. (Foto: Marcus Glahn)
Christoph Eder hat seinen Bachelor- und Masterabschluss in Medienkunst/Medienggestaltung bereits absolviert. (Foto: Marcus Glahn)
Jonas Eisenschmidt studiert Medienkunst/Mediengestaltung an der Fakultät Kunst und Gestaltung. (Foto: Tobias Schütze)
Jonas Eisenschmidt studiert Medienkunst/Mediengestaltung an der Fakultät Kunst und Gestaltung. (Foto: Tobias Schütze)
Erstellt: 22. Juni 2017

Medienkünstler beim »Internationalen KurzFilmFestival Hamburg« (IKFF) ausgezeichnet

Für ihren dreizehnminütigen Dokumentarfilm »Imbiss« sind Christoph Eder und Jonas Eisenschmidt aus dem Studiengang Medienkunst / Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar im deutschen Wettbewerb des 33. IKFF ausgezeichnet worden. Im Zentrum ihres Filmes steht einer der überfüllten Ankunftsorte für Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos.

Die Dokumentation »Imbiss« erzählt von einer griechischen Familie, die auf der Insel Lesbos einen florierenden Kiosk betreibt. Ihre einzigen Kunden: gerade angekommene Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten des mittleren Ostens. Zufällig entdeckten die beiden Filmemacher den Imbiss als sie im Sommer 2015 auf die Insel Lesbos reisten, um sich ein Bild der aktuellen Lage zu machen. »Wir wollten der monotonen Berichterstattung in den deutschen Medien etwas entgegensetzen und entschieden uns, das Geschehen am Imbiss-Stand aufzunehmen«, so Eder und Eisenschmidt über ihre Motivation.

Die Dokumentation zeigt den Alltag am Imbiss. Hier kontrastiert die Dankbarkeit der Flüchtlinge für den »Service« auf der einen Seite mit der Geschäftstüchtigkeit der griechischen Betreiber auf der anderen Seite. So wird eine der wichtigsten, zunächst kostenlosen Dienstleistungen, nämlich das Aufladen der Handys, immer teurer. Gleichzeitig überlassen die Filmemacher dem Betrachter die Wertung des Gesehenen: kein Sprecher aus dem Off, lediglich sporadisch eingeblendete Untertitel mit Übersetzungen der Dialoge begleiten die Bilder.

»Durch seine erzählerischen und formalen Mittel gelingt es [dem Film], eben genau nicht in die Falle einer aufgezwungenen Political Correctness zu tappen. Die Objektivität, mit der die Thematik beleuchtet wurde, hat uns stark beeindruckt«, so die Jurymitglieder Willehad Eilers, Felix Grimm, Fei Zhou in ihrer Begründung. »Die Bilder, die wir vor allem sehr wundervoll fließend und dynamisch montiert finden, zeigen eindrücklich, dass der Ausnahmezustand auf Lesbos längst zum europäischen Alltag geworden ist. Hieraus formiert sich eine Parabel, in der Moral und ethische Grundsätze in einem kleinen Vorstellungsbereich auf überzeugende Art und Weise begreifbar gemacht werden.«

Insgesamt verzeichnete das IKFF 800 Einreichungen, von denen 24 Filme im Programm liefen. Den ersten Platz und das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro teilen sich Christoph Eder und Jonas Eisenschmidt mit Jochen Kuhn, der für seine Produktion »Zentralmuseum« ebenfalls ausgezeichnet wurde.

»Imbiss« entstand im Rahmen des Projektmoduls »Short Cuts«, betreut von Wolfgang Kissel, Professor für Medien-Ereignisse. Christoph Eder hat sowohl den Bachelor als auch den Master bereits abgeschlossen.

Weitere Infos finden Sie unter festival.shortfilm.com

Eckdaten »Imbiss«

Genre: Dokumentarfilm
Länge: 13:11 min.
Produktionsjahr: 2016
Drehformat: HD
Vorführformat: DCP, Blu-Ray
Bildseitenverhältnis: 16:9
Sprachen: Griechisch, Englisch, Arabisch

Regie, Kamera, Schnitt: Christoph Eder & Jonas Eisenschmidt
Color Grading: Alexander Graeff
Sounddesign: Johann Niegl
Mischung: Ludwig Müller
Übersetzung: Erato Arampatzi

Für Rückfragen steht Ihnen gern Romy Weinhold, Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an der Fakultät Kunst und Gestaltung, telefonisch unter +49 / 36 43 / 58 11 86 oder per E-Mail an romy.weinhold@uni-weimar.de zur Verfügung.