Warenhäuser als Impulsgeber einer nachhaltigen Innenstadtentwicklung
Systematik und Leitfaden für die Kategorisierung von Warenhäusern in Klein-, Mittel und kleineren Großstädten als strategische Bausteine von innenstädtischen Transformationsprozessen
Die Transformation von Warenhäusern ist eine wichtige Aufgabe der Innenstadtentwicklung, besonders für Städte abseits der Metropolen. Neue Schließungswellen stellen die Funktionalität von Warenhäusern als Ankerprogramme einer lebendigen Mitte infrage. Ihre Umnutzung birgt das Potenzial, neue Funktionsbausteine im Stadtgefüge auszubilden und die Attraktivität innerstädtischer Quartiere langfristig zu sichern. Bedrohte Warenhäuser sollten daher nicht länger als isolierte Einzelimmobilien betrachtet werden, sondern als strategisches Element einer integrierten und nachhaltigen Innenstadtentwicklung
Diversifizierte Nutzungsprogramme schöpfen die Standortvorteile von innenstädtischen Lagen aus, sprechen Raumbedarfe, auch neuer Nutzergruppen an und sichern ihre Aufenthaltsqualität und Zentrenfunktion. Dieses Potenzial wird bislang kaum genutzt: Eine Auswertung abgeschlossener Transformationsvorhaben zeigt, dass zwar für fast alle geschlossenen Warenhäuser eine Nachnutzung gefunden werden konnte. Doch häufig tragen die Projekte nur bedingt zur funktionalen Diversifizierung der Innenstädte bei und setzen kaum neue Impulse für die Belebung. Umnutzungsvorhaben sollten daher auf Basis des kurz- und langfristigen Transformationspotenzials der Gebäude und standortspezifischen Bedarfen der Innenstädte konzipiert werden.
Es bedarf einer systematischen Erforschung der Wechselwirkungen zwischen dem städtischen Gefüge als Rahmen und dem Warenhaus, seinem Nutzungsprogramm und spezifischen Lageeigenschaften als Faktor. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer Systematik zur Kategorisierung von Warenhäusern in Klein-, Mittel und kleineren Großstädten sowie die Erstellung eines Leitfadens mit Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger aus Politik, Planung und Immobilienwirtschaft. Kontextbedingungen werden in die Wissensbasis integriert und damit die Grundlage für die fallspezifische Diskussion möglicher Impulswirkungen auf ihre städtische Umgebung verbessert.
Forschungsprojekt mit der Technischen Universität München (Lehrstuhl für nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land, Prof.Mark Michaeli) und der Leibniz Universität Hannover (Lehrstuhl Stadt- und Raumentwicklung, Prof. Tim Rieniets), gefördert vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen aus Mitteln der Zukunft Bau Forschungsförderung.