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Erstellt: 01. Dezember 2009

Wand virtuell und aktuell

Thema des einführenden Projektmoduls im WS 09/10 ist die Betrachtung der Wand als Gegenstand und Medium der Architektur. Das Modul setzt sich aus drei Teilen zusammen.

1. Projektmodul “Die Wand als Medium”
Wintersemester 2009/2010

 

Thema des einführenden Projektmoduls im WS 09/10 ist die Betrachtung der Wand als Gegenstand und Medium der Architektur. Das Modul setzt sich aus drei Teilen zusammen.
Der Archetypus Wand ist neben anderen Elementen der Architektur, wie Boden, Decke, Fenster oder Tür eine mögliche Form der Grenzziehung und Einheit der Differenz zwischen Innen- und Außenraum, Davor und Dahinter, Drinnen und Draußen.
Die Wand trennt oder verbindet zwei Welten, wird aber in der Regel nur aus einer der beiden wahrgenommen. Sie kann aus unterschiedlichen Positionen heraus unterschiedlich beobachtbar und deutbar werden.

Die architektonische Wand zeichnet sich sowohl durch physische als auch durch virtuelle Möglichkeiten aus. Die Ausrichtung, physische Beschaffenheit und Gestaltung der Wand lenkt die Wahrnehmung, Bewegung und Handlung und steuert die Ausbreitung von Licht, Luft und Schall. Die Wand in ihrer physischen Dimension mit unterschiedlicher Durchlässigkeit und Transparenz kann dem eigenen Lastverlauf genügen und zudem davon künden.
Die Oberfläche der Wand kann Träger für Zeichen- und Bildsysteme sein zur Kommunikation künstlicher Welten der Architektur. Die physische Wand erfährt eine virtuelle Erweiterung und Entgrenzung für die Wahrnehmung durch den Einsatz analoger oder digitaler Medien. Die Interaktion und Kommunikation zwischen architektonischen Räumen und den darin befindlichen Personen, hat sich mit Blick auf ein durch die neuen Medien gewandeltes räumlich unbegrenztes und zeitlich allgegenwärtiges Raumangebot verändert. Neue digitale Wände sind durch das Internet hinzugekommen und fungieren als Interface zwischen entfernten Orten. Die Frage der Zugangsbedingungen, Interaktionsmöglichkeiten aber auch die Schutz- und Beschränkungsbedürfnisse der an einer solchen erweiterten Kommunikation im virtuellen Raum teilnehmenden Personen muss neu bedacht werden. Die Interaktive Wand kann als Bildschirm zwischen aktuellen und virtuellen Welten vermitteln und eine Arbeitsfläche für Teams bilden.

 

Teilmodul 1.1 setzt den Schwerpunkt auf die Betrachtung von Tür und Tor als architektonische Elemente, die die Differenz zwischen Außen und Innen prozessieren. Stadttore und Torhüter entschieden früher einmal über Zugang und Nicht-Zugang, Gesetz und Wildnis. Türen bargen den Zugang zum Verbotenen oder zum Geheimnis. Heute problematisieren, verschieben, temporalisieren und themati-sieren Eingangsbereiche, Schranken, Drehtüren und Passagen die Basisdifferenz zwischen Innen und Außen. Auch die Funktionen von Tür und Tor werden ambivalent und vermischen sich zusehends.
Teilmodul 1.2 betrachtet Tür und Tor primär als die ursprünglichsten interaktiven Werkzeuge für das physische und gleichzeitig virtuelle Eintreten in andere Wirklichkeiten der Kommunikation. Sie adres-sieren, locken oder verweigern. Torwart oder Türsteher qualifizieren die Situation.
In Teilmodul 1.3 (Gebiet der CSCW) wird schwerpunktmäßig die Vermittlung der Gestaltung, Imple-mentierung und Evaluierung von technologischen Konzepten, Prototypen und Systemen zur Unter-stützung sozialer Interaktion untersucht. Dabei wird es um die Frage des Zutritts sowie des Ein- und Aussperrens im physischen und im virtuellen Raum gehen.
Die Ergebnisse werden mit analogen Modellen und digitaler Darstellung präsentiert. Zum Einsatz kommen Visualisierungstechnologien, die auf Cubic VR basieren, Cinema 4D oder auch die 3D-Werkzeuge in Second Life, etc.