Sommersemester 2014

Bachelor Urbanistik

Vorlesung: Planungsinstrumente / Formelle und informelle Beteiligungsverfahren

2. Fachsemester | Barbara Schönig | 2 SWS, 3 ECTS
Mi. 11:00 - 12:30 Uhr | Beginn: 09.04.2014

Instrumente und Verfahren sind ein Schlüssel für die Erarbeitung, aber vor allem für die Umsetzung von Planungsvorstellungen in die baulich-räumliche Wirklichkeit der Kommune oder Region. In der Vorlesung wird ein Überblick über Instrumente und Verfahren der Stadt- und Regionalplanung sowie deren historische Entwicklung gegeben. Insbesondere werden politische und verwaltungsorganisatorische Aspekte von Planungsaufgaben umrissen. Es werden sowohl die formellen wie auch die informellen Instrumente und Verfahren vorgestellt und an konkreten Beispielen vertieft. Die Vorlesung weckt Sensibilität für direkte und indirekte Formen planerischen Handelns. Sie vermittelt ferner, wie unterschiedlich Instrumente und Verfahren der Stadt- und Regionalplanung formalisiert sind, wie sehr deren Verbindlichkeit variiert und wie unterschiedlich auch deren Zeithorizont sein kann.

Vorlesung: Besonderes Städtebaurecht

4. Fachsemester | Olaf Langlotz | 2 SWS, 3 ECTS
Do. nn | Beginn: 01.04.2014

Die Vorlesung dient der Einführung in das Recht der Stadterneuerung, insbesondere nach Baugesetzbuch (BauGB) und Verwaltungsvereinbarung zur Städtebauförderung.

Planungsprojekt: Berlin-Hellersdorf – Öffentliche Raumkultur

7. Fachsemester | Arvid Krüger | 8 SWS, 12 ECTS
Di 09:15 – 16:45 Uhr | Beginn: 22.04.2014

Studienprojekte im 1. Studienjahr der Urbanistik dienen dem Zweck, den Studierenden einen umfassenden und praxisnahmen Einblick in Planungsprozesse zu geben. Dafür wird sich in den Projekten mit einem konkreten Planungsgegenstand auseinandergesetzt und es werden „realistische“ Entwürfe und Konzepte durch die Studierenden erstellt. Dabei wird das Wintersemester für ein Thüringer Beispiel genutzt, das Sommersemester widmet sich dann einer Metropolenregion.

Das Fallbeispiel der Berliner Großsiedlung Marzahn-Hellersdorf erfüllt dabei seinen Zweck in der Lehre auf drei Ebenen:
1. Großsiedlungen als typische Wohnform von Großstädten (ein von mehreren sich wiederholenden Themen in der Lehre) sowie als ein Beispiel für Bestandsentwicklung / Stadterneuerung,
2. Metropolregion Berlin-Brandenburg (sich mit anderen Regionen abwechselnd in der Lehre),
3. vertiefendes Thema möglich: Kultur und Öffentlicher Raum.

Die ersten beiden Ebenen sind „Brot-und-Butter-“Geschäft in der universitären Lehre, Ziel ist es hier primär, den Studierenden Wissen anwendungsorientiert zu vermitteln. Die dritte Ebene dagegen soll zu konkreten Entwürfen bzw. Konzepten führen, welche in einem intensiven Dialog mit Vor-Ort-Akteuren entstehen sollen.
Kultur als Motor der Stadtentwicklung bezieht sich generell auf die Diskurse zur sogenannten „Kreativen Klasse“ bzw. den in diesem Sektor arbeitenden Menschen, welche dadurch sowohl das Image einer Stadt(region) prägen können, aber auch konkrete Stadtentwicklungsprozesse auslösen. Berlin gilt als geprägt von solchen Prozessen, aber diese Fragestellung wird an dem Beispiel Marzahn-Hellersdorf gebrochen, da es sich nicht um einen bevorzugten Ort der „Kreativen“ habdelt. Gleichzeitig weist Marzahn-Hellersdorf einen interessanten Aspekt von Stadtentwicklung durch Kultur auf: in der Großsiedlung entstanden städtebaulich herausragende Infrastrukturen für Kultur, deren Pflege die Aufgabe der lokalen Akteure ist. Als spannende Frage schält sich die Möglichkeit eines Links zwischen Beidem heraus.

Lokale Kultur entsteht durch spannungsreiche Begegnung in der Nachbarschaft, insbesondere im öffentlichen Raum. Gleichzeitig ist in Marzahn-Hellersdorf eine Nutzung der öffentlichen Räume deutlich spärlicher ausgeprägt als in der Innenstadt; zudem hat Hellersdorf in letzter Zeit eher Negativschlagzeilen im Zusammenhang mit dem öffentlichen Raum: die Demos und Gegendemos vor dem Erstaufnahmeheim, städtebaulich eine Manifestation von bestimmten Vorstellungen von Nachbarschaft – vorsichtig formuliert. Auch im Bereich Kunst & Kultur geriet Hellersdorf in die Schlagzeilen, ob Aktkunst in der Volkshochschule ausgestellt sein soll oder nicht.

Das sind mögliche Anlässe/Gelegenheiten, sich Gedanken um eine kulturbezogene Nutzung des öffentlichen Raums zu machen und zu überlegen, ob und wie städtebauliche Interventionen bzw. funktionell-infrastrukturbezogene Veränderungen zu einer positive Entwicklung der Großsiedlung Beiträge leisten können.

Seminar: Planungssteuerung

Planungssteuerung 1
Planungssteuerung 2

Im Zentrum des Seminars „Planungssteuerung“ steht die Frage, inwieweit räumliche Entwicklung angesichts konfligierender gesellschaftlicher Interessen und der hohen Komplexität planerischer Aufgaben mit den gegebenen Instrumenten, Methoden und Verfahren der Stadtplanung gesteuert werden kann und soll. Berücksichtigt werden dabei insbesondere die Besonderheiten der verschiedenen Planungsebenen, regionale und nationale Differenzen sowie die Rolle und das Zusammenspiel der unterschiedlichen beteiligten Akteure aus Markt, Zivilgesellschaft und Staat. Besonderes Augenmerk richtet das Seminar dabei auch auf die Rolle der institutionalisierten Stadtplanung sowie der planenden Experten.

Es kann gewählt werden zwischen zwei Seminaren. Bei Ungleichverteilung entscheidet das Los.

Wettbewerb, Beteiligung, Kooperation – Planungsstrategien in europäischen Städten und Stadtregionen

4. Fachsemester | Barbara Schönig | 2 SWS, 3 ECTS
Mo. 09:15 - 10:45 Uhr | Beginn: 07.04.2014


Vor dem Hintergrund planungstheoretischer Literatur untersucht das Seminar anhand von Fallbeispielen Stadtentwicklungsstrategien europäischer Großstädte und Stadtregionen. Diskutiert wird nicht nur, welche planerischen und gesellschaftlichen Ziele mit Stadtentwicklungsstrategien verfolgt werden und wie diese räumlich umgesetzt werden. Wesentlicher Gegenstand des Seminars sind die Planungsverfahren und -instrumente, mit denen sie erarbeitet und konsensfähig gemacht werden sollen, die Rolle unterschiedlicher Akteure in den Verfahren und die Wirkungsmacht, die durch diese Formen der Steuerung von Stadtentwicklung entfaltet werden kann.

Thüringer Planung zwischen Paragraphen, Politik und Partizipation

4. Fachsemester | Achim Schröer | 2 SWS, 3 ECTS
Mi. 11:00 - 12:30 Uhr | Beginn: 09.04.2014


Stadt- und Regionalentwicklung entsteht im Zusammenwirken von mehreren Akteuren, von Politik und Verwaltung, aber auch von Bürgern und Wirtschaft. In den verschiedenen Planungsfeldern haben sich dabei ganz unterschiedliche formelle und informelle Verfahren und Mitwirkungsmöglichkeiten etabliert. Aufbauend auf planungstheoretischen Diskursen sowie der Vorstellung einzelner Akteure soll dieses Zusammenspiel anhand von Thüringer Beispielen analysiert werden.

Seminar: Aktuelle Fragen der Stadt- und Regionalplanung

8. Fachsemester | Barbara Schönig | 4 SWS, 6 ECTS
Di 09:15 – 12:30 Uhr | Beginn: 08.04.2014

Das Seminar gibt einen Überblick über aktuelle fachliche und wissenschaftliche Diskussionen der Stadt- und Regionalplanung und dient zugleich der Auseinandersetzung mit dem Berufsfeld der Stadt- und Regionalplaner im Kontext aktueller Tendenzen der Stadt- und Regionalentwicklung. Den inhaltlichen Schwerpunkt sollen insbesondere wissenschaftliche Themen bilden, die in den Abschlussarbeiten der Studierenden gestreift werden. Das Seminar soll insofern Raum für die vertiefende wissenschaftliche und theoretische Auseinandersetzung mit zentralen Aspekten der eigenen Abschlussarbeit bieten. Im Sinne einer Berufsfelderkundung wird es zudem die Möglichkeit bieten, sich kurz vor Abschluss des Studiums mit den eigenen beruflichen Wünschen und Perspektiven auseinanderzusetzen.