Forschung

Quantitative, psychophysiologische Forschung

Die Usability-Forschungsgruppe verbindet psychophysiologische Forschung mit der Untersuchung von Quality of Experience (QoE) in mediierten Kommunikationsumgebungen – stets mit praxisnahem und nutzerzentriertem Anspruch. Methodisch setzen wir auf einen quantitativen, multimethodalen Ansatz, der behaviorale, subjektive und physiologische Maße systematisch kombiniert, um Erleben und Verhalten in technologischen Kontexten umfassend zu erfassen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Integration physiologischer Daten bei der Gestaltung adaptiver Systeme, die kognitive und affektive Zustände erkennen. Dabei analysieren wir Augenbewegungen, kardiovaskuläre Aktivität, thermoregulatorische Prozesse und biomechanische Reaktionen während kognitiver und affektiver Verarbeitungsprozesse. Zudem untersuchen wir, ob und unter welchen Bedingungen physiologische Aktivitäten durch komplexe kognitive Prozesse aktiv beeinflusst werden können. Die bewusste Regulation autonomer Prozesse könnte nicht nur psychische Gesundheit fördern, sondern auch neue Input-Kanäle in der Mensch-Computer-Interaktion eröffnen und grundlegende Annahmen des Affective Computing in Frage stellen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Quality of Experience in mediierten Kommunikationsformen. Hier erforschen wir mit experimentalpsychologischen Methoden, wie technologische Gestaltungsparameter das Erleben sozialer Interaktion beeinflussen – etwa die Wahrnehmung von Blickkontakt in Videokonferenzen, das Erleben von Telepräsenz bei der Interaktion mit photorealistischen Avataren in XR-Umgebungen oder die Entstehung von Social Presence in unterschiedlichen mediierten Settings. Dabei interessiert uns insbesondere, welche perzeptuellen und affektiven Mechanismen darüber entscheiden, ob technisch vermittelte Kommunikation als authentisch und sozial präsent erlebt wird.