Vertr.-Prof. Dr. Alexander Schwinghammer

Visuelle Kulturen: Medialität der Sichtbarkeit

An der Professur »Geschichte und Theorie der Visuellen Kommunikation« beschäftigen wir uns mit Praktiken und Techniken des Sehens und Sichtbarmachens. Gerade im Bereich der Theoriebildung zu Prozessen medialer Wahrnehmung, Produktion und Reproduktion von Zeichenwelten sowie Wissensvisualisierung in der globalen Medienkultur geht es darum, wissenschaftliche Impulse und kritische Auseinandersetzungen für das Feld der visuellen Kultur zu liefern.

Bei der Arbeit der Professur stehen daher gerade Phänomene des kommunikativen Alltags im Fokus der wissenschaftlichen Arbeit, die medien-, kommunikations- und kunstwissenschaftlich informiert, sowie auf soziokulturelle Verhältnisse orientiert, untersucht werden. Dabei geht es darum, sich mit dem Visuellen produkt-, produktions- beziehungsweise sogar problemorientiert zu beschäftigen.

Im Sinne eines integrativen Ansatzes, der historiographisch informierte Zugänge und theoriebasierte Grundierung zusammenbringt geht es darum, sowohl visuelle Techniken und Praktiken im Verlauf ihrer Durchsetzung bzw. Verstetigung als auch die Ausgriffe, Randbereiche und Umschreibungen bestimmter Bildformeln in den Blick nehmen. Als Beispiele hierfür lassen sich die Auseinandersetzung mit Praktiken persuasiver Medienformen (z.B. Werbung), Darstellungsarten wissenschaftlicher Erkenntnisproduktion (z.B. künstlerische Forschung) oder den jeweils als „neu“ empfundenen Bildtechnologien im Kontext des Dokumentarischen (z.B. Ereignisberichterstattung) nennen.

Das Themenfeld Visuelle Kommunikation erstreckt sich von Alltagsphänomenen wie Graffiti und Comics hin zu Formen künstlerischer und wissenschaftlicher Visualisierungen zwischen Schrift, Bild und Diagrammatik, ihren historischen Bedingungen, ästhetischen Qualitäten und epistemischen Ansprüchen.