Als am 07. Januar dieses Jahres ein islamistisch motiviertes Attentat die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ traf, war erst einmal Schluss mit lustig. Zwei maskierte Täter töteten 11 Personen in den Redaktionsräumen von Charlie Hebdo, verletzten mehrere Anwesende und töteten Polizisten auf der Flucht, bis sie selbst von der Polizei erschossen wurden.  

Warum wird Humor von Kultur zu Kultur anders empfunden? Was sind die formalen Eigenschaften, die Humor ausmachen? Humor ist sehr politisch – und wird oft missverstanden. Was manche Leute lustig finden, ist für andere eine totale Beleidigung. Was sind die Kriterien für Humor? Gibt es einen universellen Humor oder ist er immer bezogen auf einen Kontext? Was passiert mit dem Humor eines spezifischen politischen und sozialen Kontextes im Zeitalter der Globalisierung? Was macht einen Witz witzig? Was ist der Unterschied zwischen Wortwitz und visuellem Humor?

Prof. Michael Lüthy begleitet das Projekt theoretisch. Er schreibt: „Humor und Kunst stehen in einem Spannungsverhältnis zueinander - und beide in einem Spannungsverhältnis zur Öffentlichkeit. Argumente gegen das eine ähneln den Argumenten gegen das andere und machen ex negativo einen gemeinsamen Fluchtpunkt beider sichtbar: Die menschliche Freiheit.“ Der Comedy-Writer Bernd Maile aus Köln spricht im Projekt über seinen Ideenfindungsprozesse und die Grenzen des Darstellbaren. In der theoretischen Arbeit im Rahmen des Projektmoduls erörtern wir die Schnittmengen und Unverträglichkeiten zwischen Humor und Kunst und klären verschiedene Begriffe, bzw. Gattungen des Humoristischen in der Kunst.