Material World

In der zunehmend immateriellen Welt wird die Bedeutung von Material oft nicht mehr wahrgenommen, weil sich das Verhältnis von Oberfläche und Substanz in den letzten Jahrzehnten stark verändert hat. „Heute über Material zu sprechen, heißt, über Oberflächen zu reden“, glaubt Veronika Schöne (Süddeutsche Zeitung, 09.11.2002) und sieht überall Mogelpackungen „…in denen Materialwerte nur zitiert werden (…) der Glaube an die Kraft der Materialien (ist) längst dem schönen Schein gewichen“. Dabei ist und bleibt unser Alltag materiell, wir selbst sind vergängliches Material - und zukünftiger Sondermüll. 

Im Projekt Material World werden wir uns mit dem Wert und der Neudeutung des Materials für die künstlerische Arbeit auseinandersetzen. Wir untersuchen die Bedeutung des Materials, wie es sich verwandelt hat und reflektieren die inhärente Botschaft des Materials in Verbindung mit der eigenen künstlerischen Intention.

Unterstützt werden wir durch die langjährige Forschung von Prof. Monika Wagner (Mitglied der Gründungskommission der Fakultät Gestaltung). In ihrem bekannten Lexikon des künstlerischen Materials. Werkstoffe der modernen Kunst von Abfall bis Zinn stellt sie die Frage, ob Material nur Träger der Idee ist, oder auch Anteil an der Bedeutung eines Kunstwerks hat. Sie analysiert die Botschaften der Materialien durch das Geflecht ihrer historischen Nutzungen und ihrer sozialen wie geschlechtsspezifischen Zuschreibungen.
Im Projekt experimentieren wir weiterhin mit der Kombinatorik von Fundstücken mit neuem Material und deren spezifischen Eigenschaften; Organisches mit von Menschen Geschaffenem; der Körper als Material in Performance; und Material in Verbindung mit den immateriellen Elementen Licht und Sound.    
Einen Überblick über die heute von KünstlerInnen verwendeten Materialien und deren Bedeutungen werden durch studentische Referate geschaffen.