Dünnschlifflabor

Im Herbst 2011 erfolgte die endgültige Einrichtung des Dünnschlifflabors am FIB der Bauhaus Uni Weimar. Die Baustoffproben werden hier auf die übliche Dünnschliffdicke von ca. 25 µm präpariert. Die Präparation kann dabei im Format von 35 mm x 45 mm bzw. 75 mm x 37 mm erfolgen. Mit diesen beiden Größen sind auch heterogene Materialien wie z.B. Betone mit einer ausreichend repräsentativen Fläche für die Dünnschliffmikroskopie zu präparieren. Der schematische Aufbau eines Dünnschliffes sieht dabei folgendermaßen aus:

Schematischer Aufbau eines Dünnschliffes

Ausgehend von einem Rohling wird dieser in einem ersten Schritt unter Vakuum mit einem UV-aktiven Harz getränkt und anschließend auf einem planen Glas fixiert. Dabei werden weitestgehend alle Poren und Risse verfüllt. Die gelbliche Farbe des Harzes ist so gewählt, das diese in der Natur nicht vorkommt. Auf diese Weise können Fehlstellen wie Hohlräume und Risse leicht erkannt werden. Diese Probe wird anschließend auf einer Seite plan geschliffen, und mit einem Kleber auf den Probenträger aus Glas aufgebracht. Das aufgeklebte Klötzchen wird anschließend auf eine resultierende Dicke von ca 500 µm abgesägt. Der restliche Abtrag auf 25 µm erfolgt in mehreren Schleifschritten. Zum Schluß wird das Präparat mit einem Deckglas abgedeckt. Dies wird wie die Probe auch aufgeklebt.
Die Herstellung des Schliffes erfolgt am FIB mit einer Dünnschliffmaschine der Fa. Pelcon, Dänemark. Dieses Gerät geht auf eine Entwicklung aus dem Dänischen Betoninstitut zurück, und wird insbesondere im Baustoffbereich seit mehreren Jahren international erfolgreich eingesetzt.

Dünnschliffmaschine der Fa. Pelcon
Dünnschliffbeispiel im Format 35mm x 45mm

Für weitergehende Untersuchungen zur Mineralphasencharakterisierung in Dünnschliffen steht eine Poliermaschine zur Verfügung. Mit dieser kann die Oberfläche des Dünnschliffes poliert werden statt diese mit einem Deckglas abzudecken. Mit derart präparierten Proben ist eine Analyse des mikroskopisch ausgewählten Bereiches mit der Elektronenstrahlmikroanalyse (EDX oder WDX) möglich. Neben der Identifizierung von (Mineral) Phasen ist so auch deren Charakterisierung möglich.

Poliermaschine der Fa. Pelcon

Die hier gezeigten Geräte wurden vom Freistaat Thüringen mit Mitteln des

Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE)

in der Förderperiode 2007 bis 2013 im Rahmen des Projektes "Anschaffung einer Prüfanlage für Untersuchungen zum Frost- und Frost-Tausalzwiderstand von Baustoffen und einer Gerätekombination zur Herstellung von Dünnschliffen" gefördert. Für diese Unterstützung wird ausdrücklich gedankt.

 


Kontakt

F. A. Finger-Institut für Baustoffkunde
Professur Werkstoffe des Bauens
Dr. rer. nat. Holger Kletti
Arbeitsgruppenleiter Mineralogie
Coudraystr. 11
99421 Weimar

Tel.: +49 (0) 3643/58 46 83
E-Mail: holger.kletti[at]uni-weimar.de