Vogtlandpioniere

V-Act – Netzwerkstatt Vogtland

Im Anschluss an das Projekt „Zukunftsindex Heimat und Baukultur 2025“ konnte ebenfalls im Rahmen des WIR!-Bündnisses „Vogtlandpioniere“ ein durch das MBFTR gefördertes zweijähriges Folgeprojekt „V-Act - Netzwerkstatt Vogtland“ durchgeführt werden. Beteiligt waren erneut die Professuren Landschaftsarchitektur und -planung, Denkmalpflege und Baugeschichte und Sozialwissenschaftliche Stadtforschung der Bauhaus-Universität Weimar, nun in Kooperation mit den Kommunen Reichenbach und Greiz sowie dem Tourismusverband Vogtland. Im Forschungsprojekt haben wir uns auf die Spurensuche nach der Industrie-Kultur-Landschaft Vogtland begeben und gefragt, welches zukunftsweisende Potential in der Aktvierung des industriekulturellen und -landschaftlichen Erbes für die Region steckt. In welcher Weise lässt sich das Erbe als vernetzte und vernetzende Industrie-Kultur-Landschaft nachhaltig aktivieren?

Den Begriff der Industrie-Kultur-Landschaft nutzen wir, um zum einen stärker die Notwendigkeit der inhaltlichen und räumlichen Vernetzung einzelner industrie- und baukultureller Objekte und deren Einbettung in landschaftliche Zusammenhänge und zum anderen die in der Landschaft eingeschriebene Industriegeschichte zu betonen. 

In der Verbindung des industriekulturellen Erbes mit dem landschaftlichen und den damit verbundenen erinnerungskulturellen Werten sehen wir eine Ressource für eine nachhaltige und kooperative Regionalentwicklung. Das Erkunden, Erschließen und Verstehen des industriekulturellen Erbes verbindet sich mit einer gegenwartsbezogenen Perspektive und fragt nach der Bedeutung dieses Erbes im Hier und Heute, gerade auch in seiner Funktion als Reflektionsebene von Brüchen, Verwerfungen und Herausforderungen im Zuge von Strukturwandel und anhaltenden Transformationsprozessen in der Region. 

Im Projekt haben wir dabei mit der industriekulturellen Brille die Themenfelder Bildung, Tourismus und Kultur gemeinsam mit lokalen Akteur:innen in den Blick genommen. Voraussetzung um die Industrie-Kultur-Landschaft als Ressource zu aktivieren und zu entwickeln, ist die Stärkung und Vernetzung von Akteur:innen in der Region. Im Projekt standen deswegen dialog- und akteursorientierte Formate mit kooperativen und ko-kreativen Zugängen im Vordergrund. In Netzwerkstätten und Sommerbauhütten wurde die Industrie-Kultur-Landschaft als Ressource der Region sichtbar und diskutierbar. Die Qualifizierung der Verbindungen zwischen Orten und Akteur:innen in der Industrie-Kultur-Landschaft ist von besonderer Bedeutung, um zu einem landschaftsregionalen, kooperativen und partizipativen Zugang bei der Pflege und Entwicklung des industriekulturellen Erbes zu gelangen. 

Auch zum Abschluss dieses Projekts ist eine Publikation erschienen: Maria Frölich-Kulik / Sigrun Langner / Hinnerk Utermann: V-Act. Industrie- Kultur- Landschaft Vogtland aktivieren. Schriftenreihe IFEU.OPEN, Bd. 11, Weimar 2025, 

https://www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00067555

Projektbearbeiter*innen

Dr.-Ing. Maria Frölich-Kulik 

Dipl.-Ing. Hinnerk Utermann, PhD

 

Zukunftsindex Heimat und Baukultur 2025

Das Forschungsprojekt „Vogtlandpioniere: Zukunftsindex Heimat und Baukultur 2025“ untersuchte die Wahrnehmung des industriekulturellen Erbes im Vogtland im Grenzgebiet von Thüringen, Sachsen, Bayern und Böhmen. Es wurde vom BMBF als Prioritätsvorhaben im Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ als Teil des Projektbündnisses „Vogtlandpioniere“ zwischen 2020 und 2023 gefördert und knüpfte an das 2018 und 2019 an der Professur durchgeführte Projekt „Kulturlebensraum Vogtland“ an. 

Das Projekt strebte nach Wissen darüber, was die Menschen in der Region als lebenswert und wertvoll betrachten und worin sie das Potential des industrie- und baukulturellen Erbes der Region und dessen zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten sehen. Dabei wurden sozial-empirische Forschung mit Heritage-Konzepten und landeskundlich-kulturlandschaftlichen Ansätzen verknüpft. In einem kartographischen Raumbild wurde die physisch-materiellen Strukturen mit den narrativen Diskursen und sozialen Handlungen verbunden, wobei das Raumbild nicht als abgeschlossenes Bild, sondernals dynamisches Arbeitswerkzeug verstanden wurde. Es diente als Kommunikations- und Aushandlungsplattform, um Themenzusammenhänge und damit verbundene mögliche strategische Ankerprojekte bzw. -räume und Akteurskonstellationen in der Region zu identifizieren. Ziel des Zukunftsindex war es, einen innovativen Beitrag zur aktiven Gestaltung des Strukturwandels liefern, indem das industriekulturelle Erbe als Ausgangspunkt und Potential für positiv besetzte Zukunftsnarrationen verstanden wird.

Weitere Informationen finden sich auf der »Webseite des Projektbündnisses Vogtlandpioniere.

Projektbearbeiter*innen

Dr.-Ing. Maria Frölich-Kulik 

Dr.-Ing. Leo Bockelmann

Zum Abschluss des Projekts ist eine Broschüre erschienen: Leo Bockelmann / Maria Frölich-Kulik: Vogtland. Industriekultur und Zukunft. Perspektiven zum Umgang mit dem industriekulturellen Erbe im Vogtland. Schriftenreihe IfEU.OPEN, Bd. 6, Weimar 2023, DOI https://doi.org/10.25643/bauhaus-universitaet.6414

URN  https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:wim2-20230815-64140

Professuren:

Denkmalpflege und Baugeschichte
Prof. Dr. Phil. habil. Hans-Rudolf Meier

Landschaftsarchitektur und –planung
Prof. Dr. Sigrun Langner

Sozialwissenschaftliche Stadtforschung
Prof. Dr. Frank Eckardt

Fakultät Architektur und Urbanistik

Laufzeit: 1. Februar 2020 bis 31. Januar 2023

Drittmittelgeber: BMBF

Fördersumme: 235.180,58 Euro