Beispiele

Sina Dressler: Spreepark Berlin, Bachelorthesis Architektur, SoSe2016

Wundersame Spreeinsel und offene Lichtung 

Umschlossen von der Spree und dem Plänterwald kann der Spreepark als eine Insel begriffen werden. Auf dem ehemaligen Gelände des Freizeitparks verwildern alte Relikte der Nachwendezeit, die an der Spitze des Spreepark von einem wilden Dickicht aus Bäumen und Efeu zur wundersamen  Spreeinsel verschmelzen.

Die ehemalige Wildwasserbahn, die Achterbahn, Schienen um den Spreepark, die Märchenbrücken im Wald, die Dinosaurierwiese, Seen und das im Wind quietschende Riesenrad bilden eine Kulisse und erzählen eine ganz eigene mysteriöse Geschichte. Diese besondere Parklandschaft soll akzentuiert, erhalten und von der vorhandenen Vegetation weiter erobert werden. 

Die bunte, geheimnisvolle, verwilderte und weiter wachsende Spreeinsel soll die Dynamik der Stadt Berlin widerspiegeln. 


Anna Schlund: Ernährungsplanung als Aufgabe der Stadtplanung, Bc.Urbansitik, WiSe 16/17

Anna Schlund, Bachelorthesis Urbanistik: Ernährungsplanung als Aufgabe der Stadtplanung 

Der Ausgangspunkt der Arbeit war die Forschungsfrage: „Durch welche planerischen Ansätze kann Urbane Agrikultur in das Stadtgefüge europäisch geprägter Städte integriert werden, um einen positiven Beitrag zum städtischen Ernährungssystem zu leisten?“

Um eine Beantwortung der Forschungsfrage zu leisten, wurde diese anhand von vier abgeleiteten Thesen, die argumentativ aufeinander aufbauen, im Verlauf der Arbeit untersucht:

1. Eine Umstrukturierung des heutigen Ernährungssystems ist notwendig und muss in Zusammenarbeit mit den Städten geschehen.

2. Ernährungsplanung sollte als Aufgabenfeld der Stadtplanung erkannt und anerkannt werden.

3. Urbane Agrikultur kann als Teil der Ernährungsplanung einen positiven Beitrag zum städtischen Ernährungssystem leisten.

4. Die Entwicklung planerischer Instrumente ist von zentraler Bedeutung, wenn esum die Sicherstellung von Flächen und Förderung von Projekten Urbaner Agrikultur geht.

Ziel der Arbeit ist es, mit Unterstützung der aufgelisteten Thesen die Forschung unter der Annahme durchzuführen, dass es vor dem Hintergrund der Ernährungskrise notwendig ist, Ernährungsplanung als Aufgabe der Stadtplanung zu begreifen und in diesem Rahmen planerische Instrumente zu entwickeln, die es möglich machen, Projekte Urbaner Agrikultur gezielt in die Stadtentwicklung zu integrieren.


Max Theye: Küstenschutz im Umbruch?, Bc.Urbanistik, SoSe2020

Im nordwesteuropäischen Raum stellt der durch den Klimawandel ausgelöste Anstieg des Mee-resspiegels und hiermit einhergehende höhe-re Sturmfluten eine immer extremer werdende Gefahr dar. Getroffen wird eine Region, in der die Menschen über Jahrhunderte dem Meer Land abgerungen haben. Traditionell herrscht hier ein komplexes Wechselspiel anthropogener und na-türlicher Kräfte. Wie lässt sich dieses Verhältnis angesichts gewaltiger Veränderungen in Zukunft austarieren?

Das Elbeästuar ist Teil dieser nordwesteuropäischen Küstenlandschaft und der Untersuchungsraum dieser Arbeit. Die fast 200 von Gezeiten beeinflussten Flusskilometer und ihr Hinterland bilden das hierzulande wohl dynamischste Äs-tuargebiet. Die Region ist dicht besiedelt, die Metropole Hamburg ist die zweitgrößte Stadt Deutschlands und der dortige Hafen einer der größten Europas. Konkurrierende Ansprüche an den Raum und Flächennutzungskonflikte sind somit unausweichlich. Gleichzeitig erstreckt sich das Hinterland der Elbe über drei Bundesländer, Schleswig-Holstein, Niedersachsen sowie die Freie und Hansestadt Hamburg, was vor dem Hintergrund der föderalen Struktur Deutschlands eine weitere Herausforderung für den Küstenschutz vermuten lässt.

Wie kann der Küstenschutz in der  Elbeästuarregion angesichts steigender  Meeresspiegel und eines erhöhten Risikos  durch Sturmfluten zukünftig gestaltet
werden?


Sabine Schertler: Karpfen, Kaolin & Coworking | Eine (Weiter-)Entwicklung der Arbeitswelt im ländlichen Raum am Beispiel von Tirschenreuth in Nordostbayern, Master Urbanistik, SoSe 21

Nicht erst seit Beginn der Covid-19-Pandemie wächst die Sehnsucht nach dem Ländlichen und damit verbundenen Lebensweisen und -praktiken. Gleichzeitig führt der Megatrend der Digitalisierung dazu, dass sich die Art und Weise wie wir arbeiten verändert. Digitale, ortsunabhängige Arbeitsmodelle führen dazu, dass der Arbeitgeberstandort heute nicht mehr zwingend über den Arbeitsort und den eigenen Wohnort entscheiden muss. In der Folge werden dadurch Wohnortwahl, Siedlungsmuster und Raumstrukturen beeinflusst.

Was bedeutet dies für peripher gelegene ländliche Räume, die bisher gegenüber stadtnahen Regionen im Nachteil waren und sich häufig in einer vermeintlichen Abwärtsspirale aus Abwanderung und Infrastrukturabbau befinden? Die Thesis untersucht, welche Chancen und Herausforderungen von veränderten und neu entstehenden Arbeitsmodellen, welche im Zuge der Pandemie heute in der Breite der Gesellschaft angekommen sind, für dünn besiedelte ländliche Räume ausgehen. Die Frage wird dabei nach einer ersten theoretischen Annäherung anhand eines konkreten ländlichen Raumes untersucht, dem Landkreis Tirschenreuth in Nordostbayern. Mithilfe narrativer Strategien wird ein Raumbild gezeichnet, welches die Geschichten unterschiedlicher Protagonist:innen der dortigen Arbeits- und Lebenswelt erzählt und in die Zukunft weiterentwickelt. Basierend darauf werden gemeinschaftliche Arbeitsorte entwickelt, welche eine neue belebende Infrastruktur in peripher-ländlichen Räumen darstellen können.


Till Pulst: Über die Ufer | Magdeburgs Grüne Pause am Elbdamm, Bachelor Architektur, WiSe 21/22

In den letzten Jahren ist eine weltweite Renaissance urbaner Fließgewässer zu beobachten. Die Gründe hierfür sind vielseitig. Das Wohnen und Arbeiten am Wasser erfreut sich zunehmend einer immer größer werdenden Beliebtheit. Öffentliche Promenaden und Hafenparks bilden attraktive Naherholungsmöglichkeiten und erfüllen wichtige Ausgleichsfunktionen für die sich immer stärker ausdifferenzierenden Stadtgesellschaften. Darüber hinaus stellen Flüsse heute ein großes Transformationspotential für Städte und Regionen dar. Welche Bedeutung urbane Stromlagen im kollektiven Leben und Bewusstsein der Stadtbevölkerung ein-nehmen, hängt allerdings maßgeblich von ihrer Ufernutzung, ihrer Zugänglichkeit, Gestaltung und lokalen und regionalen Vernetzung ab. Gleichzeitig muss bei der Konzeption und Gestaltung Rücksicht, auf die dem Fluss eigene Dynamik genommen werden. Vor dem Kontext des Klimawandels und den damit einhergehenden Extremwetterereignissen müssen mögliche Hochwasserszenarien und sommerliche Trockenperioden mitgedacht und in die Planung systematisch integriert werden.

An dieser Schnittstelle des Stadt- und Naturraumes Elbe im Herzen Magdeburgs, ist die als Konversionsfläche zu betrachtende Hafenbrache, mittels eines städtebaulich - landschaftsplanerischen Entwurfs neu zu denken und zu entwickeln. Gleichzeitig soll auf die potenziellen Elbhochwasser reagiert werden, von denen Teilbereiche des Areals temporär betroffen wären. Dieser fungiert im städtischen Kontext als Ergänzung der bestehenden grau-grünen Infrastrukturen und dient als bauliche Verbindung der Nachbarquartiere und Freiräume. Am Übergang vom urbanen hin zum wilden Flussraum reagiert der Entwurf mit zukunftsorientierten Wohnkonzepten und setzt der allgemeinen demographischen Entwicklung Magdeburgs neue Formen der Nachbarschaft und Gemeinschaft entgegen.