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Landschaften lesen - Landschaften entwerfen

Das Fachgebiet Landschaftsarchitektur/Landschaftsplanung beschäftigt sich mit Landschaften als komplexe Systeme ökologischer, kultureller und sozioökonomischer Prozesse. Landschaft wird als Beziehungsgefüge zwischen menschlicher Bewirtschaftung, kultureller Wahrnehmung und Gestaltung sowie naturräumlicher Prozesse betrachtet, entschichtet und re-konfiguriert.

Das Lesen urbaner Landschaften, das Darstellen von Zusammenhängen und Prozessen, die urbane Landschaften formen, die Auseinandersetzung mit vorhanden Strukturen und ihrer Entstehung wird dabei als Voraussetzung gesehen, um urbane Landschaften nachhaltig und ästhetisch entwickeln und gestalten zu können. Die Studierenden sollen befähigt werden, innerhalb der komplexen Zusammenhänge urbaner Landschaften, Zukunftsfragen, Entwurfsthemen und Handlungsperspektiven zur nachhaltigen Gestaltung urbaner Landschaften zu entfalten.

Das Fachgebiet lehrt und erforscht das landschaftsarchitektonische Entwerfen als eine kontext-, prozess- und austauschorientierte Praktik räumlicher Gestaltung.

Eigenarten urbaner Landschaften aufspüren und entwickeln

Soll die spezifische Eigenart einer urbanen Landschaft ent­wickelt werden, muss nach Möglichkeiten gesucht werden, wie sich globale Urbanisierungsprozesse mit den lokalen Bedingungen (naturräumlichen Prozessen, soziokulturellen Besonderheiten) produktiv verbinden. Wie können Raum­strukturen, die einer globalen Entwicklungslogik folgen stärker mit dem Lokalen verbunden und in ihm verankert werden? Wie kann die Eigenart einer urbanen Landschaft aufgespürt, interpretiert und entwickelt werden?

Sinnliche Wahrnehmung und der räumliche Alltag urbaner Landschaften

Die ästhetische Wahrnehmung ist Voraus­setzung, um emotionale Zuneigung und auch Verantwortung für den eigenen Lebensraum zu entwickeln. Wie können urbane Landschaften als alltäglicher Lebens­zusammenhang sinnlich wahrgenommen werden? Wie können bedeutungsvolle Situationen darin entstehen?

Geschlossene Systeme erschließen und einbinden

Wenn Infrastrukturen stärker als zu gestaltende Land­schaften begriffen werden, dann können durch sie die Le­bensqualität einer urbanen Landschaft gesteigert werden. Das erfordert eine Entwicklung nicht allein nach techni­schen Parametern, sondern auch eine Einbindung sozialer, ökologischer und ästhetischer Aspekte. Ein landschaftli­cher Blick auf getrennte Funktionssysteme ermöglicht das Erkennen von Verbindungen und Zusammenhängen. Wie können beispielsweise monofunktionale Verkehrsinfrastrukturen oder Infrastrukturen der Ver- und Entsorgung gleichzeitig auch soziale und ökologische Funk­tionen übernehmen und wie kann dadurch die Gestalt- und Nutzungsqua­lität der urbanen Landschaft erhöht werden? Wie entstehen mehrdimensionale und durchlässige Landschaften? Welche verbindende Rolle spielen (urbane) blau-grüne Infrastrukturen darin?

mit ökologischen Prozessen gestalten

Die zukünftige Entwicklung der Städte kann nicht ohne ökologische Themen wie Klimawandel und die Begrenztheit der natürlichen Ressourcen gedacht werden. Sollen urbanen Landschaften nachhaltig qualifiziert werden, müssen ökologische Prozesse und deren Gestaltpotential in den Entwurf einbezogen werden. Es muss eine integ­rierte Betrachtung zwischen naturräumlichen Bedingungen und der urbanen Entwicklung einer Landschaft erfolgen.