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«Built-In; secret spaces»

Design District, Helsinki, (Bild: Clemens Helmke, 2019)
Design District, Helsinki, (Bild: Clemens Helmke, 2019)

 

mixed-use-space-sharing-space 

«It is never easy to get back from the object (product or work) to the activity that produced and/or created it. It is the only way, however, to illuminate the object’s nature, or, if you will, the object’s relationship to nature, and reconstitute the process of its genesis and the development of its meaning.» (1) Das Buch des französischen Soziologen Henri Lefebvre «La production de l’espace» 1974 untersucht das Phänomen des Raums in Verbindung mit der sozialen Praxis, welches einen «eigenen» Einfluss auf die Möglichkeiten der Gestaltung von Raum darstellt. In einem interdisziplinären, vielschichtigen Diskurs wollen wir anhand von Projekten aufzeigen, dass Gebäude die kulturelle Praktik der Architektur spiegeln, die durch soziale Aktivitäten im Raum geprägt ist. «What we are concerned with, then, is the long history of space, even though space is neither a ‹subject› nor an ‹object› but rather a social reality - that is to say, a set of relations and forms. This history is to be distinguished from an inventory of things in space (or what has recently been called material culture or civilization), as also from ideas and discourse about space. It must account for both representational spaces and representations of space, but above all for their interrelationships and their links with social practice.» (1) Der interdisziplinäre Ansatz unseres Projekts verfolgt neben der architektonischen Betrachtung eine kulturtheoretische Perspektive, um das architektonische Entwerfen als kulturelle Praktik sichtbar zu machen. Die soziale Dimension des menschlichen Zusammenlebens und das Alltägliche in unserer Gesellschaft wird uns in der Schrift «Kunst des Handelns» und «Logik der Zweideutigkeit» des Philosophen, Kulturtheoretiker Michel de Certeau nahegebracht. Für den Ort und die angestrebte Nutzung unseres Projekts ist ein multifunktionales Raumkonzept, ein horizontaler/vertikaler Körper M 1:1000-1:100 zu entwickeln, ein mixed-use-space-sharing-space, der die Silhouette und Innere Sicht auf die Mainmetropole verändert.

Zitate:

(1) Henri Lefebvre_ The Production of Space_ Oxford/Cambridge 1991

 

Literaturvorschläge: *Semesterlektüre

•Michel de Certeau,*Kunst des Handelns, Merve, Übersetzung Ronald Voullié,Berlin 1988
•Gilles Deleuze, Differenz und Wiederholung,Übersetzung Joseph Vogl, Wilhelm Fink Verlag 2007
•Eugen S. Ferguson, Das innere Auge. Von der Kunst des Ingenieurs_ Basel 1993
•Stephan Günzel, Maurice Merleau-Ponty, Werk und Wirkung eine Einführung, Turia und Kant, Wien 2007
•Henri Lefebvre,* The Production of Space, Oxford/Cambridge 1991
•Henri Lefebvre,* Die Produktion des Raums, Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften, Jörg Düne, Stephan Günzel, Frankfurt a.M. 2006, S. 330−342

Bemerkungen:

Richtet sich an: 1. Fachsemester Masterstudiengang Architektur M.Sc.A.
Es besteht die Möglichkeit das Thema unseres Bachelorprojekts 5.KM zu wählen, da der Standort identisch ist. 

«unseen_Undeclared»

Hauptbahnhof, Chemnitz (Bild: Clemens Helmke, 2020)

 

Sag' mir, wo/wie du lebst (...);

warum space matters. Durch das Suchen nach Nischen bezüglich der eigenen Identität und unserer zukünftigen Beschäftigung/Arbeit bilden sich neue Erfahrungen heraus, die sich räumlich ausdrücken lassen. In unserem Projekt erforschen wir das Potenzial heterogener Nutzungen in einem Megablock, wobei das Objekt zu einem konzentrierten Raum wird und damit die Ausrichtung des städtischen Raums intensiviert. Durch die Gegenüberstellung der Formen des umgrenzenden Raums einer Brache in der Mainmetrople entsteht eine neue identifizierbare Figur, die eine wieder erkennbare und auf sich selbst bezogene Silhouette werden will. Theoretisch ist der Raum ein Ort, mit dem man etwas macht; eine Raumdefinition von de Certeau; Merlau-Ponty unterscheidet einen ‹geometrischen›, de Certeau einen ‹anthropologischen›. «In La Production de l›espace hat Lefebvre eine theoretische Trias von «espace percu» (dem wahrgenommenen Raum), «espace concu» (dem begrifflich gefassten und vorgestellten Raum) sowie «espace vécu» (dem gelebten Raum) entworfen. (...) Pierre Bourdieu hingegen unterscheidet drei Arten von Raum: einen physischen, einen sozialen und einen angeeigneten physischen Raum. Überein kommen alle diese miteinander in Dialog stehenden Raumtheorien darin, dass Räume geschaffen werden und keine Behälter des Sozialen sind.»(1) Neben der theoretischen Auseinandersetzung verfolgt unser Projekt die Idee eines horizontalen/vertikalen Raumkonzept der Zukunft, in der die Technologie das Arbeiten und Wohnen am selben Ort ermöglicht, verschiedene Welten miteinander verbindet und eine Vielzahl von Räumen für kulturelle Nutzungen, Freizeit und Landschaft bereitstellt. Ein historisches Beispiel hierzu ist der Entwurf «Haus der Freundschaft» von Hans Poelzig (1916), ein landschaftliches Multifunktionsgebäude. Kenneth Frampton betrachtete Poelzigs Projekt als ‹ein frühes Beispiel für eine ‹horizontale Megaform›, die die Konnotation einer geologischen Formation annimmt, die aus der Skyline Konstantinopel hervorsticht.› Ein weiteres Beispiel, das Rockefeller Center in New York City wurde zum Symbol des ‹westlichen Urbanismus›; in ihm verkörpert sich die Relation von Ideal und Wirklichkeit. Wir erarbeiten in unserem Projekt «(...) the ‹where› of activities and values, on the qualities and meanings of places, on the space that connect one place to another and on the spatial dimensions of the way activities are organised.»(2)

Zitate:

(1)Martina Löw, Raumsoziologie, Zur theoretischen Entwicklung vom Behälterraum zum relationalen Raum, Surkamp, Frankfurt a.M. 2001, S. 36-44

(2) Patsy Healey, Urban Complexity and Spatial Strategies: Towards a Relational Planning for Our Times, Routledge, New York 2007

 

Literaturvorschläge: *Semesterlektüre

•Michel de Certeau,*Kunst des Handelns, Merve, Übersetzung Ronald Voullié,Berlin 1988
•Gilles Deleuze, Differenz und Wiederholung,Übersetzung Joseph Vogl, Wilhelm Fink Verlag 2007
•Eugen S. Ferguson, Das innere Auge. Von der Kunst des Ingenieurs_ Basel 1993
•Stephan Günzel, Maurice Merleau-Ponty, Werk und Wirkung eine Einführung, Turia und Kant, Wien 2007
•Henri Lefebvre,* The Production of Space, Oxford/Cambridge 1991
•Henri Lefebvre,* Die Produktion des Raums, Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften, Jörg Düne, Stephan Günzel, Frankfurt a.M. 2006, S. 330−342

Bemerkungen:

Richtet sich an: 5. Fachsemester Bachelorstudiengang Architektur B.Sc.A.
Es besteht die Möglichkeit das Thema unseres Masterprojekts 1.Studienjahr zu wählen, da der Standort identisch ist.