Prof. Dr. Christiane Voss

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Profil der Professur

Philosophie und Ästhetik als Schwerpunkte der Professur befassen sich mit Fragen der Ästhetik und Erkenntnistheorie medientechnisch strukturierter Wahrnehmungsräume.

Traditionelle Themenfelder der Philosophie werden durch die Untersuchung medialer Formate, technischer Verfahren und apparatgestützter Wahrnehmungsweisen neu perspektiviert. Die Grenze zwischen Philosophie und Medienwissenschaft verschiebt sich somit in beide Richtungen: Ästhetische und erkenntnistheoretische Fragestellungen gewinnen einen neuen Fokus durch die Einbeziehung medialer Logiken und Effekte. Umgekehrt werden Medienontologie und -ästhetik durch die Abbildung auf philosophische Konzepte neu formuliert.

Affekt- und Wahrnehmungstheorien bilden dabei den gemeinsamen Bezugspunkt beider Felder. Schwerpunkte in Lehre und Forschung sind Filmphilosophie, Medienästhetik (Realismus, Fiktion, Dokumentation), Zeittheorie und mediale Anthropologie (Humor- und Affekttheorie).

Anthropomedialität – Auslotung einer medienanthropologischen Perspektive

Gegenwärtig herrscht fächerübergreifend Konsens darüber, dass sich die Welt im menschengemachten Zeitalter, dem sog. »Anthropozän« befindet. Die menschliche Gattung steht demnach vor den unvorstellbaren Dimensionen ihrer Herstellungen (Müllberge, toxische Landschaften, Ressourcenschwund etc.) und ist mit der Frage konfronfiert ist, wie ein Leben auf dem Planeten Erde für zukünftige Generationen noch möglich sein soll. Während diese Diagnose einen unüberhörbaren Appell enthält, der auf ein insbesondere nachhaltig-ökologisches Umdenken und Handeln im Weltmaßstab zielt, rückt die Frage in den Hintergrund, von welchem Menschenbild dabei eigentlich ausgegangen wird. Wird hier nicht im Namen einer »neuen Vernunft« das aufklärerische, anthropozentrische Erbe implizit mitgeführt, das doch gerade für die Misere mitverantwortlich ist? Der Vortrag beschäftigt sich aus medienwissenschaftlicher Sicht mit Möglichkeiten einer angemesseneren Alternative dazu und plädiert für einen medienanthropologischen Ansatz des »Anthropomedialen«, der die Medialität und Relationalität vermischter Existenzweisen ins Zentrum rückt.

Dienstag 13. Dezember 18:00 Uhr

GABF 04/611 und online an, Institut für Medienwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum