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Published: 28 April 2021

Programmvorschau: Kultursymposium Weimar 2021

Am 16. und 17. Juni 2021 geht das Goethe-Institut auf dem dritten Kultursymposium Weimar der Generationenfrage nach – aus globaler Perspektive mit Gästen aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien und Politik, wie der Verhaltensforscherin Jane Goodall, der Soziologin und Sexualtherapeutin Ruth Westheimer. Das Kultursymposium Weimar findet in diesem Jahr digital statt, ergänzt durch ausgewählte Veranstaltungen in Weimar und an Goethe Instituten weltweit - und im Radio bei generations.fm in Kooperation mit dem Experimentellen Radio.

Vom rasant fortschreitenden Klimawandel bis zu politischen Reformen, von lautstarken Protesten für Gleichberechtigung bis zur geräuschlosen Weitergabe von Einfluss und Vermögen, von alten Traditionen bis zur Sehnsucht nach ewiger Jugend: Das Thema Generationen verbindet viele Debatten und Konflikte unserer Zeit, die das Kultursymposium Weimar 2021 in drei Themenschwerpunkten aufgreift:

Konflikte & Kooperationen fragt danach, wie zwischen den Generationen gestritten und füreinander eingestanden wird. Nachhaltigkeit & Zukunft thematisiert, wie die widersprüchlichen Ziele von Nachhaltigkeit und Wachstum in Einklang zu bringen sind. Identität & Erinnerung legt den Schwerpunkt auf Narrative der Vergangenheit, die bis in die Gegenwart wirken und unser Selbstbild und unsere Wahrnehmung beeinflussen. Die Vielfältigkeit des Themas beleuchtet das Kultursymposium Weimar in Online-Debatten, Interviews und digitalen Performances mit prominenten Stimmen, die sich aus der gesamten Welt live zuschalten auf: www.goethe.de/kultursymposium

Bestätigte Speaker*innen

Die britische Verhaltensforscherin Jane Goodall hat einen großen Teil ihres Lebens der Beobachtung und Erforschung von Menschenaffen gewidmet. Die heutige UN-Friedensbotschafterin spricht beim Kultursymposium Weimar von den Hürden, die Frauen ihrer Generation auf dem Weg in Wissenschaft und Forschung zu überwinden hatten – und von typischen Generationskonflikten unter Schimpansen.

Über generationale Unterschiede im Verständnis von Liebe, Sex und Partnerschaft und den Versuch, tradierte Rollenverhältnisse aufzubrechen, diskutiert etwa die deutsch-amerikanische Soziologin Ruth Westheimer, die in den USA seit vierzig Jahren als Sexualtherapeutin Dr. Ruth bekannt ist.

Die Idee des Generationenvertrags beschäftigt Gesellschaften auf der ganzen Welt. Ob ausgeklügelte Rentensysteme oder Traditionen das Verhältnis bestimmen, überall sind Jung und Alt aufeinander angewiesen. Die Journalistin Ana P. Santos berichtet über ihre Recherchen zu Arbeitsmigration auf den Philippinen, durch die Frauen ihre eigenen Kinder oft jahrelang in der Obhut von Verwandten zurücklassen müssen, um in anderen Ländern Care-Arbeit zu leisten.

Der Generationenwechsel in der Politik bildet die tägliche Herausforderung junger Politiker*innen und Aktivist*innen. So macht sich die nigerianische Kommunikationsexpertin Maryam Laushi in zahlreichen Initiativen für mehr Gleichberechtigung und größeren politischen Einfluss der jungen Generation stark. Die 26-jährige grüne Politikerin Chlöe Swarbrick gehört zu den jüngsten Abgeordneten im Neuseeländischen Parlament. Ihre lapidare Bemerkung „OK Boomer“, mit der sie bei einer Parlamentsdebatte zum Klimaschutz den Zwischenruf eines älteren Kollegen konterte, traf in ihrer Generation einen Nerv.

Rutger Bregman, niederländischer Historiker, Aktivist und Autor, spricht beim Kultursymposium Weimar als einer der prominentesten Denker der jungen Generation Europas. In seinem Buch „Utopien für Realisten“ plädiert er für die Machbarkeit und Realisierung von Zukunftsentwürfen. Von der Pandemie erhofft er sich eine Veränderung des Zeitgeists für die nachfolgende Generation.

Beiträge aus Weimar und der Welt

Das Kultursymposium Weimar 2021 findet online statt und beinhaltet neben diskursiven auch künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Thema. Ergänzt wird das digitale Festivalprogramm durch Veranstaltungen in Weimar.

Für das Rewilding-Projekt „Foodbank for Pollinators – Seeding for future generations“ kooperiert das Goethe-Institut London mit der Bauhaus Universität Weimar und der Klassik Stiftung Weimar – darin installiert die schottische Künstlerin Natalie Taylor Wildblumenbeete in Weimar, die im urbanen Kontext als Stör- und Erinnerungselemente Fragen nach kulturellem Erbe und Nachhaltigkeit aufwerfen. In Kooperation mit dem Goethe-Institut Johannesburg präsentiert Zara Julius drei Videoarbeiten in der Weimarer Galerie Eigenheim. Die südafrikanische Künstlerin beschäftigt sich in ihren Arbeiten u.a. mit der Beziehung zwischen Ästhetik und Kultur sowie mit der Ethik der Repräsentation – dies wird auch in ihrem Projekt „Family Matters“ eindrücklich hervorgehoben.

Geplant sind zudem Gespräche mit namhaften Autorinnen und Autoren auf dem Blauen Sofa, dem gemeinsamen Literaturformat von Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur und 3sat. In jeweils 20 Minuten stellen dabei Wolfgang Schäuble, Präsident des Deutschen Bundestages, die rumänischschweizerische Autorin Dana Grigorcea (Gewinnerin des 3sat-Preises beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb), der Polit-Blogger und Journalist Rayk Anders und der österreichische Autor Daniel Wisser (Träger des Österreichischen Buchpreises) ihre aktuellen Bücher vor, die jeweils eigene Beiträge zum Generationen-Thema leisten. Auch 3sat-Kulturzeit setzt sich in einer Extra-Ausgabe unter dem Titel „Ok, Boomer! Ach Greta!“ mit dem Thema auseinander und bringt Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener Generationen miteinander ins Gespräch.

Vorprogramm mit Goethe-Instituten weltweit ab Mai 2021

Bereits in den vier Wochen vor dem Live-Festival beginnt ein Vorprogramm mit vier Projekten. Konzipiert von Goethe-Instituten weltweit, beleuchten diese die Facetten des Themas „Generationen“ in seiner internationalen Tragweite. Den Auftakt am 19. Mai machen die Goethe-Institute Kairo und Khartum: „Old Wishes“ heißt das Multimediaprojekt, das das erste Jugendmagazin der arabischen Welt wiederbelebt. Ab 1946 befragte die Zeitschrift Kinder nach ihren Wünschen für die Zukunft. Nach mehr als sechzig Jahren werden sie für das Projekt wiederbefragt: Sind ihre Wünsche in Erfüllung gegangen? Es folgen Veranstaltungen in den Goethe-Instituten Warschau, Neu-Delhi und New York.

Über das Kultursymposium Weimar

Das Kultursymposium Weimar ist ein Festival für neue Netzwerke und Ideen, zu dem das Goethe-Institut alle zwei Jahre über 500 Teilnehmende aus der ganzen Welt in Weimar zusammenbringt. Interdisziplinär und divers spiegelt das Kultursymposium globale Gesellschaftsfragen wider und liefert damit Impulse für den internationalen Kulturaustausch. Das Festivalformat setzt mit jeder Ausgabe neue Themenschwerpunkte: 2016 „Teilen und Tauschen“, 2019 die großen Umbrüche unserer Epoche („Die Route wird neu berechnet“) und in der Online-Edition 2021 „Generationen“. Das Kultursymposium Weimar wird ermöglicht durch das Engagement folgender Unternehmen aus dem Wirtschaftsbeirat des Goethe-Instituts: Bertelsmann, Evonik Industries AG, Siemens AG, Volkswagen AG und WÜRTH. Medienpartner sind 3sat, brand eins und Deutschlandfunk Kultur.

Weitere Informationen zum Kultursymposium Weimar 2021 unter:

www.goethe.de/kultursymposium

Das Goethe-Institut ist das weltweit tätige Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland. Mit 157 Instituten in 98 Ländern fördert es die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild. Durch Kooperationen mit Partnereinrichtungen an zahlreichen weiteren Orten verfügt das Goethe-Institut insgesamt über rund 1.000 Anlaufstellen weltweit.