Wintersemester 2016/17

Bachelor Vorlesung

Architekturgeschichte I – Von den Anfängen bis zur Baukunst des Mittelalters

Thomas Cole, Architect’s Dream (1840)

Die Vorlesung bildet den ersten Teil eines zweisemestrigen Zyklus zur Geschichte der Architektur von den Anfängen bis zur Gegenwart. Die Vorlesung des Wintersemesters beginnt mit allgemeinen Überlegungen zum Sinn und zur Bedeutung der Architekturgeschichte für das Studium der Architektur, setzt dann chronologisch mit den Anfängen der Baukunst ein und bietet einen Überblick von der Antike bis ins Spätmittelalter. Ziel ist es, einen Kanon an Bauten zu vermitteln, die ArchitektInnen kennen müssen und zugleich einen Einblick in die wichtigsten geschichtlichen Entwicklungen von Konstruktion und formaler Gestaltung sowie der Baugattungen zu geben, aber auch mit den verschiedenen methodischen Ansätzen und Betrachtungsweisen der Architekturgeschichtsforschung und -historiographie bekannt zu machen.


Literatur:

Benevolo, Leonardo: Die Geschichte der Stadt, Frankfurt a.M. 1983.

dtv-Atlas zur Baukunst, 2. Bde., 12. Aufl., München 2002.

Koch, Wilfried: Baustilkunde. Das große Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart, 27. Aufl., München 2006.

Koepf, Hans / Binding, Günther: Bilderwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar, Stuttgart 2005.

Kostof, Spiro: Geschichte der Architektur, 3 Bde., Stuttgart 1992.

Pevsner, Nikolaus: Funktion und Form. Die Geschichte der Bauwerke des Westens, Hamburg 1998 (A History of Building Types, 1976).

Pevsner, Nikolaus / Fleming, John / Honour, Hugh: Lexikon der Weltarchitektur, 3. Aufl. Hamburg 1992 (2000 als CD-ROM).

Seidl, Ernst (Hg.): Lexikon der Bautypen. Funktionen und Formen der Architektur, Stuttgart 2006.

 

Bemerkung: Bei Fragen zur Vorlesung und für individuelle Sprechstunden wenden Sie sich bitte an die Dozenten.

 

Zielgruppe: BA Architektur, BA Urbanistik

Lehrende: Prof. Dr. phil Hans-Rudolf Meier
Dr. phil. Eva von Engelberg-Dočkal | Dr.-Ing. Daniela Spiegel

Leistungsnachweis:
- Prüfung für BA Architektur: Architekturgeschichte Teile I und II Ende SS 2017
- Testat für BA Urbanistik

Leistungspunkte: 3 + 3 ECTS (für Teile I und II)

Termin: mittwochs, 11:00 – 12:30 Uhr

Beginn: 2. November

Download: Vorlesungstermine .pdf

Bachelor Seminar

Historische Baustoffe und Baukonstruktion im Detail

Für die architektonische Praxis spielt das Wissen zu historischen Baukonstruktionen immer dann eine Rolle, wenn es um die Weiternutzung, den Umbau und den Erhalt von Bestandsgebäuden geht. Für diese auch in Zukunft vorrangigen Bauaufgaben sind die Kenntnisse zu konstruktiven Konzepten und historischen Materialien dringend notwendig.

Jeder weiß vielleicht, was ein Biberschwanz ist; aber wer kennt schon in der Architektur einen Schwalbenschwanz, oder eine Olive, einen Vorreiber oder ein gespanntes Ross? Wer hätte gedacht, dass „Mönch-Nonne“ auch eine Art der Dachdeckung sein könnte?

Anhand translozierter Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert werden wir in der direkten Anschauung vor Ort den differenzierten Einsatz historischer Baumaterialien analysieren, die konstruktiv typischen Anschlussdetails diskutieren, beschreiben und skizzieren, sowie nicht zuletzt die Terminologie der Fachbegriffe üben. Ziel wird es sein, der Logik der Form, die jedes Material auf Grund seiner Eigenschaften und Verarbeitungsmöglichkeiten mitbringt, nachzuspüren, um somit von den konstruktiven Details auf die Form und Gestaltung der Gebäude schließen zu können.

Das Seminar findet in enger Kooperation mit dem Freilichtmuseum in Hohenfelden statt. Nach einer Führung vor Ort beginnt die Arbeit in kleinen Gruppen zu jeweils einem historischen Gebäude, das in seinen wesentlichen Teilen, den konstruktiven Details und Materialien in Text, Skizze und Foto dokumentiert wird. Nach eigenem Interesse können inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden.

 

Bemerkung: zwei ganztägige Exkursionen nach Hohenfelden am Freitag, 14. Oktober und Freitag, 21. Oktober 2016; Anfahrt mit Zug und Bus oder privatem PKW oder Fahrrad. Treff jeweils 10:00 Uhr am Museumseingang.

 

Zielgruppe: BA Architektur 3. und 5. Fachsemester

Betreuung: Dr.-Ing. Iris Engelmann

Leistungsnachweis: Kurzvortrag zu dem gewählten Objekt, schriftliche Ausarbeitung als Seminararbeit, aktive Teilnahme an allen Terminen

Leistungspunkte: 3 ECTS

max. Teilnehmerzahl: 20 Studierende

Beginn: Mi, 12. Oktober 2016, 15:15 – 16:45 Uhr (nach Fakultätsrat), Hauptgebäude, Raum 109

Exkursionen nach Hohenfelden: Freitag, 14. Oktober | Freitag, 21. Oktober 2016

Kurzvorträge: Freitag, 25. November (genaue Uhrzeit nach Vereinbarung)

weitere Termine: je Gruppe mind. eine Konsultation nach individueller Vereinbarung

 

 

Bachelor Entwurf

Buchenwald in Weimar – Spurensuche im Stadtraum

Das ehem. Konzentrationslager Buchenwald hat zwar seinen festen Platz in der Weimarer Erinnerungskultur und Erinnerungslandschaft. Auch sind die Bezüge zur Stadt durch das ehem. Gauforum, den Buchenwaldplatz und Rebecca Horns „Konzert für Buchenwald” durchaus sichtbar. Dennoch ist Buchenwald ein Ort außerhalb der Stadt und es ist kaum bekannt, wie sehr das KZ und die Stadt funktional aber eben auch räumlich und architektonisch miteinander verwoben waren.

Seit der Planung des Lagers 1936 bis zur Befreiung im April 1945 bestanden vielfältige Beziehungen zwischen dem Konzentrationslager Buchenwald und Institutionen, Firmen und Privatpersonen im circa 7 km entfernten Weimar. So wurden etwa ab 1941 Gefangene des Lagers an Weimarer Behörden und Firmen „vermietet”. In diesem Rahmen arbeiteten sie beim Aufbau von Straßen, errichteten Gebäude für die Polizei, Militär und Staat und waren an der Entstehung ganzer Siedlungen und Komplexe, z.B. der Siedlung Weimar Schöndorf und dem Gauforum beteiligt. Auch der Aufbau der „Buchenwaldbahn”, deren Trasse vom Weimarer Norden über einige Dörfer bis nach Buchenwald verlief, musste maßgeblich von KZ-Gefangenen geleistet werden. Sie waren zudem im Weimarer Rüstungsunternehmen „Wilhelm-Gustloffwerk” eingesetzt. Zur Unterbringung der Gefangenen entstand vor Ort eigens ein Außenlager.

Ein weiterer Aspekt der baulichen Prägung Weimars durch Buchenwald ist die Versetzung von Gebäuden, Gebäudeteilen und Baumaterial nach Weimar. Erste Ansprüche wurden seitens der Stadt Weimar bereits direkt nach Befreiung des Konzentrationslagers im Frühjahr 1945 geäußert. Ab den 1950er Jahren wurden demontierte Gebäude und Gebäudeteile aus Buchenwald tatsächlich in Weimar wieder aufgebaut.

Die bauliche Prägung Weimars durch Buchenwald wurde bislang noch nicht systematisch erforscht und ist folglich im Stadtraum nicht nachvollziehbar. Im Rahmen des Projekts sollen daher zunächst Stadtbereiche, Gebäude und Bauteile, die im Zusammenhang mit dem Konzentrationslager Buchenwald standen, ermittelt werden. Darauf aufbauend geht es um die Entwicklung konzeptionelle Überlegungen zu potentiellen Denkmaleigenschaften und zur Bedeutung dieser Befunde im Kontext der Topographie der Moderne. Dabei soll es auch um die Frage gehen, wie eine adäquate Denkmalpflege für die ermittelten Objekte und Stadtbereiche aussehen könnte und in welcher Weise sie in Stadtentwicklungsprozesse einzubeziehen wären. Möglich ist auch, die Untersuchung über Weimar hinaus ins Weimarer Land auszudehnen.

Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald-Mittelbau Dora.

 

Zielgruppe: BA Architektur 5. Fachsemester | BA Urbanistik 3. Fachsemester

Lehrende:
Prof. Dr. phil. Hans-Rudolf Meier | Anke Binnewerg M. Sc.
Dr.-Ing. Iris Engelmann | Dr.-Ing. Mark Escherich

max. Teilnehmerzahl: 30 Studierende

Leistungspunkte: 12 ECTS

Termin: donnerstags, 9:15 – 16:45 Uhr

Projektvorstellung: 4. Oktober 2016

Beginn: 13. Oktober 2016, 9:15 Uhr, Bauhausstraße 9c, Raum 101 und 103 (greenhouse)

Zwischenkritiken: 24. November 2016 | 15. Dezember 2016

Endpräsentation: 26. Januar 2017

Bachelor Thesis

Master Vorlesung

Denkmalpflege und Heritage Management

Die Vorlesung vermittelt eine architektenspezifische Einführung in die Aufgaben, Geschichte, Theorie und Methoden der Denkmalpflege. Ein Schwerpunkt bilden aktuelle Fragen, Debatten und Ansätze, wobei auch internationale Aspekte Beachtung finden. Diskutiert werden u.a. folgende Themen: Gegenstand, Aufgaben und Institutionen der Denkmalpflege; Denkmalpflege als Spezifikum der Moderne; Denkmalbegriffe; Denkmalwerte; der Architekt/die Architektin am Denkmal; denkmalpflegerische Praxis von der Befundanalyse und -dokumentation über Konservierung und Reparatur bis zu Umnutzung und Ergänzungsbauten; städtebauliche Denkmalpflege; inter- und transnationale sowie interkulturelle Aspekte der Denkmalpflege.

 

Literatur:

Leo Schmidt: Einführung in die Denkmalpflege, Darmstadt 2008 (auch englisch: Architectural Conservation. An Introduction, Berlin/Bonn 2008). 

Achim Hubel: Denkmalpflege. Geschichte, Themen, Aufgaben, Ditzingen (Reclam) 2006. 

Michael Petzet / Gerd Mader: Praktische Denkmalpflege, Stuttgart / Berlin / Köln 1993 (u. Neuaufl.).

 

Bemerkung: Bei Fragen zur Vorlesung und für individuelle Sprechstunden wenden Sie sich bitte an die Dozenten.

 

Zielgruppe: MA Architektur 1. Fachsemester, MA Urbanistik 1. Fachsemester

Lehrende:
Prof. Dr. phil Hans-Rudolf Meier | Dr. phil. Kerstin Vogel
Dr. des. Torben Kiepke | Dr.-Ing. Mark Escherich

Leistungsnachweis: schriftliche Prüfung

Leistungspunkte: 3 ECTS

Termin: dienstags, 17:00 bis 18:30 Uhr

Beginn: 1. November

Download: Vorlesungstermine .pdf

Bachelor Thesis | Master Thesis | Freie Projekte

Interessenten an der Bearbeitung einer Bachelor oder Master Thesis reichen bitte folgende Unterlagen bis zum 21. September im Sekretariat ein (als Ausdruck, A4):

- ein kurzes Motivationsschreiben
- ein kurzes Portfolio bisheriger Arbeiten

Falls ein eigenes Thema bearbeitet werden soll, reichen Sie bitte zusätzlich ein kurzes Exposé ein.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Cornelia Unglaub.

Termine:
12. Oktober:     Einführung
15. November:  Zwischenpräsentation I
8. Dezember:    Zwischenpräsentation II
25. Januar:       Abgabe
5. KW:              Endpräsentation