Ausstellung

Räume stehlen. Die digitale Rekonstruktion der Moderne

Bauhaus-Universität Weimar | 2017

Fragmente aus Wohnungseinrichtungen von Adolf Loos 1:1 rekonstruiert. Foto: Ortrun Bargholz
Foto: Ortrun Bargholz
3D-Druck eines Fragments einer Skulptur aus dem Haus Stoessl. Foto: Ortrun Bargholz
Ausstellungseröffnung auf der summaery2017. Foto: Ortrun Bargholz

Die Ausstellung präsentiert eine Serie von Fragmenten –  »Objektbiografien« – verschiedener von Adolf Loos entworfener Innenräume in Wien zwischen 1910 und 1929.
Ihre Anordnung im Ausstellungsraum ist als Nachstellung der sogenannten Loos´schen Wohnungswanderungen zu verstehen. Mit diesen hoch didaktischen Führungen lenkte der Architekt die Aufmerksamkeit nicht nur auf die Gesamterscheinung seiner Projekte und ihre Bedeutung, sondern konzentrierte sich vielmehr auf die verschiedenen Materialien, die er zur Komposition seiner Werke zusammenführte, wie auch auf deren Ursprung sowie auf architektonische Details, die zu ihrer Verbindung beitrugen.
Jedoch ist dieser Raum nicht als Rekonstruktion zu verstehen, sondern vielmehr als eine »architektonische Fantasie«, die sich aus »digitalen Proben« zusammensetzt. Diese stammen aus verschiedenen Bauwerken und wurden fotogrammetrisch gescannt, digital bearbeitet, im Maßstab von 1:1 reproduziert und mithilfe von VR Technologien und Sound animiert. Jedes Detail oder materielle Komposition kann zum Ausgangspunkt verschiedener Narrative werden. Interviews mit früheren oder derzeitigen Bewohnern, Archivaren, Denkmalpflegern und Kuratoren erklingen aus physischen Elementen und reflektieren über die Geschichte und das Nachleben des Werkes von Adolf Loos.
Der Raum setzt die Wege von Objekt-Biografien neu zusammen, die sich in einem Prozess von endloser Bewegung befinden.

This exhibition presents a series of fragments – »object-biographies« – of interior spaces designed by Adolf Loos in Vienna between 1910 and 1929.
Their assembly within the space of the gallery re-enacts Loos’ Wohnungswanderungen
(apartment walks) – with which the architect conducted highly didactic tours concentrating not on the entirety of his projects and its meaning – but rather on the materials that were brought together to compose them as well as on their origins and the architectural details that hold them together.
The room assembled here is not a reconstruction though, rather it is an »architectural fantasy« assembled from »digital samples« photogramatically scanned from different buildings, reproduced in 1:1 scale and animated through VR technologies and sound. Each detail or material composition can then become a starting point for different narratives: interviews with former and contemporary inhabitants, archivists, preservationists and trustees spring out of physical elements, reflecting on the history and afterlife of the architect’s work.
Put together, the room recomposes the trajectories of object-biographies in a process of endless migration.

VR-Modell der Bibliothek aus dem Haus Steiner. ©Centre for Documentary Architecture
Digital Scans im VR-Erlebnis. Foto: Simon Heidenreich
Digitaler Scan einer Büste von Adolf Loos im Haus Scheu. ©Centre for Documentary Architecture
Foto: Simon Heidenreich
3D-Modell des Übergangs zwischen Musik- und Esszimmer im Haus Moller. ©Centre for Documentary Architecture
Fotogrammetrische Aufnahme in Wien. Foto: Anna Luise Schubert
Recherche im Archiv der Albertina, Wien. Foto: Anna Luise Schubert

Concept
Prof. Dr. Ines Weizman

Research Assistant
Zsófia Kelm

Coordination/ Graphic Design
Anna Luise Schubert
Amelie Wegner

Technical Support
Simon Heidenreich
Martin Pohl
Mehran Mojtahedzadeh
Gianluca Pandolfo

Participants
Alexander Böckel
María Diego Fernnández-San Julián
Justina Dziama
Guang-Rui Fan
Henry Hadathia
King Hong Ho
Lena Mingers
Barbora Tothova
Chananthorn Vinitwatanakhun

Thanks to
All inhabitants of the Loos houses
Dr. Markus Kristan, Curator of Architektursammlung, Albertina Wien
Ralf Bock, Architecture Historian, Vienna
International Office, Bauhaus-Universität Weimar
Akademie der bildenden Künste Wien
Eyal Weizman and Ariel Caine, Forensic Architecture