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beitrag :

Kreisfreiheit in Weimar – Die Freiheit in Zahlen

63.000 < 100.000, 100.000 = Freiheit, ergo: 63.000 ≠ Freiheit.

Eine Zahl beschäftigt die Zukunft Weimars und seiner Institutionen. Daran hängt nicht mehr als die Freiheit, besser gesagt die Kreisfreiheit der Stadt. Diese soll Weimar nämlich entzogen werden, aufgrund der angestrebten Gebiets- und Verwaltungsreform der thüringischen Landesregierung. Was es damit auf sich hat, haben wir versucht, aufzuschlüsseln.

Im thüringischen Landtag wird die Mathematik neu geschrieben. Plötzlich ergeben die Gleichungen, die seit über 20 Jahren in Thüringen gelten, keinen Sinn mehr – besser noch, die Ergebnisse werden aufgrund eines Minuszeichens am Ende der Gleichung nicht mehr als gültig anerkannt.

Wenn kreisfreie Städte mindestens 100.000, Gemeinden mindestens 6.000 und Landkreise mindestens 130.000 und höchstens 250.000 Einwohner haben sollen, dann macht das aus 17 Landkreisen in Thüringen nur noch acht. Und aus sechs kreisfreien Städten nur noch zwei.

Folglich soll auch Weimar, mit einer Einwohnerzahl von 63.000 Einwohnern bis 2019 seinen Status als kreisfreie Stadt verlieren. Stattdessen soll sich Weimar mit dem Landkreis Sömmerda und dem Weimarer Land zu einem neuen Kreis zusammenschließen.

Obwohl seit 2004 darüber diskutiert und seit 2013 werden Pläne geschmiedet werden, drängt plötzlich die Zeit. Laut einem Gesetzesentwurf der thüringischen Landesregierung sollen erste Maßnahmen der Gebietsreform noch in diesem Jahr umgesetzt werden – erst freiwillig, später zwangsweise.

Während sich die Regierung mit der Gebiets- und Verwaltungsreform auf eine zukunfts- und leistungsfähige Struktur, sowie Kosteneinsparungen beruft, fürchten viele Weimarer den Verlust der kulturellen Vielfältigkeit (beispielsweise das Ende des Kunstfestes).

Kann man die Mathematik gewissermaßen noch einmal neu schreiben oder ist die Aufhebung der Kreisfreiheit Weimars nicht mehr zu verhindern?

In einem Gespräch mit Daniel Gracz (StuRa-Vorstand, der sich gegen den Verlust der Kreisfreiheit Weimars engagiert) und Max Müller (schreibt eine Abschlussarbeit zu diesem Thema) haben wir die wichtigsten Punkte der anstehenden Gebiets- und Verwaltungsreform zusammengefasst.

Mehr zur Verwaltungs- & Gebietsreform auf MDR.de



Redaktion/Technik : Johanna Siegemund
Interviewpartner: Maximilian Müller & Daniel Gracz
Foto: Weimar Freiheit Lieben

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