Published: 30 August 2017

Workshop: Constructive Thinking – Mikropolitiken experimenteller Praktiken

Der Workshop versammelt und tauscht Perspektiven des experimentellen, wissenschaftlichen Arbeitens aus. Es werden Impulsbeiträge gestaltet, Texte diskutiert und Praktiken erprobt.

Wir setzen uns unter dem Titel »constructive thinking« mit der Verknüpfung von wissenschaftlichem und künstlerischem Forschen auseinander. Praktiken aus dem Bauhaus oder dem Black Mountain College, in denen Kunst zu einem Experimentierfeld von Existenzweisen wurde, lassen sich als politisches, prozessuales und erfahrungsbasiertes Forschen heute aktivieren. Wie können wir heute das immanente politische Potential künstlerisch-wissenschaftlicher Praktiken in unserer alltäglichen Arbeit entfalten? Experimente der Aktivierung und des Aktivismus diesseits und jenseits der Universität nennen Fred Moten und Stephano Harney „study“: Nicht die Ergebnisse, sondern die Mikroprozesse des (künstlerischen) Forschens, seine affektiven Modulationen stehen so im Fokus. Collagieren, Mixen, Versammeln, Jammen, Singen, Fotografieren, Gärtnern (...) können Weisen der Individuation, Kollektivierungspraktiken und zugleich Formen der Wissensproduktion sein. Diese Techniken werden zu einem Milieu politischer Affekte und sind so zentral für die Hervorbringung von Existenzweisen des Lernens, Lehrens und Forschens an der Universität und darüber hinaus. Wie lassen sich heute neue Formen der Kollaboration erzeugen, wie sie z.B. von Félix Guattari anhand von u.a. Michel Foucaults und Daniel Deferts aktivistischem Forschungsprojekt Groupe d’information sur les prisons geschildert werden?

Konzept: Julia Bee, Gerko Egert, Stefan Hölscher

Zeit: 28. bis 29. September 2017
Ort: Bauhaus-Universität Weimar, Berkaerstraße 1, R 003



Programm

Donnerstag, 28.9.2017


13:30-14:30
Julia Bee, Gerko Egert, Stefan Hölscher
Einleitung

14:30-15:30
Diskussion. Auszüge aus Isabelle Stengers „In Catastrophic Times“

Pause

16:00-17:00
Elisa Linseisen
/. Slash/Dot /. Die Konvertierung von Denk/Formaten

17:00-18:00
Maximilian Haas
Deleuzes Methode der Dramatisierung und die Künstlerische Forschung im Theater

Pause

18:30-19:30
Jan Müller
›Gemeinsam denken‹? Literatur, Dialog, Theater


Freitag, 29.9.2017

9:30 -10:30
Sven Seibel
Peinliche Analogien und optimistische Pädagogik - affektive Infrastrukturen lesen mit Lauren Berlant

10:30-11:30
Katja Kynast
Sich einmischen. Gestisches Denken und Handeln, essayistisches Verstehen mit Farocki

Pause

12:00-13:00
Martina Ruhsam
Komposition als intra-aktives Experiment (anhand der Praxis kollektiven Schreibens)

Pause

14:00-15:00
Elena Vogman
Hubert Fichte und die Ansätze zu einer Laienanthropologie

15:00-16:00
Christoph Brunner
Activist Sense und Praktiken des Affective Relaying