Lang

Kevin Lang

Kevin Lang

Bauhaus-Universität Weimar
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Forschungsdatenmanagement

Forschungsdatenmanagement bezeichnet alle Maßnahmen, die dafür notwendig sind, um digitale Forschungsdaten dauerhaft nutzbar zu machen. Im Englischen wird das Synonym "Research Data Management" verwendet, welches auch im deutschen Raum weit verbreitet ist. Ziel ist es nicht nur, die im Forschungsprozess entstehen Daten sorgfältig zu organisieren und zu pflegen, um ein besseres Arbeiten mit ihnen zu ermöglichen, sondern die Forschungsdaten für alle Wissenschaftler frei zugänglich zu machen um einen öffentlichen Umgang von Wissen zu fördern. Damit werden auch andere Teilgebiete wie "Open Data" und "Open Access" unterstützt.

Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisation mit ihren Grundsätzen und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit ihren Leitlinien haben die ersten Orientierungshilfen zum Umgang mit Forschungsdaten geschaffen. Sie beinhalten unter anderem folgende Richtlinien:

  • Planungen zum Forschungsdatenmanagement sind bereits in der Projektplanung und der Antragstellung zu berücksichtigen
  • Die Sicherung und freie Zugänglichkeit der Forschungsdaten ist zu gewähren, sofern keine wissenschaftlichen oder rechtlichen Interessen verletzt werden, beispielsweise in Form von Datenschutzrichtlinien oder Verpflichtungen gegenüber Dritten
  • Die Verwendung von einschlägigen Standards und Verfahren ist einzuhalten, um die Qualität der Daten zu verbessern und deren Wiederverwendbarkeit zu gewähren

Diese Richtlinien sollen helfen die Anerkennung der Forschung und die Reputation der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu steigern und wird von vielen Geldgebern bereits verlangt, aber auch gefördert.

Als Forschungsdaten sind im Allgemeinen alle Daten gemeint, die während des Forschungsprozesses generiert, gesammelt, verarbeitet oder analysiert werden können. Dazu zählen auch Forschungsergebnisse und gegebenenfalls benötigte Werkzeuge oder Verfahren, die im Verlauf der Forschungsarbeit und zur Lösung von Forschungsaufgaben entstanden sind.

Das Forschungsdatenmanagement beschreibt die gesamte Planung, Erfassung, Verarbeitung, Dokumentation, Archivierung und Publikation der Forschungsdaten.

Die Leitlinie zum Umgang mit Forschungsdaten der Bauhaus-Universität Weimar

Das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft fördert im Zuge seiner Strategie zur Digitalisierung im Hochschulbereich mehrere Projekte, die den Umgang mit digitalen Medien verbessern soll. Darunter fällt auch die Entwicklung einer eigenen Leitlinie zum Umgang mit Forschungsdaten an jeder Hochschule. Diese Leitlinie für die Bauhaus-Universität Weimar befindet sich derzeit in Arbeit und wird voraussichtlich noch 2019 verabschiedet.

Das Thüringer Kompetenznetzwerk Forschungsdatenmanagement

Da an vielen Thüringer Hochschulen keine Kontaktstelle für Forschungsdatenmanagement existiert, wird vom Thüringer Kompetenznetzwerk Forschungsdatenmanagement eine thüringenweite Plattform (voraussichtlich April 2019 erreichbar) bereitgestellt, die nicht nur Informationsmaterial und News zu Veranstaltungen enthält, sondern selber einen Helpdesk anbietet an dem man alle Fragen zum Thema FDM richten kann.

Die Informationswebseite forschungsdaten.info

Die Webseite forschungsdaten.info wurde als deutschlandweite Plattform geschaffen, um Materialien in deutscher Sprache zu dem Thema Forschungsdatenmanagement bereitzustellen. Auf der Plattform befinden sich u.a. Videos, Tutorials und Informationstexte, die sowohl einen Überblick über das Thema erlauben als auch spezifische Fachinformationen enthalten.

Die nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)

Die verschiedenen Fachkonsortien der NFDI haben die Aufgabe die Datenbestände von Wissenschaft und Forschung systematisch zu erschließen, nachhaltig zu sichern und zugänglich zu machen sowie (inter-)national zu vernetzen. Damit stellen sie eine wichtige Rolle bei dem Forschungsdatenmanagement vieler wissenschaftlicher Einrichtungen dar. Seitens der DFG kann man sich über die NFDI hier informieren.