Die Weimarer Kinderbibel

Die Weimarer Kinderbibel - Ein Kooperationsprojekt in der Lutherdekade 2012-2017

Cover der Weimarer Kinderbibel

Im Wintersemester 2011/12 entstand im Rahmen der Kooperation der Literarischen Gesellschaft Thüringen e. V. mit dem Lehrgebiet Kunst und ihre Didaktik an der Bauhaus-Universität Weimar und der Initiatorin Dr. Annette Seemann die erste Weimarer Kinderbibel. In Zusammenarbeit mit 5 Schulen in Weimar nahmen über 80 Schülerinnen und Schüler an dem Projekt teil.

Auf Grundlage von Projektwochen zum Wirken und Leben von Luther wurden in den betreffenden Schulklassen der Jahrgänge 4-7 ausgewählte Geschichten aus dem Alten Testament durch ehrenamtliche Geschichtenerzähler vorgetragen und im Anschluss in eigenen Worten wiedergegeben. Studierende des Lehramtes, der Visuellen Kommunikation, des Produktdesigns und der Freien Kunst betreuten den Prozess der Übersetzung vom Text in einen bildnerischen Ausdruck durch den experimentellen Umgang mit Techniken der Kalligrafie. Die entstandenen Arbeiten wurden öffentlich präsentiert und in einem ersten Band der Weimarer Kinderbibel zusammengefasst.

Aktuell wird der zweite Band gestaltet und im September dieses Jahres veröffentlicht. Auch in der zweiten Projektphase haben sich 5 Lerngruppen aus Weimar an der Entstehung der Kinderbibel beteiligt. Auf Grundlage weiterer Geschichten aus dem Alten Testament betreuten erneut Studierende aus dem Lehramt Kunsterziehung und der Visuellen Kommunikation den bildnerischen Prozess der Schülerinnen und Schüler. In diesem Jahr fanden verschiedene Techniken der experimentellen Druckgrafik ihren Einsatz. Im Januar wurden die entstandenen Arbeiten vor einem großen Publikum in der Eckermann-Buchhandlung ausgestellt.

Das Projekt wird dokumentarisch begleitet. Ergebnisse und Konzepte können auf der Website abgerufen werden. Im kommenden Wintersemester wird die Schulkooperation erstmalig über die Grenzen Weimars hinausgehen. Zum Einsatz kommen verschiedene Techniken der Malerei.

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Weimarer Kinderbibel erhält Thüringer Kulturpreis 2014

Für ihr Projekt »Weimarer Kinderbibel« ist die Literarische Gesellschaft Thüringen (LGT) mit dem Thüringer Kulturpreis 2014 geehrt worden. Kulturminister Christoph Matschie überreichte den mit 15.000 Euro dotierten Preis am Donnerstag, 4. September 2014, im Rahmen einer Festveranstaltung im Erfurter Collegium Maius. Studierende der Bauhaus-Universität Weimar waren maßgeblich am Projekt »Weimarer Kinderbibel« beteiligt.

Das Projekt beginnt mit einer Zeitreise zu Martin Luther. Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler erfahren von Experten, welche Auswirkungen die Übersetzung der Bibel auf die Gesellschaft und auf den Alltag der Menschen hatte. Diese Erfahrungen münden in neue Geschichten, die von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar mit verschiedenen Techniken gestalterisch umgesetzt werden, so in Kalligrafien, Drucken, Bildern oder Computeranimationen. Die Studierenden gehen anschließend in die beteiligten Schulen und entwickeln die gestalterischen Ideen zu biblischen Texten mit den Schülerinnen und Schülern weiter. Gemeinsam mit Kunstlehrern wird in dieser Phase höchst kreativ gearbeitet, gemalt, gedruckt und experimentiert. Am Ende entstehen beeindruckende Werke, die ausgestellt und in einem der jährlich erscheinenden Bände der »Weimarer Kinderbibel« abgedruckt werden.

Das Projekt »Weimarer Kinderbibel« bietet eine Mischung aus Wissenserwerb und der Förderung von Fähigkeiten wie konzentriertes Zuhören, Verstehen von Inhalten, Schreiben und Lesen einerseits, aber auch von gestaltenden und bildnerischen Kompetenzen, die je nach Schultyp und Klassenstufe in je spezifischen Prozessen erworben werden. Der Phase der Auseinandersetzung mit dem Leben und Werk Luthers an seinen Wirkungsstätten folgen die Annäherung an ausgewählte Texte des Alten und Neuen Testamentes durch ehrenamtliche Geschichtenerzähler sowie die Nacherzählung der biblischen Geschichten in eigenen Worten durch die beteiligten Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klassen.  

In gestalterischen Prozessen erfahren dann die individuellen Geschichten der Kinder eine bildnerische Umsetzung, die aufgrund des experimentellen Charakters im Umgang mit den jeweiligen künstlerischen Techniken und Strategien große Freiräume bietet, mit ungewohnten Zugängen konfrontiert und eine über die rein kognitiven Annäherung hinausgehende Form des Zugangs zu Luther und seinem Werk ermöglicht.

68 Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren aus einer 5. Klasse, zwei sechsten Klassen und einer Mittelstufenklasse der Landenbergerschule wirkten in der dritten Staffel der Weimarer Kinderbibel mit. Zum ersten Mal nahm im vergangenen Schuljahr auch eine Schule außerhalb Weimars teil: Das Evangelische Ratsgymnasium in Erfurt mit einer 6. Klasse. Großformatig wurde mit verschiedenen Maltechniken experimentiert. Grundlage bot ein Workshop von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar mit dem Berliner Künstler Martin Pfahler. Die aus den Seminaranregungen unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Dreyer gewachsenen Konzepte waren an den Fähigkeiten und Entwicklungsstufen der Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Schulform orientiert. Sämtliche Konzepte stehen auf den Projektseiten der Weimarer Kinderbibel zum Download zur Verfügung.

Das Projekt »Weimarer Kinderbibel« konnte im Rahmen der dritten Staffel neben einer Ausstellung in der Eckermann-Buchhandlung auch eine weitere Ausstellung in der Thüringer Aufbaubank (Erfurt) realisieren. In der zweiten Jahreshälfte 2015 werden die Texte und Bilder der Schülerinnen und Schüler auf der Wartburg in Eisenach in den Sonderausstellungsräumen präsentiert.

Der Thüringer Kulturminister Matschie bezeichnete das Projekt als »einen unverwechselbaren Thüringer Beitrag in der Reformationsdekade.« Für die Entscheidung der Jury gaben die innovativen und künstlerisch abwechslungsreichen Vermittlungsansätze des Projektes den Ausschlag. Texte, Bilder und Techniken würden in mehreren, gut aufeinander abgestimmten Phasen vermittelt. Das Projekt sei bundesweit beispielgebend für eine professionelle spartenübergreifende Projektarbeit und ein Aushängeschild für Thüringen in der Lutherdekade.

Ausstellung der vierten Staffel der Weimarer Kinderbibel

Am Donnerstag, 22. Januar 2015, eröffnete die Ausstellung der 4. Staffel der Weimarer Kinderbibel in der Weimarer Stadtbücherei.

Die Ausstellung der Arbeiten umfasste Bibelgeschichten, Collagen und Assemblagen, die im Schuljahr 2014/15 in Weimar und Eisenach entstanden waren, erneut angeleitet durch Studierende der Bauhaus-Universität Weimar.

Beteiligte Schulen:
Martin-Luther-Gymnasium Eisenach, Johannes-Landenberger-Förderschule Weimar, Staatliche Regelschule »Johann Heinrich Pestalozzi« Weimar, Staatliches regionales Förderzentrum »Herderschule« Weimar 

Premiere des sechsten Bandes der Kinderbibel

Am Mittwoch, 27. September 2017, feierte der sechste und letzte Band der Weimarer Kinderbibel Premiere.

Die sechste und damit letzte Staffel des mehrjährigen Großereignisses »Weimarer Kinderbibel« wurde mit der Präsentation von Band 6 abgeschlossen. In das Buch aufgenommen wurden die Geschichten und die Gestaltungen – als Techniken kamen Leuchttisch-Legetrick und Computergrafik zum Einsatz – von 70 Schülern, darunter 34 aus Weimar, 27 aus Eisenach und 9 aus Bad Berka. Einige der Geschichten wurden von Schülerinnen und Schülern vorgelesen. Die Bände können bei der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V. bestellt werden.

Studierende der Fakultät Kunst und Gestaltung haben haben die Konzepte für die Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern in den verschiedenen computerbasierten Zugängen erarbeitet und umgesetzt. Betreut wurde das Projekt von Andrea Dreyer, Professorin für Kunst und ihre Didaktik.

Forscher- und Entdeckerraum für die Herderkirche

Eröffnung eines Forscher- und Entdeckerraums für Kinder und Jugendliche in der Herderkirche

Am Dienstag, 31. Oktober 2017, 13 Uhr, wurde in der Weimarer Stadtkirche St. Peter und Paul (Herderkirche) ein pädagogischer Forschungs- und Entdeckungsraum für Kinder und Jugendliche eröffnet. Dieser Raum entstand in Zusammenarbeit von Prof. Andrea Dreyer, Kunst und ihre Didaktik, mit der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Weimar und der Literarischen Gesellschaft Thüringen. Der Raum steht fortan Kindern und Jugendlichen, Konfirmandengruppen und Schulklassen in der Herderkirche zur Verfügung.

Nach der erfolgreichen Durchführung des Projektes »Weimarer Kinderbibel« im Rahmen der Reformationsdekade werden deutschlandweit Gruppen von Kindern und Jugendlichen in die Weimarer Herderkirche eingeladen, sich kreativ und interaktiv mit der Reformation und der Bibel zu beschäftigen.
Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche in Alter von 13 bis 15 Jahren. Nach einer kurzen Einführung durch Pfarrer Sebastian Kircheis und die Projektleiterinnen Dr. Annette Seemann und Prof. Dr. Andrea Dreyer kann der Raum selbständig besichtigt und getestet werden.

Der Forscher- und Entdeckerraum fungiert als selbsterklärende Vermittlungsinstanz zwischen Geschichte und Gegenwart. Konsequent wurden die Inhalte der Weimarer Kinderbibel, die sich an die schulischen Jahrgänge 4-7 richtete, vertieft und didaktisch und inhaltlich ausgeweitet, auch auf Jugendliche bis zum Abituralter.

Dabei dient die erkundende, entdeckende und forschende Haltung der Kinder und Jugendlichen als Grundlage des Erweiterns von Wissen und Können im text- und bildbasierten Arbeiten. Von den drei Altersmodulen (4-7, 7-9, 10-12) präsentieren die Kooperationspartner vorerst jenes für die Altersstufe 7-9. Hier dient das Bildprogramm der Herderkirche (der Cranachaltar) als Ausgangspunkt für ein Wissen erweiterndes Suchspiel.

Verantwortlich für die gestalterischen Entwicklung wie didaktische Konzeption sind die Studierenden bzw. Alumni Magdalena Berger (LAK), Isabel Kaminsky (LAK), Alina Mueck (PD) und Maja Menzel (LAK) unter der Projekt- und Seminarleitung von Gabriele Korrek und Prof. Dr. Andrea Dreyer sowie der tutoralen Begleitung durch Marc-Oliver Lau. Dieser wirkte auch maßgeblich an der Umsetzung des1:10-Modells mit. Für die Gestaltung der Säule zeichnet sich die Künstlerin und ehemalige Studierende des Lehramtes Kunsterziehung Nastasja Keller maßgeblich verantwortlich, ebenso für die Entwicklung und Gestaltung der Vermittlungskonzepte sowie der dazugehörigen Handreichungen. Die Diplomgestalterin Conny Liebig übernahm die gestalterische Umsetzung der Schubkästeninhalte. Zudem wurde das Projekt von zahlreichen Firmen unter Koordinierung des Bauvorhabens durch das Architekturbüro Löffler unterstützt.

Die Module für die weiteren Altersstufen werden bis zum Jahresende fertiggestellt. Ab dem 1. Januar 2018 nimmt das Büro der Ev-Luth. Kirchengemeinde (Frau Sieler, Tel. +49(0)36 43 / 90 31 82) Anmeldungen von begleiteten Kinder- und Jugendgruppen zur kostenfreien Raumnutzung entgegen.