Ein Leben für den Sport | Winfried Simmat gibt im Gespräch mit Bibliotheksdirektor Frank Simon-Ritz Auskunft über ein bewegtes Leben. Geboren wurde Winfried Simmat, der im kommenden Jahr seinen 90. Geburtstag feiert, 1936 im ostpreußischen Schlossberg – heute Dobrowolsk. Die Flucht am Ende des 2. Weltkriegs führte die Familie ins sächsische Penig. Schon im Grundschulalter wurde sein großes Interesse an spielerischer Bewegung offenkundig. In der 7. Klasse schenkte ihm ein Lehrer ein Buch mit dem Titel »Der moderne Sport – eine der großen, den Menschen prägende Möglichkeiten«, das ihn bis heute begleitet (vgl. Abb.).

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Von 1954 bis 1957 studierte Simmat an der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK) in Leipzig und bereitete sich damit auf eine Tätigkeit für den Deutschen Turn- und Sportbund (DTSB) vor. Nach Beendigung des Studiums nahm er eine Tätigkeit als »Kreissportlehrer« im Kreis Weimarer Land auf. 1959 erfolgte die Berufung in den DTSB-Bezirksvorstand in Erfurt. Hier war Simmat noch im gleichen Jahr an den Vorbereitungen für das Deutsche Turn- und Sportfest in Leipzig beteiligt. Im Herbst 1959 begann seine Zeit als Sportlehrer im Hochschuldienst an der Hochschule für Architektur und Bauwesen (HAB). Über mehr als 40 Jahre bis zum Ruhestand im Jahr 2001 war er als Sportlehrer und Trainer tätig und ab 1991 als Leiter des Hochschulsportzentrums der HAB.
Offen gibt Winfried Simmat Auskunft, wie sich die Rolle des Sports durch die gesellschaftlichen Veränderungen in seinem langen Berufsleben verändert hat. Die staatlich unterstützte Sportbegeisterung in der DDR ist genauso ein Thema, wie die Nähe, die die »Leibesertüchtigung« und die »Wehrertüchtigung« in diesem System teilweise hatten. In diesem Zusammenhang geht er kurz auch auf die »Kampfbahn« (vgl. Abb.) ein, die ein Teil der Sportanlagen an der Falkenburg war. Die größte Veränderung in seinem Berufsleben brachte die politische Wende der Jahre 1989/90 mit sich. Zu den bitteren Erfahrungen im Berufsleben Winfried Simmats gehört der »Rückbau« des Hochschulsportzentrums, den er nach der Wende in verantwortlicher Position moderieren musste. Die Zahl der Sportlehrer musste von bis dahin zwölf auf nur noch drei Personen reduziert werden.
Am Ende des Gesprächs steht ein Ausblick auf das Verhältnis des Hochschulsports zur Stadt. Hier trat Simmat immer für eine Öffnung und kooperative Nutzung der Sportanlagen mit Vereinen und Schulen ein. Resümierend stellt er fest, dass seine Leidenschaft bis heute dem Sport sowie der Vermittlung bewegungstechnischer und gesundheitsrelevanter Kenntnisse gilt.
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