Eindrücke des Pinselworkshops aus dem vergangenen Jahr (Bild: Mia Hallmanns).
Published: 06 July 2017

Chinesische Teezeremonie meets Schiller und Bauhaus: Interkultureller Workshop mit Gästen aus China und Taiwan

Am kommenden Wochenende sind etwa 20 Gäste aus China und Taiwan zu Besuch an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar. Gemeinsam mit Studierenden des Studiengangs Medienkultur beschäftigen sie sich drei Tage lang mit kulturellen Prozessen in China und Deutschland. Neben Filmsichtungen und Stadtführungen wird es einen Workshop zu traditioneller chinesischer Malerei und eine Teezeremonie geben.

Über drei Tage findet die Begegnung zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Taiwan, China und Frankfurt mit Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar statt. Auf dem Programm stehen einerseits Impulse aus der Geschichte Weimars, wie ein Besuch des Schillermuseums und eine Führung durch das Bauhaus-Museum. Die Studierenden erhalten aber auch Einblicke in die chinesische Kultur.  

Bereits zum zweiten Mal findet der interkulturelle Austausch in Weimar statt. Für Dr. Simon Frisch geht es dabei darum, den Studierenden einen neuen Blick auf etablierte kulturelle Techniken wie das Schreiben zu vermitteln. Die chinesische Schreibkunst mittels Pinsel verdeutlicht dies sehr anschaulich: »Der Pinsel ist ein kompliziertes Schreibgerät. Wenn man damit schreiben möchte, muss man seinen ganzen Körper regulieren, um die Zeichen richtig hinzubekommen. Schreiben wird so eine leibliche Übung, eine Art Gymnastik«, erklärt Dr. Simon Frisch. In eigenen Übungen können die Studierenden so ausprobieren, welche Rolle Zeit, Raum und Richtung in der chinesischen Schrift spielen.

Ein weiteres Highlight ist die Durchführung einer klassischen chinesischen Teezeremonie.  Auch hier wird der Blick auf das vermeintlich schnörkellose Teetrinken nach deutscher Gewohnheit irritiert: Die komplexe Prozedur aus mehrfachem Hin- und Hergießen von heißem Wasser erschließt sich nicht sofort. In der Diskussion um Kunst und Kultivierung zwischen den Teilnehmenden soll es dann darum gehen, welchen Einfluss Handwerk und Genuss bei der Zeremonie haben, aber auch um Bewegungsabläufe, die chinesische Philosophie des Daoismus und kulturelle Inszenierungen.


Interkultureller Workshop: »Kunst und Kultivierung: Zeitgenössische Transformationen klassischer chinesischer und deutscher Ästhetik«
Samstag, 8. Juli 2017
14 Uhr: Treffen am Römischen Haus, von dort Spaziergang zum Haus am Horn und zum Goethe-Gartenhaus
15.30 Uhr: Besuch des Schillermuseums
16.30 Uhr: Besuch des Bauhaus-Museums, Führung: Dr. Simon Frisch
17.15 Uhr: Besichtigung Herderplatz und Herderkirche
19.45 Uhr: Filmsichtung im Lichthaus Kino: The Assassin (105 Minuten)

Sonntag, 9. Juli 2017
9 Uhr: Treffen in der Gründerwerkstatt neudeli, Helmholtzstraße 15
Vormittags: Malen und Schreiben (JIANG Sanshi, KE Xiaogang)
12 Uhr: Mittagspause
13 Uhr: Gespräch über den Film The Assassin (Dr. Simon Frisch)
15 Uhr: Gespräch über Schiller (ZHANG Xuanci)
17 Uhr: Kurzimpulse und Gespräche über Kunst und Kultivierung

Montag, 10. Juli 2017
9 Uhr: Treffen in der Gründerwerkstatt neudeli, Helmholtzstraße 15
Vorführung einer Teezeremonie (Volker Heubel)
Vortrag und Gespräch zu Teekultur in China, Japan und im Weimar zur Goethezeit (Volker Heubel)
12 Uhr: Abreise der Gäste, Ende des Workshops


Für Fragen zum Workshop können Sie sich gern an Dr. Simon Frisch wenden:
Dr. Simon Frisch
Dozentur Film- und Medienwissenschaft
Tel.: +49 (0) 36 43/58 37 37
E-Mail: simon.frisch[at]uni-weimar.de