Synergie!

Synergie! Der Nordosten Weimars ist Stadt, Rand und Land.

Nördlich der Gleise und östlich der Bundesstraße 7 grenzt der „Weimar-Nord-Mix“ an den ländlichen Raum. Kartoffeläcker und Rapsfelder gehen quasi über in die Felder des Gewerbegebietes Weimar Nord mit den klassischen Gewerbenutzungen wie Autohandel, Baumaschinenbetrieb, Bauunternehmen, eine Fastfood Kette und ein Discount Supermarkt. Aber auch eine Kita, die Berufsfeuerwehr, eine Kletterhalle, ein Ausbildungszentrum, und ein Gebrauchtwarenkaufhaus bieten dort ihre Dienstleistungen und Waren anund füllen damit einen Teil der Felder. Flankiert wird die gewerbliche Fläche im Westen durch Kleingärten und Flächen für Wohnen–Mehrfamilienhäuser aus den 1900-1930er Jahren und Einfamilienhäusern aus der DDR-Zeit. Einige Felder sind bislang „leer“ geblieben und warten als Schotterrasen auf ihre zukünftige Entwicklung. Mittendrin sitzt die sogenannte KET-Halle als denkmalgeschützter, 19tsd Quadratmeter großer Superblock mit schwieriger Vergangenheit. Eröffnet als Werkzeugmaschinenfabrik, zu Beginn der NS-Zeit zur Munitionsfabrik umgebaut und durch Zwangsarbeiter aus dem KZ Buchenwald betrieben. Nach dem Krieg als Produktionshalle für Kartoffelerntemaschinen umgenutzt ist sie momentan eine Halle für Ausstellungen und kulturelle Events aller Art. Seit kurzem werden dort auch Arbeitsräume vermietet. Wie kann sich ihr Umfeld entwickeln?  Welche Synergien stecken bereits in dieser Mischung an Programmen und Typologien und wie kann man den Mix positiv weiter- oder umbauen, indem neue, alternative Modelle des Zusammenlebens und nachhaltiger Produktion sowie innovative Freiräume für ein ökologisches Gleichgewicht eingefügt werden? Und wie verändert dies unter Umständen die Beziehung von Stadt zu Land und die Rolle eines Stadtrands?Oder Landrands? Wie baut man weiter am Übergang von Stadt und Land?

Die Professur Stadt Raum Entwerfen beteiligt sich an der Einführung in das städtebauliche Entwerfen. Im 4. Kernmodul bieten wir dazu in diesem Semester erneut eine Entwurfsaufgabe in Weimar an. Der Städtebauliche Entwurf setzt auf eine lokal verortete Aufgabenstellung in Kombination mit ausgewählten aktuellen, für das Zusammenleben relevanten, Parametern (z.B. Inklusion und neue Produktivität,Biodiversität und Gesundheit, Austausch von Stadt und Land, zukünftige Mobilität und Umgang mit Status Quo und Vergangenheit). Bachelor Studierende aus Architektur und Urbanistik werden in diesem Semester in gemischten (3er) Teams an dieser Aufgabe arbeiten. Wir werden uns beschäftigen mit: konzeptuellem Entwickeln von nachhaltigen, kontextbezogenen stadträumlichen Visionen; Analyse, Beobachtung und Auswertung bestehender Strukturen und Benutzungsmuster; dem Weiterbauen am bestehenden Gefüge, sowie dem Entwerfen neuer räumlicher Qualitäten auf Quartiersmaßstab und von Einzelsituationen; mit der für den Städtebau wichtigen Erdgeschosszone (M1:500) und dem unerlässlichen Bezug zum Kontext (M1:1000, M1:5000) der Stadt Weimar und Umgebung. Wir werden arbeiten mit: Stadterkundung, Mapping, Modellbau, Übungen zu Maßen und Formaten und der Darstellung von Raumqualitäten. Die wöchentlichen Betreuungen werden ergänzt durch thematische Inputs zu den oben genannten Aspekten. Wir freuen uns auf Mini-Workshops mit Gästen aus den Fachbereichen Landschaftsarchitektur und Darstellung und auf den KickOff-Workshop in der Exkursionswoche.

 

KickOff: 09.04.24, 9.30 Uhr, Raum tba

Workshop in Weimar: 22.04.24 - 25.04.24

Betreuung und Studio Inputs: immer Dienstag zwischen 9.30 Uhr und 17.30 Uhr

Schlusspräsentation: 09.07.24, ganztägig