Maybritt Hennig: »YOU’RE IN EUROPE, BABY! Die kosmopolitische Bedeutung von Lokalkultur für eine Europäische Medienkultur: Eine Analyse des österreichischen Radiosenders FM4«

Die Welt ist im Begriff sich zu ‚kosmopolitisieren‘. Menschen und Kulturen werden immer mobiler und sind nicht mehr auf ein Territorium beschränkt. Auf die Verflechtung der verschiedenen Lokalkulturen kann Europa auf zwei Weisen reagieren: Entweder können sich die einzelnen Länder renationalisieren und voneinander abgrenzen, oder wir erkennen, dass wir sowohl kulturelle Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede haben können und das genau das ‚das Europäische‘ ist. Deswegen hat Maybritt Hennig ihre Abschlussarbeit im Studienprogramm Europäische Medienkultur über den österreichischen Radiosender FM4 geschrieben ...

Darum geht es in meiner Abschlussarbeit

Die Arbeit handelt davon, welche Rolle Lokal- und Subkulturen für die europäische Medienkultur spielen. Der Radiosender FM4 hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lokal- und Subkulturen eine kritische Größe zu verleihen. Für meine Arbeit habe ich einzelne Sendebeiträge untersucht, um festzustellen, dass die europäische Kultur in den Lokalkulturen selbst verinnerlicht ist.

So habe ich mein Thema gefunden

Ich konnte mich nicht zwischen zwei Themen entscheiden, also musste ein drittes her. Ich habe alle möglichen kreativen Techniken ausprobiert, damit ich eine gute Idee bekäme. Als ich eines Morgens wie üblich Radio FM4 hörte, da fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen …

Deswegen habe ich in Weimar studiert

Ich hatte Lust, mich mit Medien kritisch auseinanderzusetzen, an zwei Universitäten in zwei Ländern zu studieren, mein Französisch zu vertiefen und den Fokus auf Europa zu legen. Ich habe gelernt, eine ‚kulturelle Nomadin‘ zu sein, mich in andere Kulturen einzufühlen und meine eigene kulturelle Identität zu reflektieren. Meine Begeisterung für Europa wird mir bleiben …

Daphna Dreifuss: »We don‘t like to be called “refugees” - Problematische Aspekte der medialen Darstellung von Geflüchteten und die Funktion des Kinos«

Das Thema Flucht ist momentan allgegenwärtig: mit weltweit 65,3 Millionen Menschen auf der Flucht gab es noch nie so viele Vertriebene wie im Jahr 2016, weshalb wir uns zwangsläufig auch in Zukunft noch viel mit der Thematik beschäftigen werden müssen. Die Massenmedien prägen unser Bild der Welt maßgeblich mit, und so haben diejenigen, die Inhalte produzieren, mehr Verantwortung denn je. Es ist daher umso wichtiger, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was bestimmte Formen der Darstellung auslösen können. Die Art und Weise, wie der gesellschaftliche Diskurs über Geflüchtete heute geführt wird, wird sich maßgeblich darauf auswirken, ob es in Zukunft eine Kultur des respektvollen Umgangs auf Augenhöhe mit ihnen geben kann. Deswegen hat Daphna Dreifuss ihre Abschlussarbeit im Master-Studiengang Medienwissenschaft über die mediale Darstellung von Flüchtlingen geschrieben.

Darum geht es in meiner Abschlussarbeit

Ziel meiner Abschlussarbeit war es, Ansätze für progressive mediale Darstellungen von Geflüchteten zu finden; abseits von stereotypen Repräsentationen, in denen die Vertriebenen nur als Opfer oder Bedrohung gezeigt werden. Der erste Teil der Arbeit betrachtet daher mediale Darstellungen von Geflüchteten und zeigt auf, dass es bei deren Repräsentation in den Informationsmedien vielerlei problematische Aspekte gibt; angefangen bei kolonialen Strukturen im Mediendiskurs über das Othering und stereotype Darstellungen bis hin zu ethischen Fragen bezüglich der medialen Darstellung von Leid. Dabei kritisiert die Arbeit insbesondere die Verortung von Geflüchteten im Zentrum eines „Opfernarrativs“, welches die Flucht zum definierenden Element ihrer Existenz erklärt, ihre Individualität negiert und „den Flüchtling“ zur sozialen Kategorie macht. Die Argumentation stützt sich insbesondere auf die Thesen Hannah Arendts zur Selbstbezogenheit des ihr zufolge anti-politischen Mitleids, sowie auf Vilém Flussers Werke zur Kreativität von Vertriebenen im Exil. Sie spricht sich somit gegen Mitleid als Basis für die Repräsentation von und Interaktion mit Geflüchteten aus und plädiert stattdessen für einen Fokus auf das schöpferische Potenzial, welches die Vertriebenen konstruktiv in die Gesellschaft mit einbringen können.    

Der theoretische Teil kommt zu dem Schluss, dass Informationsmedien aufgrund ihrer strukturellen Gegebenheiten kaum dazu in der Lage sind, nicht-stereotype Repräsentationen von Geflüchteten zu produzieren, weshalb dem Film hierbei eine essentielle Rolle zukommt. Entsprechend beschäftigt sich der zweite Teil der Arbeit mit dem Thema Flucht im Kino. Hier werden einige Filmbeispiele betrachtet und analysiert, bei denen es den Filmemachern gelungen ist, auf narrativer und/oder visueller Ebene progressive Methoden zu finden, um differenzierte und vielschichtige Darstellungen von Geflüchteten zu schaffen.

So habe ich mein Thema gefunden

Als im Sommer 2015 zahlreiche Geflüchtete nach Deutschland kamen und die Medien sehr intensiv darüber berichteten, fiel mir auf, dass ich mich häufig an der Berichterstattung störte, ohne genau sagen zu können, warum. Irgendwann erinnerte ich mich dann an einen Text von Lilie Chouliaraki, den ich für eine frühere Hausarbeit gelesen hatte, in dem es um Werbefilme von Hilfsorganisationen ging und in dem die Autorin kritisierte, dass die Menschen, die in diesen Filmen gezeigt werden, oftmals auf ihr Leid reduziert und somit entmenschlicht würden. Das erschien mir zunächst als eine sehr extreme These, je länger ich mich jedoch mit der Thematik beschäftigte, desto zutreffender empfand ich die Kritik auch im Hinblick auf die Darstellungen Geflüchteter. Aus Individuen werden „die Flüchtlinge“, die wir primär über ihre Leidenswege und Verluste definieren, und ihnen entsprechend mit Mitleid begegnen. Dies birgt in meinen Augen jedoch eine starke Ambivalenz: Einerseits halte ich es für positiv, Empathie und Mitgefühl mit den Geflüchteten zu zeigen. Andererseits ist es offensichtlich, dass solch kurzlebige Emotionen keine Grundlage für ein erfolgreiches Miteinander in einer Gesellschaft sein können. Diese Widersprüchlichkeit fand ich sehr spannend und entschied mich aus diesem Grund dafür, das Thema im Rahmen meiner Abschlussarbeit zu erforschen.

Deswegen habe ich in Weimar studiert

Am Anfang war ich einfach einer von jenen Studierenden, die „was mit Medien machen“ wollten, und die Aussicht, im Studium Filme zu schauen und besprechen zu können, fand ich sehr verlockend. Dass der Studiengang Medienkultur/Medienwissenschaft in Weimar auch einen nicht unerheblichen Teil an philosophischen und soziologischen Inhalten umfasste, darauf war ich weniger vorbereitet. Während mich die abstrakten und teils schwer greifbaren Themen zu Beginn meines Bachelor-Studiums manchmal verunsicherten oder frustrierten, machte die Auseinandersetzung damit in den höheren Semestern und schließlich im Master wirklich Spaß, und aus heutiger Sicht kann ich eindeutig sagen, dass ich sehr davon profitiert habe. Im Studium habe ich gelernt zu diskutieren, sich auszutauschen, andere Ansichten zu akzeptieren. Und vor allem: andere und auch die eigene Meinung immer wieder zu hinterfragen. Das mag banal klingen, aber in Zeiten, in denen immer mehr Menschen versuchen, sehr undifferenzierten Ansichten und „Wahrheiten“ zu verbreiten, halte ich dies für eine sehr nützliche Fähigkeit.

Franziska Reichenbecher: »Posting im Internet als Technologie des Selbst. Exemplarische Analysen zur Subjektkonstitution in Web 2.0 und Social Web in Anschluss an Michel Foucault.«

Das Schreiben zählt nicht nur zu unseren basalen Kulturtechniken und ist schon allein deshalb immer eine Forschungsfrage wert, sondern über das Schreiben vollzieht sich das Verstehen, Wahrnehmen und Gestalten des eigenen Selbst. Es ist, wie Vilém Flusser sagt, die ultimative Geste von Subjektivität, denn in ihm realisiert sich das Denken.

Nun hat Foucault 1984 gesagt: »Die Leute schreiben seit zweitausend Jahren über sich selbst, aber offenkundig nicht in derselben Weise.« (Foucault, Michel, 1984) Tatsächlich schreiben wir heute – insbesondere im Internet – nicht nur in klassischen Texten, sondern auch in Bildern, Videos, Klängen oder sogar in Links, Hashtags und den maschinellen Affekt-Messungen des Like-Buttons. Und immer geht es dabei mehr oder weniger offensichtlich um uns.

Vor diesem Hintergrund ist es einfach nur konsequent, dass wir diese multimediale Schreib-Manie – die sich noch dazu in aller Öffentlichkeit abspielt – einer fundierten Reflexion unterziehen. Denn damit analysieren wir eben nicht nur Bits und Bytes, sondern vielmehr, wie wir uns als singuläre oder multiple, authentische oder anonyme, kohärente oder zersplitterte, isolierte oder kollektive Identitäten konstruieren. Deswegen hat Franziska Reichenbecher ihre Abschlussarbeit im Master-Studiengang Medienwissenschaft über Posting im Internet geschrieben.

Darum geht es in meiner Abschlussarbeit

Die Arbeit untersucht, wie wir uns zu uns selbst verhalten, wenn wir über unseren Urlaub bloggen, Fotos unseres neuen Outfits über Instagram sharen, die Statusmeldung eines Freundes auf Facebook liken oder unsere als Spektakel inszenierte Kündigung filmen und bei YouTube hochladen.
Ich gehe davon aus, dass postmoderne Schreibpraktiken wie diese die sogenannten „Technologien des Selbst“ beerben, über die sich Individuen als Subjekte konstituieren und ihr Leben als Kunstwerk gestalten können.

Aufbauend auf Michel Foucaults Arbeiten zu den Technologien des Selbst der Antike und des frühen Christentums und anhand konkreter Analysen aus dem gegenwärtigen Mediengebrauch in sozialen Netzwerken, im Blogging und auf Content-Plattformen habe ich schließlich ein zugleich selbst- und fremdbestimmtes Subjekt des Postings zur Diskussion gestellt, in dem sich der Wille nach Kontinuität, Vollendung und Stabilität mit dem Begehren nach Fragmentierung, Entwurfsoffenheit und Transformativität überkreuzen.

So habe ich mein Thema gefunden

Das Thema der Arbeit ist als Konsequenz aus meinem persönlichen Interesse an subjektphilosophischen Fragen und digitaler Kultur aus vorherigen Arbeiten zu politischen Projekten der Menschenformung und zum Like-Button auf Facebook entstanden. Argumentation und Methode haben sich dann entlang der Recherchen und im Austausch mit meiner Professorin entwickelt.

Deswegen habe ich in Weimar studiert

Ich glaube, die Weimarer Medienwissenschaft zeichnet sich vor allem durch einen ausgesprochen breiten Zugang zu ihrem Gegenstand aus:

Im Bachelor können die Studierenden aus einem vielfältigen Miteinander von geistes- und sozialwissenschaftlichen, ökonomischen und künstlerisch-gestalterischen Angeboten wählen und dadurch schon auf eine fundierte Spezialisierung hinarbeiten.

Im Master konzentriert sich das Studium dann auf eine originär geisteswissenschaftliche Ausrichtung mit ausgeprägter Forschungskultur. Die Strukturierung des Studiums und die Begleitung durch die Lehrenden ermöglicht dabei eine intensive und gleichzeitig freie Arbeit an eigenen Projekten.

Eigentlich wollte ich früher lieber ins Kulturmanagement. Aber während ich meine BA-Arbeit geschrieben habe, hat mich das Wissenschaftsfieber gepackt. Dafür braucht man natürlich ein einigermaßen großes Vertrauen in den eigenen Kopf. Aber genau das lernt man hier. Die Wahl für den Master in KWMF war dann eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe.

Was mich letztendlich am meisten fasziniert hat, war die Leidenschaft, mit der hier gelehrt und geforscht wird. Die Weimarer Dozenten sind wirklich mit dem Herzen dabei und können daher ihre Begeisterung auch auf die Studierenden übertragen. Hier wird zwar jede Theorie, jeder Autor, jedes Buch erstmal gern kritisiert, was das Zeug hält – aber eben mit freundlichem Wohlwollen!

Manchmal dauert es ein Stück, bis man sich an das hohe Lektürepensum und die hohen Anforderungen an das eigene freie Denken gewöhnt, aber sobald man selbst zu brennen anfängt, macht es einfach nur noch Spaß. Und zum Feierabend bei Wein und Bier führt man dann auch noch mit den Kommilitonen angeregte Fachdebatten – freiwillig!

Felix Clasbrummel: »Bauchreden – Historisch-technische, diskursanalytisch-dekonstruktivistische Untersuchung, wie man ein wahrer Bestimmer wird«

Waum braucht die Welt dieses Forschungsthema? Weil es zu wenig gute Übersetzung und viel zu wenig Vermittlung gibt. Es muss ein besseres Verständnis von denjenigen Bedingungen und Anforderungen geben, unter und mit denen verschiedene Instanzen miteinander kommunizieren. Das sind Fragen von Empathie und Sensibilität, aber auch von Institutionen-, Kanal- und Kopplungsarchitektur. Deswegen hat Felix Clasbrummel seine Masterarbeit über Transformationen und die Bauchrednerpuppe geschrieben.

Darum geht es in meiner Abschlussarbeit

»Man wird den Magier nur finden, weil man bereits an ihn glaubt.«
Marcel Mauss: Soziologie und Anthropologie, S. 125.

»Meins, Deins, das sind doch bürgerliche Kategorien.«
Mark Uwe Kling, die Känguru-Chroniken

Einfache Fragen: Wenn Einer mit seiner Stimme für den Anderen spricht, und dann aber nicht mehr für den Einen, sondern für den Anderen gehalten wird, sich also eine (scheinbare?) Verwechslung ergibt: Welchen Bedingungen unterliegt eine solche sprechende Stimme, die möglicherweise sogar mit Absicht für die Stimme einer/s anderen gehalten werden soll? Wie wird ihre Modulation bestimmt, wie ihr Ort geändert und mit welcher Technik werden die Gesten übertragen? Oder alltäglicher gefragt: Wie muss mein Text verfasst sein, damit man ihn nicht als Plagiat erkennt? Welche Worte, Bilder, Bewegungen, Musikstücke kann ich bloß wählen, um dieses Gefühl gut und genau auszudrücken? Wie bestehe ich den Touring-Test? Wenn ich, um als Lehrer besseren Kontakt zu ihnen zu haben, mit meinen Schülern rappen will, wie sollte ich mich anziehen, was rappen, wie verhalten – geben meine Fähigkeiten zur Modulation das Gelingen dieser Situation überhaupt her?

Bauchreden ist ein Phänomen eines alltäglichen Betrugs, einer Täuschung, dessen Erkennbarkeit als Betrug und Täuschung durch seine Alltäglichkeit und alltägliche Wiederholung verschwimmt. Diejenige Täuschung, dass das Ich nur Ich, das die Wahrheit nur dieses und dieses Wort genau jenes sei, ist die verdrängte Differenz, aus der Geister wie Bauchredner dringen. Bauchreden ist eine Figur, die ein Übertragungs-, Durchdringungs- und Übersetzungsphänomen vorstellt. Historisch und diskursanalytisch betrachtet macht es z.B. deutlich, dass das Label Fake News oftmals nicht etwa eine Diagnose, sondern die Ausrede einer Diagnose ist. Es wird in einem Wettstreit um die Herrschaft im Diskurs verwendet, der nicht mehr mit einem argumentativen Aushandlungsprozess, sondern nur noch mit der Ausschließung des Anderen gewonnen werden soll. Es soll den Anderen zerstören, noch bevor dessen Stimme ertönen kann. Dafür produziert und radikalisiert es eine Differenz, indem es sich in die Wahrheit nistet und dort in das Eigene und das Nicht-Eigene bzw. das Andere scheidet – eine Differenzierung, die, wie der qua Bezeichnung zum Anderen gemachten Betrüger namens Bauchredner, weiß, schwach auf der Brust ist und ständig in Gefahr bleibt, zusammenzuklappen (~Derrida)  – und dabei nichts mit einer aufgeklärten Wahrheitsfindung zu tun hat. Auf der anderen Seite der Fake News ist der Bauchredner nämlich Prophet, ist Schauspieler, ist Politiker, ist Mensch.

Gleichzeitig ist das Bauchreden eine Technik der Einfühlung, der Empathie. Kommunikation ist sowieso unwahrscheinlich (Luhmann), doch Bauchreden muss höchsten Anforderungen genügen. Der Redner muss nicht weniger als eine zweite Person mit Charakter, eigener Stimme und Gestik hervorbringen, und dabei aufpassen, dass sich der Schrecken Frankensteins nicht wiederholt. Er muss dafür den Körper und die Umwelt der Puppe wie seine/n eigene/n genau kennen, muss sich dann gleichzeitig selbst verlassen und von sich selbst aus steuern, um in einiger Zwei- oder Vielsamkeit mit seinem/n „Partner/n“ auftreten zu können. Kurz (und kryptisch): Er muss die alltägliche Un-/Möglichkeit der Identität vom „ich bin“ in ein „ich habe“ verwandelt haben, und mit dieser Freiheit eine Übertragung mit sehr unwahrscheinlichem Erfolg beginnen zu können.

So habe ich mein Thema gefunden

Ich interessiere mich u.A. für die Transformationen, die ein Text bei der Übersetzung von einem Medium ins andere durchmachen muss. Ich sah einmal, wie miserabel Kants Konzept des Erhabenen im ansonsten schönen Film Stromboli verarbeitet wurde, aber ich wusste nicht, warum ich es so miserabel fand. Erst als ich irgendwann Kants Konzept des Erhabenen gelesen hatte, verstand ich die Szene. Nach dieser Arbeit weiß ich, dass – metaphorisch gesprochen – die Bauchrednerpuppe gleichzeitig auf das Publikum und seine Sprache sowie auf die Puppe und ihre Sprache sowie auf den Redner und seine Sprache ausgerichtet sein muss, damit die Wahrscheinlichkeit eines Auftrittserfolges steigt. Stromboli ist, in diesem Sinne, ein Film für Kant-Leser, und nicht fürs Kino.

Deswegen habe ich in Weimar studiert

Ich entschied mich aus dem Bauch heraus und weil ich den Eindruck hatte, in Weimar wären die cooleren Leute. Ich wollte ebenfalls aus der Langeweile der Schule heraus (check). Außerdem wollte ich nicht nur Text produzieren, sondern auch genau die Produktionsbedingungen anderer Medien kennenlernen. Und jetzt kann ich – wie jedes 14-jährige Kind – Filme schneiden, animieren, zudem besser fotografieren (und Fotos bearbeiten) und filmen. Gleichzeitig hat das Studium der Medienkultur in Weimar mein Denken in einer Art entwickelt, die ich nicht antizipiert hatte, von der ich unheimlich profitiere, die ich unglaublich genieße und die mir hoffentlich für immer erhalten bleibt.