Digitalisierung mit Nadel und Faden

Wetterlagen

Die folgenden Ausführungen geben ein Beispiel zur digitalen Gestaltung im Textilunterricht und stellen den Lehrkräften bereits erprobte Unterrichtseinheiten zur Verfügung. Die Kinder sollen unterschiedliche Wetterlagen aus elektronisch und digital animierten Wetterpads gestalten. Dabei kann es sich um Schnee, Gewitter, Regen, Sonne, Wolken oder auch Sturm handeln. Es gilt einen Stromkreis mit angeschlossenen LEDs zu nähen. Der Calliope mini dient hier zunächst als Stromquelle. In einem weiteren Schritt kann das Microboard mit RGBs verbunden werden, um die Wetterlagen in verschiedenen Farben stimmungsvoll zu erhellen. In diesem Projekt programmierten die Kinder Melodien für ihre gewählten Beispiele.
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Die erste Phase beinhaltet die Erstellung des Wetterpads mit elektrischem Schaltkreis, die zweite Einheit das Programmieren des Calliope mini und in der dritten Phase findet die Zusammenführung beider Komponenten statt.
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Um in die Thematik einzusteigen, skizzieren die Schüler*innen mit Bleistift, was ihnen zu den jeweiligen Wetterlagen einfällt. Anschließend können sie ihre Entwürfe mit bunten Farben ausmalen. Dieser Auftakt wurde von uns relativ kurzgehalten (ca. 5 Minuten). Sinn dieser Übung ist, dass alle Kinder über ihre Entscheidungen reflektieren. Wieso ist dieses Wetter ausgewählt worden? Was sollen die Farben ausdrücken? Hier geht es nicht um eine möglichst realistische Wiedergabe, sondern um freies Assoziieren, je nachdem, wie das Wetter jeweils wahrgenommen bzw. erinnert wird. So zeigt sich, dass durchaus ein Sommerregen als schön empfunden werden kann.
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Anschließend werden Materialien wie das leitende Garn und die LEDs vorgestellt. Mit Hilfe des Calliope mini als Batterie oder wahlweise einer Knopfzellenbatterie (3 V) lässt sich das Funktionieren des Stromkreises demonstrieren. Für die Erstellung des Wetterpads bereitet die Lehrkraft dicke Filzplatten in schwarz und weiß mit den Maßen 30 cm x 30 cm vor. Am unteren Rand des Filzpads sind zwei Löcher für die Metallringe einzustanzen, an denen der Calliope mini als Energiequelle später eingehängt wird. Die Löcher müssen später von den Kindern mit leitendem Garn umstickt werden, sodass ein ständiger Kontakt zwischen den Metallringen und
dem leitenden Faden gewährleistet ist.
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Nun sind die Schüler*innen an der Reihe. Jede*r fertigt eine genaue Skizze auf Papier für zwei Items an, die auf das Pad übertragen werden sollen. Sie dient als Schablone, die auf den dünneren Filz gelegt und ausgeschnitten wird. [...] Auf der Rückseite der Items bringen die Schüler*innen die entsprechenden Druckknöpfe mit leitendem Garn an, zwischen denen sich die LEDs befinden. Nun können die Items auf das Pad geklickt werden, um den Stromkreis zu schließen. [...] Wenn die Items funktionieren, können sie auf dem Pad angebracht werden. Mit angeschlossener Stromquelle leuchten nun Sonne, Wolken oder Blitze auf.
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Die Kinder programmieren jeweils eine Melodie, die sie für ihre gewählten Wetterlagen als passend empfinden. Es ist ratsam, hierfür Kopfhörer zu verwenden, damit die Mitschüler*innen während der Arbeit von den vielen Klängen nicht gestört werden. Ist der Calliope mini programmiert, wird er an die Ringe des entsprechenden Wetterpads gehängt und die Musik kann erklingen.
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Die Erstellung eines Lerntagebuchs dient den Schüler*innen zur Reflexion ihrer Arbeitsschritte und zum Festhalten ihrer Lernerfolge. Anhand gezielter Fragen können sie ihre Gedanken und Erfahrungen niederschreiben. Was fiel ihnen in bestimmten Unterrichtsstunden leicht, was schwer und was gelang ihnen besonders gut?

Quelle

Haehnel, Birgit/Lena Küppers/Anke Beccard/Clara Greiwe/Frederique Hader/Carola Kämmerling/Clara Ludwig/Okka Muscheites/Alea Znamiec: Digitalisierung mit Nadel und Faden. Ein Forschungsprojekt im Lehramtsstudiengang Textiles Gestalten, gefördert vom LehrZeit-Projekt III an der Universität Osnabrück (WS 2020/21 bis Ende SoSe 2021), Osnabrück 2022

Weiterführende Links

Bild

Arbeiten mit dem Calliope mini
Bild: Clara Greiwe, https://www.textil-cms.uni-osnabrueck.de/fileadmin/Dateien_Textil/2_4_Publikationen/2023_05_04_Reader_Digitalisierung_mit_Nadel_und_Faden_Birgit_Haehnel.pdf, © Clara Greiwe

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beigetragen am 17.03.2026