Making

Das Konzept des Making steht aktuell für das produktive Selbermachen mit digitalen Technologien und geht u. a. zurück auf Seymour Papert, Mathematiker und Pädagoge am MIT und Begürnder des Konstruktionismus, der Lernen als das aktive Zu-Eigen-Machen von Wissen versteht. (Papert 1985 [1980]: 152) Making zeichnet sich durch interdisziplinäres, projektorientiertes, experimentelles und selbstorganisiertes Lernen aus, fördert Selbstwirksamkeitserfahrungen und das Verständnis für Nachhaltigkeit. In Makerspaces oder Fablabs stehen eine Vielzahl von digitalen Wekrzeugen bereit, deren Bedienung über Tutorials u. Ä. im eigenen Tempo erlernt wird. (Schön u. a. 2016: 9) Werkstattleitende sind nicht mehr Instrukteur:innen, sondern Assistent:innen und Mitforschende. Die Hierarchie eines klassichen schulischen Lernsettings weicht einer kollaborativen Heterarchie, (Krebber 2020: 173) in der nicht nur menschliche Akteur:innen, sondern Menschen, Medien und Dinge situational als »entanglements« intra-agieren. Making entspricht einer Lernlogik, die nicht einen »langfristigen Aufbau von Expertise bei relativ steilen Lernkurven« (Jörissen/Schröder/Carnap 2020: 73; vgl. auch Schleicher 2010: o. P.) in einem singulären Gebiet verfolgt, sondern vielfältig sich auf verschiedene Domänen, in denen immer wieser Tiefenbohrungen vorgenommen und Erfahrungen domänenübergreifend transferiert werden.

Quelle

Dicke, Nikola (2023): Making, Gaming, Storytelling. Schüler:innenorientierung und Reflexivität in der schulischen Kunstpädagogik in und nach der Pandemie. In: Marc Fritzsche (Hg.): Kunstpädagogik nach der Pandemie. Befunde und Spekulationen. München: Kopaed, S. 193-202, hier S. 197

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Bild: E.R.-R.

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beigetragen am 01.11.2024