IN TUNE
Open Call
Jetzt bewerben und alternative Gestaltungsprozesse erleben
Das Forschungsprojekt »IN TUNE« lädt Studierende und wissenschaftliche sowie künstlerische Mitarbeiter*innen der Bauhaus-Universität Weimar zu einer einwöchigen Forschungswerkstatt ein, in der alternative Gestaltungs- und Produktionsprozesse erprobt werden. Im Fokus stehen experimentelle Arbeitsweisen, die Handwerk, digitale Technologien und körperbasierte Gestaltung miteinander verbinden. Bewerbungen sind bis 12. Dezember 2025 möglich.
Im Dialog mit Theorien des New Materialism und der New Dramaturgy versteht »IN TUNE« Material als aktive mitgestaltendes Element und Gestaltung als offenen, körperbezogenen Prozess. Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen Material, Körper, Technik und sozialem Kontext – jenseits klassischer Autorinnenschaft.
Die Forschungswerkstatt verbindet handwerkliche und digitale Verfahren, künstlerische Forschung und performative Methoden. Historische Objekte aus dem Bauhaus-Archiv dienen als Ausgangspunkt für eine zeitgenössische Re-Fabrikation: Sie werden neu interpretiert, transformiert und in neue narrative und materielle Zusammenhänge überführt.
Schwerpunkt der Werkstatt ist die praktische und performative Auseinandersetzung mit Materialien wie Textil und Holz – durch Weben, Dampfbiegen, 3D-Scanning und körperbasierte Übungen. Impulsvorträge, Exkursionen und performative Formate ergänzen die Arbeit in den Werkstätten.
»IN TUNE« versteht sich als kollektiver Lern- und Produktionsraum, in dem sinnliche, theoretische und technische Wissensformen gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Ziel ist es, Gestaltung als Care-Praxis zu begreifen und neue Formen der Kooperation, Sensibilität und Verantwortung zu erproben.
Wer kann mitmachen?
Wir suchen Gestalter*innen, Forscher*innen und Studierende, die Gestaltung als offenes, körperbezogenes und materialorientiertes Experimentierfeld verstehen.
Eingeladen sind insbesondere Personen, die:
- mit Material und Bewegung, Handwerk und Technologie arbeiten,
- an performativen, spekulativen oder forschenden Designpraktiken interessiert sind,
- historische Perspektiven mit zeitgenössischen Fragen sozialer und ökologischer Transformation verknüpfen möchten,
- Freude an interdisziplinärer Zusammenarbeit und kollektiven Prozessen haben,
- und bereit sind, eigene gestalterische Ansätze im Austausch mit anderen weiterzuentwickeln.
Für die Forschungswerkstatt stehen zwei Plätze für Studierende und zwei Plätze für künstlerische/wissenschaftliche Mitarbeiter*innen der Bauhaus-Universität Weimar zur Verfügung.
Die Teilnahme erfordert einen Bachelor-Abschluss in Architektur, Design oder ähnlichen Fachrichtungen, keine spezifischen technischen Vorkenntnisse, wohl aber Neugier, Offenheit und Bereitschaft zur körperlich-praktischen Arbeit.
Zeitraum: 15. – 21. Februar 2026
Ort: Bauhaus-Universität Weimar
Sprache: Englisch (Workshop-Sprache)
Bewerbungsfrist: 12. Dezember 2025
Bitte senden Sie ein kurzes Motivationsschreiben (max. 1 Seite) sowie ein Portfolio oder eine Arbeitsprobe (max. 10 MB) bis 12. Dezember 2025 an:
mara.truebenbach[at]uni-weimar.de
Das Motivationsschreiben sollte kurz auf folgende Fragen eingehen:
- Warum möchten Sie an der Forschungswerkstatt teilnehmen?
- Welche Erfahrungen oder Interessen bringen Sie in Bezug auf Material, Körper oder performative Gestaltung mit?
- Was möchten Sie während der Werkstatt erkunden oder erproben?
Fragen zur Bewerbung: Mira Müller mira.mueller[at]uni-weimar.de / Dr. Mara Trübenbach mara.truebenbach[at]uni-weimar.de
Die IN TUNE Forschungswerkstatt ist ein zweiwöchiger Workshop, der Anfang 2026 an der Bauhaus-Universität Weimar stattfindet. Hier treffen internationale Gestalter*innen, Forschende und Studierende aufeinander, um Gestaltung als dynamisches Zusammenspiel von Material, Körper und Technik zu erforschen.
Im Fokus steht die praktische und performative Auseinandersetzung mit Materialien wie Textil und Holz. Mittels Weben, Dampfbiegen, 3D-Scanning und körperbasierten Übungen nähern sich die Teilnehmenden alternativen Entwurfsprozessen an. Ausgangspunkt sind historische Objekte aus dem Bauhaus-Archiv und -Museum, die im Sinne eines Re-Designs untersucht und transformiert werden.
Die Werkstatt versteht sich als kollektiver Lern- und Produktionsraum, in dem unterschiedliche Perspektiven und Wissensformen – sinnlich, theoretisch, technisch – gleichwertig nebeneinanderstehen. Impulsvorträge, Exkursionen und performative Formate ergänzen die praktische Arbeit in den Werkstätten.
Ziel ist es, Gestaltung als Care-Praxis zu begreifen und neue narrative, materielle und gestalterische Wege zu erproben, die über klassische Autor*innenschaft hinausweisen.
Unser Forschungsprojekt »IN TUNE« gliedert sich in drei ineinandergreifende Phasen. Theorie, Praxis und Reflexion stehen dabei gleichwertig nebeneinander und bilden den Rahmen für eine gestalterische Forschung, die sich experimentell, performativ und interdisziplinär versteht.
1. Vorbereitungsphase (Mai – Dezember 2025)
In dieser ersten Phase entwickeln wir die theoretische Grundlage unseres Projekts. Wir beschäftigen uns mit Materialität, Autor*innenschaft und Performativität im Kontext von Gestaltung und entwerfen erste methodische Zugänge. Parallel dazu schreiben wir ein einführendes Paper und erarbeiten ein kuratorisches Konzept, das die Werkstatt sowie ihre spätere Dokumentation strukturell vorbereitet.
2. Praxisphase: IN TUNE Forschungswerkstatt (Januar – März 2026)
Im Zentrum des Projekts steht unsere zweiwöchige Forschungswerkstatt an der Bauhaus-Universität Weimar. Hier kommen internationale Gestalterinnen, Studierende und Kolleginnen aus Forschung und Praxis zusammen, um alternative Entwurfsprozesse gemeinsam zu erproben.
Wir arbeiten mit Techniken wie Dampfbiegen, Weben, 3D-Scanning und digitaler Fertigung – immer im Zusammenspiel mit körperbezogenen, performativen Übungen. Historische Objekte aus dem Bauhaus-Archiv und -Museum dienen uns dabei als Ausgangspunkt für Re-Designs und Re-Fabrikationen. Ergänzt wird die Werkstatt durch Impulsvorträge, Exkursionen und gemeinsame Reflexionsformate.
3. Evaluations- und Vermittlungsphase (April – Mai 2026)
Zum Abschluss bereiten wir die Ergebnisse der Werkstatt für eine Ausstellung im Rahmen der summaery 2026 auf. Die Ausstellung soll anschließend als Wanderausstellung weiterentwickelt werden. Gleichzeitig arbeiten wir an einem wissenschaftlichen Beitrag, in dem wir unsere Erkenntnisse zusammenführen und für zukünftige Lehr- und Forschungsformate nutzbar machen.
Gestaltung als Resonanz
»IN TUNE« versteht Gestaltung als einen relationalen, prozessualen Akt, der sich zwischen Körper, Material, Technik und Kontext entfaltet. Zentrale Bezugspunkte sind Theorien des New Materialism und der New Dramaturgy, ergänzt durch feministische und ökologische Perspektiven auf Design. Im Fokus steht das Konzept der Einstimmung (attunement) – ein gestalterischer Zugang, der auf Responsivität, Aushandlung und Präsenz im Prozess beruht.
Materie spricht
Der New Materialism, wie ihn unter anderem Jane Bennett, Karen Barad und Rosi Braidotti denken, versteht Material nicht als passiven Träger von Bedeutung, sondern als aktive*n Akteur*in im Geflecht des Gestaltens. Begriffe wie »vibrant matter« (Bennett) oder »intra-action« (Barad) betonen, dass Form und Bedeutung nicht im Voraus feststehen, sondern sich im Prozess herausbilden im Zusammenspiel von Dingen, Körpern und Atmosphären. Diese Perspektive fordert eine Haltung des Zuhörens, der Reaktion und der kooperativen Gestaltung: Materie spricht und verlangt nach Resonanz, nicht nach Kontrolle.
Gestaltung als Komposition im Raum
Die New Dramaturgy, inspiriert durch Arbeiten von Maaike Bleeker, Christel Stalpaert oder Hans-Thies Lehmann, denkt Dramaturgie nicht mehr entlang linearer Narration, sondern als körperlich-räumliche Komposition. Im Kontext von Gestaltung bietet sie ein Denkmodell, das Prozesse offenhält, Zwischenräume schafft und Bedeutungen nicht abbildet, sondern entstehen lässt.
Dieser Zugang verbindet sich mit performativen Praktiken, bei denen der Entwurf nicht vorgibt, sondern aus Handlung, Materialkontakt und körperlicher Situierung hervorgeht.
Care, Kritik, Kontext
Feministische Theorien – etwa von Donna Haraway, Maria Puig de la Bellacasa oder Lucy Suchman – prägen unser Verständnis von Gestaltung als Care-Practice. Diese Sichtweise stellt die Frage, wie Formen entstehen, ohne sich über andere zu erheben. Sie rückt Sorge, Verantwortung und Beziehung ins Zentrum – auch gegenüber Dingen, Archiven, Materialien und Geschichten.
In der Verbindung mit ökologischen und posthumanen Denkfiguren entsteht so eine Designhaltung, die Hierarchien abbaut, Prozesse öffnet und das Verhältnis zwischen Mensch und Welt neu verhandelt.
Dialog mit dem historischen Bauhaus
Gleichzeitig treten wir in einen produktiven Dialog mit der Geschichte des Bauhauses, insbesondere mit seiner frühen Weimarer Phase als Ort materialbasierter Experimente, interdisziplinärer Zusammenarbeit und gesellschaftlicher Umbrüche. Historische Objekte aus dem Bauhaus-Archiv und Bauhaus-Museum Weimar bilden den Ausgangspunkt für eine Re-Fabrikation, die Vergangenheit nicht reproduziert, sondern rekonstruiert, hinterfragt und transformiert.