Architektur wird heute nicht nur durch Gebäude vermittelt, sondern auch durch Texte, Publikationen, Kritik, Ausstellungen, digitale Plattformen und öffentliche Debatten. Dieser Kurs untersucht, wie Architekturjournalismus, kritisches Schreiben und mediale Praktiken das Verständnis von Architektur, Städten, Designkulturen und gesellschaftlichem Wandel beeinflussen. Durch die Verknüpfung kritischer Reflexion mit redaktionellem Experimentieren erforscht der Kurs, wie Architektur in unterschiedlichen kulturellen und medialen Kontexten dargestellt, interpretiert, dokumentiert und diskutiert wird.
Die Teilnehmenden setzen sich mit Architekturkritik sowohl als analytischer wie auch als kreativer Praxis auseinander. Mittels Vorlesungen, Seminaren, Diskussionen, redaktionellen Übungen und beobachtender Feldarbeit vermittelt das Programm Methoden der kritischen Beobachtung, des analytischen Lesens, der Interviewführung, des Verfassens von Rezensionen, der narrativen Gestaltung und des forschungsbasierten Storytellings. Zudem beleuchtet der Kurs das sich wandelnde Verhältnis zwischen Architektur, Verlagswesen, digitalen Medien und öffentlichem Diskurs und ermutigt die Teilnehmenden dabei, eine eigene kritische Stimme sowie eine interdisziplinäre Perspektive zu entwickeln.
Der Kurs baut auf früheren pädagogischen und workshop-basierten Initiativen in den Bereichen Architekturjournalismus, Kritik, kritische Würdigung, wissenschaftliches Schreiben sowie auf Bauhaus-inspirierten interdisziplinären Lernmethoden auf, die im Rahmen von AJC+ und verwandten internationalen Plattformen entwickelt wurden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem Verständnis von Architektur durch kulturelle Interpretation, kritische Würdigung, redaktionelles Engagement und öffentliche Kommunikation.
Der Online-Teil des Kurses wird von Pappal Suneja geleitet und konzentriert sich auf grundlegende theoretische Diskussionen, Fallstudien, redaktionelle Methoden, Medienanalysen und Schreib-Workshops. Die Teilnehmenden analysieren ausgewählte Texte, Fachzeitschriften, Ausstellungen und zeitgenössische mediale Praktiken im Kontext der Architektur- und Designkritik. Kurze Schreibaufgaben, Diskussionen unter Gleichgesinnten und kollaborative Übungen bereiten die Teilnehmenden auf die Präsenzphase in Weimar vor.
Im Rahmen des Online-Programms führt ein Gastbeitrag von Kushal Birendra – freiberuflicher Designer und Forscher bei KB Designs London – die Teilnehmenden an Fragestellungen rund um digitale Transformation, unternehmerisches Denken, unabhängige kreative Praktiken und neue Formen der kommunikation innerhalb der zeitgenössischen digitalen Kultur heran.
Auch die Präsenzphase in Weimar wird von Pappal Suneja geleitet und ermöglicht den Teilnehmenden eine kritische Auseinandersetzung mit dem architektonischen und kulturellen Umfeld der Stadt – durch Ortsbegehungen, Gruppendiskussionen, redaktionelle Übungen, Präsentationen und experimentelle Dokumentationsformen. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf den pädagogischen Ansätzen des Bauhauses, dem interdisziplinären Denken sowie dem Verhältnis zwischen Architektur, Gesellschaft, Medien und kultureller Produktion. Die Teilnehmer werden erkunden, wie Architektur durch Schreiben, Kritik, Beobachtung und gemeinschaftlichen Diskurs interpretiert und vermittelt werden kann.
Der Kurs ermutigt die Teilnehmer, Journalismus und Kritik nicht bloß als Formen der Dokumentation zu begreifen, sondern als aktive Instrumente für gesellschaftliches Engagement, kulturelle Interpretation, intellektuelle Auseinandersetzung und den zeitgenössischen Architekturdiskurs.