The New Aesthetic

Beispiel aus "Ästhetische Dimensionen digital vernetzter Kunst: Forschungsperspektiven im Anschluss an den Begriff der Postdigitalität"

Der Künstler James Bridle verfasst mit The New Aesthetic z. B. eine fortlaufende kritische Studie zur Wechselwirkung digitaler Technologien zu sozio-ökonomischen, kulturellen und politischen Fragen, die in Codes, Protokollen, Standards und Datenformaten, in alltäglichen Anwendungen von Computertechnologie unsichtbar bleiben, jedoch Realität maßgeblich mithervorbringen. Ästhetische Dimensionen – Ästhetik hier verstanden im weiteren Sinne nicht nur des sinnlich Wahrnehmbaren, sondern auch der zugrundeliegenden Produktionsbedingungen – bilden für Bridle eine erste Ebene der Auseinandersetzung, um tieferliegende Verflechtungen zu adressieren: “It is impossible […] not to look at these images and immediately start to think about not what they look like, but how they came to be and what they become: the processes of capture, storage, and distribution: the actions of filters, codes, algorithms, processes, databases, and transfer protocols; the weights of datacenters, servers, satellites, cables, routers, switches, modems. Infrastructures physical and virtual; and the biases and articulations of disposition and intent encoded in all of these things.” (Bridle 2013) Kunst, Design, ästhetische Phänomene der Alltagskultur werden in postdigitalen Ästhetik-Theorien (Vgl. Berry 2015, Contreras-Koterbay / Mirocha 2016) nicht auf ihre Oberfläche reduziert, sondern geben, auch in glatter und popkulturell aufgeladener Gestalt (Vgl. Schütze 2019), Auskunft über Relationierungs- und Subjektivierungsprozesse, kulturelle Formen und Formate und neue mediale Praxen im Kontext von Digitalität. Darüber hinaus ermöglichen sie andere wissenstheoretische sowie ästhetische Zugänge zur Welt, etwa durch Kombination, Visualisierung und narrative Verbindung großer Daten- und Bildmengen (z. B. Arbeiten von Forensic Architecture / Nathalie Bookchin). Sie können wiederum Ausgangspunkt weiterer ästhetischer Reflexion und Bearbeitung werden.

Quelle

Klein, Kristin (2019): Ästhetische Dimensionen digital vernetzter Kunst: Forschungsperspektiven im Anschluss an den Begriff der Postdigitalität. In: Kulturelle Bildung Online

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beigetragen am 01.11.2024