Nachhaltige Universität
Die Ziele sind in der obenstehenden Abbildung dargestellt. Aktuell wird an einer Nachhaltigkeitsstrategie gearbeitet, die bis Ende 2026 beschlossen werden soll. Erste Maßnahmen zur Unterstützung des Transformationsprozesses sind bereits initiiert und teilweise schon in der Umsetzung. Darauf aufbauend sollen die Nachhaltigkeitsgrundsätze der ökologischen Tragfähigkeit, sozialen Gerechtigkeit und wirtschaftlichen Effizienz im Hochschulbetrieb stetig weiterentwickelt und verbreitet werden.
Nachhaltigkeitsstrategie
Aktuell entwickeln wir in einem partizipativen Prozess mit Beteiligten aus den unterschiedlichsten Bereichen und Kompetenzfeldern eine Nachhaltigkeitsstrategie für die Bauhaus-Universität Weimar.
So entsteht sowohl ein gemeinsames Verständnis für Nachhaltigkeit, als auch eine Übereinkunft über die Auswahl wirksamer Maßnahmen. In thematischen Workshops und Expert*innen-Gesprächen wenden wir dafür das Modell des 'Whole Institution Approach’ an: wir formulieren Ziele und Maßnahmen in den fünf Hauptfeldern Governance, Campus, Lehre, Forschung und Transfer.
TRAFO 2030: Vier Teilprojekte für einen nachhaltigen Campus
Die Bauhaus-Universität Weimar übernimmt mit ihrem Transformationsplan »TraFo 2030« Verantwortung als Bildungs- und Forschungseinrichtung und stellt die Weichen für eine nachhaltige Zukunft. Ziel ist es, die Universität in den Bereichen Energie, Mobilität und Lebensqualität zukunftsfähig auszurichten. Der Transformationsplan bildet damit die Grundlage für eine umfassende Weiterentwicklung des Campus im Sinne von Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Ressourceneffizienz.
Mit »TraFo 2030« verfolgt die Bauhaus-Universität Weimar einen ganzheitlichen Ansatz. Energieversorgung, Freiraumgestaltung, Umweltmanagement und Mobilität werden gemeinsam gedacht, um die Universität nachhaltig weiterzuentwickeln und zukunftsfähig aufzustellen.
Ansprechpartnerinnen:
Elena Okuntsova, Leiterin Dezernat Gebäudemanagement und
Lena Vogt, Professur Verkehrssystemplanung
Im Mittelpunkt stehen vier zentrale Handlungsfelder:
Konzeption klimaneutrale Energieversorgung
Ziel ist hier die Entwicklung einer langfristigen Strategie. Dazu wird eine umfassende Konzeptstudie erstellt, die den Weg zu einer vollständig klimaneutralen Energieversorgung bis zum Jahr 2050 aufzeigt. In enger Zusammenarbeit mit dem Dezernat Gebäudemanagement wird basierend auf Vorarbeiten die Vorbereitung der nächsten Planungsphase eingeleitet. Die Studie soll konkrete Handlungsempfehlungen liefern und Perspektiven für einen nachhaltigen und zukunftssicheren Campus entwickeln.
Freiraumplanung Campus
Die Außenflächen der Bauhaus-Universität Weimar umfassen rund 10 Hektar Grundstücksfläche an drei Campusstandorten und prägen den Alltag von Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten. Sie dienen als Wege-, Aufenthalts- und Begegnungsräume und bieten zugleich Potenzial für eine nachhaltige Campusentwicklung.
Mit »TraFo 2030« werden diese Flächen erstmals im Rahmen einer campusweiten Freiraumplanung ganzheitlich betrachtet. Ziel ist die Entwicklung eines Freiraumleitbilds, das die Campusstandorte klimaresilient, artenreich und attraktiv gestaltet. Die geplante Studie soll konkrete Maßnahmen zur Klimaanpassung und Entsiegelung aufzeigen sowie ein Gestaltungshandbuch erarbeiten, das als Grundlage für zukünftige Baumaßnahmen im Außenraum dient. Für ausgewählte Bereiche werden darüber hinaus vertiefende Entwürfe entwickelt, die mögliche Zukunftsperspektiven für den Campus sichtbar machen. Der Kick-off mit dem beauftragten Büro ist August 2026 angelaufen.
Energiemonitoring & EMAS-Zertifizierung
Ein weiterer Schwerpunkt des Transformationsplans ist der Aufbau eines modernen Energiemanagementsystems, welches aktuell in Anlehnung an ISO 50.001 aufgebaut wird. Dazu wird die bestehende Infrastruktur zur Erfassung von Energie- und Wasserverbräuchen erweitert und durch eine digitale Monitoring-Software ergänzt (siehe auch weiter unten auf dieser Seite).
Künftig sollen Energieverbräuche für Strom, Wärme, Kälte und Wasser weitgehend gebäudescharf erfasst, ausgewertet und analysiert werden. Dadurch lassen sich Einsparpotenziale gezielt identifizieren und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz entwickeln.
Ergänzend wird ein Umweltmanagementsystem nach EMAS aufgebaut. Dieses soll die Universität dabei unterstützen, Umweltauswirkungen systematisch zu erfassen, Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen und die eigene Umweltleistung kontinuierlich weiterzuentwickeln. EMAS ist zudem ein System zur Umweltbetriebsprüfung. Mittels Audits dient es der Universität zur externen Überprüfung und Kontinuitätssicherung der eigenen Umweltleistungen. Gleichzeitig stärkt die Zertifizierung die Transparenz sowie die langfristige Planungssicherheit im Hochschulbetrieb.
Betriebliches Mobilitätskonzept
Wie bewegen sich Studierende und Mitarbeitende im Alltag zur Universität und zwischen den Campusstandorten? Dieser Frage widmet sich das Teilprojekt Mobilität.
Die Professur Verkehrssystemplanung entwickelt gemeinsam mit dem Dezernat Gebäudemanagement ein betriebliches Mobilitätsmanagementkonzept für die Bauhaus-Universität Weimar. Grundlage dafür bilden eine umfassende Bestands- und Bedarfsanalyse sowie die Entwicklung eines gemeinsamen Leitbilds für nachhaltige Mobilität.
Ab Juni 2026 lief eine universitätsweite Online-Befragung, an der mehr als 450 Personen teilgenommen haben. Ergänzend sind Fokusgruppen sowie Verkehrserhebungen auf den universitären Parkflächen geplant beziehungsweise bereits in Durchführung. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Entwicklung konkreter Maßnahmen ein, die nachhaltige Mobilitätsangebote stärken und den universitären Alltag für Studierende und Mitarbeitende verbessern sollen.
BAUHAUS4EU
Die Bauhaus-Universität Weimar ist Konsortialführerin der Europäischen Hochschulallianz »BAUHAUS4EU – A European University for Resilient, Sustainable, Inclusive and Beautiful Regions«. Die Allianz hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, zu einer nachhaltigen und inklusiven Campusentwicklung an allen 10 Hochschulstandorten des Projektes beizutragen. Das Konsortium erstreckt sich über 9 Europäische Länder. So bietet sich die Möglichkeit eines reichhaltigen, themenbezogenen Erfahrungsaustausches auf internationaler Ebene unter Einbeziehung lokaler/regionaler Herausforderungen und Lösungsansätze.
Die nachhaltige Campusentwicklung ist ein Kernthema dieses langfristig angelegten Projektes und wird in zwei spezifischen Arbeitspaketen adressiert. Die Allianz wird seit Januar 2025 für eine Laufzeit von 4 Jahren aus EU-Mitteln (ERASMUS +) finanziert.
Photovoltaik für das Rechenzentrum
Auf dem Dach der Universitätsbibliothek in der Steubenstraße wird 2026 eine Photovoltaik-Anlage mit 86,7 kWp Leistung installiert. Sie wurde durch das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr realisiert und finanziert. Die Anlage soll künftig vor allem das angrenzende Rechenzentrum mit umweltfreundlichem Solarstrom versorgen.
Der erwartete Stromertrag entspricht dem jährlichen Verbrauch von rund 25 Zwei-Personen-Haushalten.
Neue LED-Beleuchtung in unseren Werkstätten
Der damalige Umweltbeauftragte Steven Mac Nelly und Andreas Theune-Hobbs vom Dezernat Gebäudemanagement haben dieses Projekt geleitet: die Beleuchtung im Hauptgebäude der Bauhaus-Universität Weimar und in der Holzwerkstatt ist auf LED-Technik umgestellt.
Mit einem Budget von gut 40 Tsd. Euro wurden bis Juni 2025 alle dortigen Werkstätten neu ausgestattet. Gleichzeitig mit der Stromeinsparung und CO²-Reduktion konnte sogar noch eine bessere Ausleuchtung in den Werkstätten erreicht werden, was die Arbeitssicherheit wesentlich erhöht.
Externe Zertifizierung nach EMAS
Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) heißt das aktuell relevanteste System für Umweltmanagement und -betriebsprüfung. Das Verfahren unterstützt Organisationen oder Unternehmen dabei, ihre Umweltleistung zu verbessern und umweltbezogene Risiken zu reduzieren. Über eine Zertifizierung nach EMAS soll die Bauhaus-Universität Weimar im Rahmen des TRAFO-Projektes bis Ende 2026 ein wirkungsvolles Werkzeug für einen nachhaltigen Betrieb erhalten. Ziele sind u.a. um die Umsetzung betrieblicher Umweltschutzmaßnahmen, die Einsparung von Ressourcen und Kosten, als auch die Schaffung eines noch stärkeren Bewusstseins für nachhaltiges Arbeiten im Hochschulkontext.
Intelligente Thermostate
In der Bauhausstraße 7b und in der Coudraystraße 11c wurden intelligente Thermostate installiert, die eine bedarfsorientierte und energieeffiziente Steuerung der Raumtemperatur ermöglichen.
In der B7b halten sie eine festgelegte Grundtemperatur und erhöhen auf Wunsch die Temperatur. In der C11c arbeitet dagegen ein zeitgesteuertes Regelprofil mit integrierter Nachtabsenkung. Die Maßnahmen reduzieren den Heizwärmeverbrauch, verbessern die Energieeffizienz in diesen Gebäuden und reduzieren den Co2-Ausstoß.
Thüringen Lehrt und Lernt Nachhaltig (ThüLeNa)
Orientiert an den Leitideen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) an Hochschulen hat das hochschulübergreifende Projekt »Thüringen lehrt und lernt nachhaltig« (ThüLeNa) das Ziel, Lehrinnovationen, ganzheitliche Perspektiven und Transformationskompetenzen in der Ingenieur*innenausbildung zu fördern. ThüLeNa soll dazu beitragen, die Attraktivität des Ingenieurstudiums zu erhöhen und nachhaltigkeitsaffine Milieus für die Arbeit in ingenieurwissenschaftlich geprägten Schlüsselbranchen zu gewinnen.
Die anderen ThüLeNa-Projektpartner sind Fachhochschule Erfurt, Technische Universität Ilmenau, Ernst Abbe Hochschule Jena, Friedrich-Schiller Universität Jena, Hochschule Nordhausen und Hochschule Schmalkalden.
Das Projekt läuft von 2024 bis 2028 und wird durch die Carl Zeiss Stiftung gefördert.
mehr erfahren
SDG-Campus
Der SDG-Campus ist eine digitale Lernplattform, die Lernangebote zu Technologien im Kontext der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals (SDGs)) bietet. Schon seit 2022 sind Kurse für Studierende der acht beteiligten Netzwerkhochschulen zugänglich. Die Lernangebote fördern als Einführungs-, Grundlagen- oder Vertiefungskurse und Challenges inter- und transdisziplinäre Kompetenzen, um globale Herausforderungen wie die Klimakrise, Hungersnöte oder den Schutz von Tieren und der Umwelt mit technologiebasierten Lösungen bewältigen zu können.
Die Stiftung Innovation in der Hochschullehre hat die Entwicklung des SDGCampus ermöglicht. Im Rahmen des Verbundprojektes »Open T-Shape for Sustainable Development« wurde er von der Technischen Universität Hamburg und der HafenCity Universität Hamburg koordiniert. Weitere Projektpartner waren neben der Bauhaus-Universität Weimar die Technische Universität Dresden, die Technische Universität München, die Technische Universität Berlin und die RWTH Aachen. Das Projekt lief von 2022 bis 2025, die Angebote können natürlich weiter genutzt werden.
Zukunftsforum Klimafreundliche Hochschulen (ZKH)
Bei der Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes zu unterstützen, ist das Ziel des »Zukunftsforums Klimafreundliche Hochschulen« von netzwerk n. Es wird von der Universität Vechta und der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde geleitet. Die Bauhaus-Universität hat an diesem Projekt teilgenommen und verschiedene Schulungen und Beratungen realisieren können.
"1% Regelung"
Der Senat der Bauhaus-Universität Weimar hatte im Januar 2024 einen Vorschlag des Ausschusses für Planung und Haushalt wohlwollend aufgenommen, eine Finanzierungsgrundlage für Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsmaßnehmen zu schaffen in Höhe von 1% der Mittel aller budgetierten Einheiten. Aufgrund finanzieller Veränderungen im Gesamthaushalt ist dieses Modell aktuell ausgesetzt und soll so bald wie möglich aufgegrifffen werden.
AG Nachhaltigkeit Fakultät Bau und Umwelt
Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema mit hoher gesellschaftlicher Relevanz, das in der Fakultät Bau und Umwelt an verschiedenen Stellen verankert ist. In der AG beschäftigen wir uns mit der Erstellung eines Maßnahmenkatalogs auf Fakultätsebene, welche das Thema nach innen und außen wirken lassen, die Bedeutung der Nachhaltigkeit hervorheben und ihre Sichtbarkeit erhöhen.
AG Nachhaltigkeit der Universitätsbibliothek
Seit 2022 setzt sich die AG dafür ein, dass die UB und der Standort Steubenstraße nachhaltiger, klimaresilienter, grüner und damit lebenswerter wird. Hierzu konzipieren wir Maßnahmen zur Energieeinsparung, zum Vogelschutz am Gebäude, für ein besseres Abfallrecyclingsystem, eine nachhaltige Verwaltung und Bestandsentwicklung sowie den sommerlichen Wärmeschutz in den Gebäuden.
AG Sozial-ökologische Raumforschung (SÖRF)
Die AG SÖRF am Institut für Europäische Urbanistik beschäftigt sich damit, wie Politik, Planung, Städtebau und Zivilgesellschaft zu einer nachhaltigen, gerechten und demokratischen Transformation beitragen können.
BAUHAUS4EU
Die Bauhaus-Universität Weimar ist Konsortialführerin in der Europäischen Hochschulallianz »BAUHAUS4EU – A European University for Resilient, Sustainable, Inclusive and Beautiful Regions«, eine Allianz, die sich u.a. zum Ziel gesetzt hat, zu einer nachhaltigen und inklusiven Campusentwicklung an allen 10 Hochschulstandorten des Projektes beizutragen. Das Konsortium erstreckt sich über 9 Europäische Länder und bietet die Möglichkeit eines reichhaltigen, themenbezogenen Erfahrungsaustausches auf internationaler Ebene unter Einbeziehung lokaler oder regionaler Herausforderungen und Lösungsansätze. Mehr Informationen zur Allianz und der Task Force Green and Inclusive Campus finden Sie auf dieser Webseite:
DG HochN
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltigkeit an Hochschulen e.V. ist ein gemeinnütziger Verein und setzt sich für die nachhaltige Entwicklung von Hochschulen in Deutschland ein. Er organisiert Veranstaltungen (Hubs) für nahezu alle Hochschulbereiche, um nachhaltigkeitsbezogene Fragestellungen möglichst anwendungsnah zu diskutieren. Die Teilnahme ist für Mitglieder der Bauhaus-Universität Weimar kostenfrei möglich.
Termine sowie die Einladung zum Mitwirken finden Sie auf dieser Webseite:
Mitgliedschaft Thüringer Nachhaltigkeitsabkommen
Das Thüringer Nachhaltigkeitsabkommen ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen der Landesregierung Thüringen und der Thüringer Wirtschaft. Das Abkommen zielt auf eine nachhaltige Entwicklung in Thüringen und legt den Fokus auf Themen wie Klima- und Umweltschutz, Ressourcenschonung, Energieeffizienz und soziale Nachhaltigkeit. Die Bauhaus- Universität Weimar ist seit September 2024 Mitglied. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz sowie durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft.
Netzwerk n
Das Netzwerk n ist ein gemeinnütziger Verein, der mit bundesweiten Projekten Wege aufzeigt, wie Studierende, Promovierende und junge Berufstätige an einer nachhaltigen Entwicklung ihrer Hochschulen mitwirken können. Die Bauhaus-Universität Weimar war Teil des BMWK-geförderten Projektes »Zukunftsforum Klimafreundliche Hochschule« (ZKH), in dem insgesamt sieben deutsche Hochschulen bei der Erstellung eines ganzheitlichen Klimaschutzkonzeptes für ihre Institution begleitet werden. An unserer Universität gab es z.B. Lehrformate zu nachhaltiger Mobilität als Bauhaus.Module. Informationen zum seit Juli 2026 abgeschlossenen Vorhaben gibt es auf dieser Webseite:
Kontakt
Yvonne Puschatzki M.A.
Koordinatorin Transfer und Wissenskommunikation