Medienkunst / Mediengestaltung B.F.A.
»The responsibility of the artist is not to give answers. It is to ask questions.«
Über den Studiengang
Im Bachelor wird eine breite Ausbildung in den unterschiedlichen Bereichen der Medienkunst- und Gestaltung vermittelt, die mit einem frei wählbaren Schwerpunkt abgeschlossen wird. Sie sammeln praktische Erfahrungen, entwickeln eigenständige künstlerische Projekte und reflektieren diese theoretisch. Wie bediene ich eine Kamera? Wie erzähle ich mit Sound? Was soll das Smartphone in Zukunft können? Wo beginnt ein Geräusch Komposition zu sein? Wie verändert Klang unser Erleben von Umwelt? Wie interagieren menschliche und mehr-als-menschliche Systeme? Im Studium arbeiten Sie in Gruppen und individuellen Projekten, machen praktische Übungen und erproben experimentelle Arbeitsweisen. Sie lernen technische Methoden und künstlerische Herangehensweisen, sowie sich in zeitgenössischen Diskursen zu verorten. Sie werden in der Entwicklung eigener Projekte und Arbeit in den Studios und Werkstätten unterstützt.
Film
Der Schwerpunkt Film bietet Raum für die Entwicklung eigenständiger und experimenteller Filmprojekte. Ausgehend vom künstlerischen Autorenfilm setzen sich die Studierenden mit der audiovisuellen Sprache und ihren ästhetischen, dramaturgischen und technischen Möglichkeiten auseinander. Im Zentrum stehen künstlerische Innovation, das Erproben filmsprachlicher Mittel und Erzählformen sowie die kritische Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz unter Berücksichtigung der historischen und politischen Entwicklung des Films.
Die Studierenden entwickeln eigene filmische Konzepte und setzen sie mit analogen oder digitalen Techniken um – individuell oder im Team, als Einzelwerk oder in seriellen Formen und Formaten. Das Spektrum reicht vom Animations-, Dokumentar- und Spielfilm über hybride Erzählweisen bis hin zum experimentellen Film.
Handwerkliche Grundlagen in Drehbuch, Regie, Kamera, Montage, Ton und Licht unterstützen die Umsetzung der eigenen Vorhaben. Dafür stehen die Animationswerkstätten, das Film- und Fernsehstudio sowie Schnitt- und Postproduktionsräume zur Verfügung. Externe Fachleute aus Film- und Fernsehen ergänzen das Studium um branchenspezifische Kompetenzen.
Interaktion
Im Schwerpunkt Interaktion steht das Zusammenspiel von Mensch, Raum, Technologie und Material im Mittelpunkt. Studierende erforschen, wie physische und digitale Systeme miteinander verknüpft werden können – durch Bewegung, Licht, Klang, Gesten oder Datenströme. Dabei geht es sowohl um experimentelle künstlerische Praxis als auch um gestalterische und gesellschaftliche Fragestellungen: Wie reagieren Räume auf ihre Nutzer*innen? Wann wird Technologie selbst zum Akteur? Und wie lässt sich durch Interaktion ein ästhetisches oder kritisches Erlebnis erzeugen?
Das Spektrum reicht von interaktiven Installationen, performativen Räumen und lichtbasierten Arbeiten bis hin zu physischen Interfaces, Prototyping und experimenteller Elektronik. Im Mittelpunkt steht die künstlerische Erforschung von Technologie – als Werkzeug, als Material und als Gegenstand von Reflexion.
Studierende lernen, eigene Konzepte mit digitalen und analogen Mitteln umzusetzen – etwa mit Sensorik, Mikrocontrollern, 3D-Druck oder Licht als interaktivem Medium. Dabei werden sie ermutigt, neue Formen von Kommunikation, Wahrnehmung und Materialität zu entwickeln. Neben technischer Kompetenz und gestalterischer Präzision spielt die kritische Auseinandersetzung mit technologischen Systemen, Nachhaltigkeit und den sozialen Dimensionen von Medien eine zentrale Rolle.
Sound
Im Schwerpunkt Sound wird durch zeitgenössische Herangehensweisen an (Zu)Hören, elektroakustische Komposition, Radio- und Klangkunst sowie akustische Narration die eigene künstlerische Handschrift entwickelt. Dabei können auch analoge, digitale und mechanische Instrumente, orts- oder raumbezogene, performative und skulpturale Praxis erarbeitet werden. Das Studium verbindet künstlerische und gestalterische Praxis in hervorragend ausgestatteten Studios mit kritischer Reflexion und verdeutlicht durch das breite Spektrum der Ansätze die Multidisziplinarität von Sound.
Das Studium im Bereich Sound ist deutschlandweit einzigartig in seiner Vielfalt und Breite. Sound wird hier interdisziplinär betrachtet. Zugleich wird technisches Handwerk vermittelt, zum Beispiel in Kursen zu Aufnahmetechnik, Akustik, Schnitt, Mischung, Wiedergabe, Schreiben für’s Radio, Interviewführung, Klangsynthese, Programmierung, Selbstbau akustischer Sensoren, Instrumentarien und Setups für Performances. Theorieseminare im Bereich Sound Studies, Radiotheorie oder zeitgenössischer Musik regen zur kritischen Auseinandersetzung an.
Beispiele aus der Praxis
Die künstlerische und mediale Praxis der Medienkunst / Mediengestaltung wird in vielfältigen Formaten öffentlich: In Ausstellungen, Filmveranstaltungen, TV-, Radio- und Klangproduktionen, Konzerten, interaktiven Installationen, Talks und Performances.
Studierende und Lehrende nutzen diese Formen und Formate, um ihre Arbeiten zu präsentieren und um künstlerische, technologische und gesellschaftliche Themen öffentlich zu machen. Dabei werden mediale und performative Formen auch selbst zum Gegenstand künstlerischer Erprobung – etwa wenn ein Raum auf sein Publikum reagiert oder eine Intervention im öffentlichen Raum neue Perspektiven eröffnet.
Kooperationen mit Aktiven aus Forschung, Kunst, Kultur, Medien und ihrer Institutionen sowie die Beteiligung an Festivals, Konferenzen, Kongressen tragen die Projekte über das Universitäre in die Welt hinaus. Einige regelmäßig stattfindende Formate stellen wir im Folgenden vor:
Internationale Plattformen u.a. Ars Electronica, next_generation ZKM, Hörspielsommer Leipzig, Berliner Hörspielfestival, DOK Leipzig – Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, Festival d’Animation Annecy zeigen regelmäßig Projekte aus den Studiengängen der Medienkunst und Mediengestaltung.
Summer Reel ist das wichtigste uni interne Format des Filmbereichs, ein studentisches Filmprogramm, das jährlich am ersten Juliwochenende zum Abschluss der »summaery« von Studierenden kuratiert wird, um im Stadtraum bzw. im Audimax öffentlich präsentiert zu werden.
TeleVisionale. Seit ihrem Wechsel von Baden-Baden nach Weimar ist das deutsche Fernsehfestival Partner der Bauhaus-Universität Weimar. Seit 2026 wird ein regelmäßiges Fachmodul im Kontext des Festivals angeboten, das TeleVisionale – Film- und Serienfestival Weimar.
Regelmäßige Workshops im Bereich Interaktion verstehen sich als offene Räume für künstlerisches und experimentelles Denken. Im unmittelbaren Wechselspiel von Mensch, Material und Technologie entstehen durch Erproben, Interagieren und gemeinsames Machen neue Objekte, Artefakte und Installationen.
Regelmäßige Artist Talks im Bereich Interaktion öffnen Räume für Begegnung, Austausch und neue Perspektiven. Internationale Künstler*innen geben Einblicke in ihre Praxis und laden dazu ein, Beziehungen zwischen Natur, Technologie, Raum und Wahrnehmung gemeinsam zu erkunden.
Sonic Talks, Vortragsreihe zu denen internationale Künstler*innen und Forschende nach Weimar eingeladen werden, um unmittelbare Einblicke in die zeitgenössische klangkünstlerische Praxis zu geben.
Sonic Tuesdays, eine regelmäßig stattfindende Hör- und Aufführungsreihe des Soundbereichs. Die Reihe steht Studierenden, Mitarbeiter*innen und Besucher*innen offen.
Strömungen, ein regelmäßig stattfindendes Sound Festival aller drei Sound-Professuren zum Semesterende.
On AIR: die studentische Initiative und das Experimentelle Radio Programm bauhaus.fm senden jeden Montag und zum Semesterende auf 106,6 kHz/Radio Lotte im Weimarer Raum und via Stream weltweit.
Archive: Expa 2.0 ein wachsendes Klangkunst & Radiokunst Archiv von über 9.000 Werken aus über 100 Jahren Klangkunst, das Studierenden, Lehrenden und Forschenden der Bauhaus-Universität Weimar und der Musikhochschule Franz Liszt zur Verfügung steht.
Sekretariat Medienkunst / Mediengestaltung
Melanie Birnschein
Sekretariat im Studiengang Medienkunst/Mediengestaltung
Erstes Semester: Orientierung gewinnen
Das Studium beginnt mit einem Einführungssemester. In mehreren Fachmodulen erkunden Sie alle Bereiche im Studiengang Medienkunst / Mediengestaltung. Sie lernen künstlerische und gestalterische Ansätze, Technologien und Arbeitsweisen kennen und entdecken erste eigene Interessen.
Zweites bis siebtes Semester: ein eigenes Profil schärfen
Jetzt arbeiten Sie vor allem projektbasiert. Sie setzen eigene Schwerpunkte, entwickeln künstlerische und gestalterische Strategien und verknüpfen diese mit technischen und wissenschaftlichen Fragestellungen. Fach- und Wissenschaftsmodule ergänzen die Projekte und vertiefen Ihre Kenntnisse. Ab dem vierten Semester können Sie eigene Ideen in sogenannten freien Projekten umsetzen und fachlich begleiten lassen.
Fünftes bis siebtes Semester: Praxis oder Auslandserfahrung sammeln
In dieser Phase planen Sie ein Praxis- oder Auslandssemester ein. Die Fakultät Kunst und Gestaltung pflegt Austauschbeziehungen zu rund 75 Partnerhochschulen weltweit. Sie wenden Ihr Wissen in einem beruflichen oder internationalen Umfeld an und gewinnen neue Perspektiven für Ihre Arbeit.
Achtes Semester: Bachelorarbeit
um Abschluss entwickeln und realisieren Sie ein eigenständiges künstlerisches oder gestalterisches Projekt. Ein Kolloquium und ein Fachmodul begleiten die Arbeit. Die Bachelorarbeit umfasst auch die Präsentation und Dokumentation Ihrer Ergebnisse.
Bewerbungsverfahren
Die Bewerbung für alle Studiengänge der Fakultät Kunst und Gestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar findet ausschließlich digital über das Bauhaus.CampusPortal statt. Registrieren Sie sich bitte – neu ab 2. Februar – bis bestenfalls 31. März für die Eignungsprüfung. Die Hausaufgabe wird Anfang April veröffentlicht. Ihre Bewerbung, inklusive aller erforderlichen Unterlagen und der gelösten Hausaufgabe, laden Sie bis zum 30. April hoch.
Das Bachelor-Studium der Medienkunst/Mediengestaltung beginnt zum Wintersemester.
Voraussetzungen für eine Studienaufnahme sind die allgemeine Hochschulreife oder ein gleichwertiger Abschluss sowie eine bestandene Eignungsprüfung. Näheres regelt die Eignungsprüfungsordnung. Bei herausragender künstlerischer Begabung kann in Ausnahmefällen auf die Hochschulreife verzichtet werden.
Die Eignungsprüfung gliedert sich in:
- Registrierung für die Teilnahme an der Eignungsprüfung. Anfang April veröffentlichen wir eine Hausaufgabe mit Terminen und Angaben zum Ablauf des Prüfungsverfahrens.
- Upload der Lösung der Hausaufgabe, Ihres Lebenslaufs mit Angaben zur Ausbildung, gegebenenfalls zu den Vorkenntnissen und das zuletzt erlangte Schulzeugnis zum Nachweis der Allgemeinen Hochschulreife, Ihr Portfolio mit bis zu 20 eigenen künstlerischen und/oder gestalterischen Arbeitsproben
- Eignungsgespräch und Präsentation von eigenen originalen künstlerischen/gestalterischen Arbeitsproben (Portfolio/Mappe)
Die Eignungsprüfungskommission des Studienganges trifft nach Sichtung der Lösung der Hausaufgabe und der eingereichten Arbeitsproben eine Vorauswahl. Wer in die Vorauswahl gelangt, wird zur weiteren Eignungsprüfung eingeladen und nimmt an einem persönlichen Gespräch teil, zu dem Sie bitte ihr künstlerisch/gestaltersiches Portfolio (Mappe) mitbringen. Weitere Details zur Eignungsprüfung regelt die Eignungsprüfungsordnung.
Nach der bestandenen Eignungsprüfung können Sie sich bis zum 30. September des Jahres online immatrikulieren.
Immatrikulationsfrist: 30. September des laufenden Jahres
Sprachanforderungen
Für internationale Studienbewerber*innen
Bitte beachten Sie, dass das Bestehen der Eignungsprüfung noch keine automatische Zulassung zum Studium bedeutet. Bitte fügen Sie Ihren Bewerbungsunterlagen einen aktuellen Sprachnachweis bei, der erkennen lässt, dass Sie das geforderte Sprachniveau spätestens zu Ihrer Immatrikulation erreichen.
Voraussetzung für die Zulassung zum Studium sind Deutschkenntnisse auf Niveau C1 (DSH 2 oder TestDAF TDN 4). Bei Fragen zum Nachweis Ihrer Sprachkenntnisse wenden Sie sich bitte an die Kolleg*innen im Dezernat Studium und Lehre: studium[at]uni-weimar.de.
Bewerbung, Eignungsprüfung und Mappe
Animation: Philipp Kämmerer und Juro Carl Anton Reinhardt
Ton: Oliver Friedrich Engel und Stefan Vollmann
Nach dem Studium
Das Studium Medienkunst/Mediengestaltung bereitet auf eine Arbeitswelt vor, in der künstlerische Praxis, Gestaltung, Technologie und gesellschaftliche Fragen eng zusammenwirken. Die Studierenden lernen, sicher mit Bild, Ton, Raum, Zeit und digitalen Werkzeugen umzugehen. Sie denken konzeptionell, beherrschen Technik, arbeiten im Team und ordnen mediale Entwicklungen ein.
KI-basierte Werkzeuge verändern die mediale Produktion, künstlerische Prozesse und digitale Öffentlichkeiten. Das Studium befähigt dazu, diese Werkzeuge nicht nur zu nutzen, sondern ihre Ergebnisse zu prüfen, zu steuern und in eigene künstlerisch-gestalterische Arbeiten einzubinden.
Absolvent*innen des Studiengangs Medienkunst/Mediengestaltung arbeiten unter anderem in:
- Filmproduktion, Regie, Kamera, Licht, Schnitt und Postproduktion
- Animationsfilm, Dokumentarfilm und experimentellem Film
- Requisite, Szenografie und Ausstattung
- Theater und Performative Künste
- Sounddesign, Klangkunst, Hörspiel, Feature, Podcast und Audiowalk
- Medienkunst, Installation und Performance
- immersiven Medien, VR/XR und interaktiven Räumen
- Interaction Design, Physical Computing und Prototyping
- Creative Technology und Creative Coding
- KI-basierter künstlerischer und gestalterischer Praxis
- Redaktion, Journalismus und audiovisuellen Medien
- Festivals, Ausstellungen und kuratorischer Praxis
- Kulturinstitutionen und freier Projektarbeit
- Forschung und Lehre
- Selbstständigkeit und Kreativwirtschaft
Nach dem Studium stehen künstlerische, mediale, kulturelle und wissenschaftliche Arbeitsfelder offen. Absolvent*innen arbeiten in Institutionen, Produktionen, Redaktionen, Studios, Festivals, Forschung oder selbstständig. Das Studium legt dafür die fachliche Grundlage. Es verbindet künstlerisch-gestalterische Praxis mit technischer Kompetenz und einem wachen Blick auf mediale Entwicklungen.
Und nach dem Studium der Medienkunst / Mediengestaltung?
Animation: Philipp Kämmerer und Juro Carl Anton Reinhardt
Ton: Oliver Friedrich Engel und Stefan Vollmann
Hervorragende Ausstattung
Die Medienkunst / Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar verfügt über ein außergewöhnlich vielfältiges Netzwerk an Laboren und Studios. Diese sind Orte des Austauschs, der interdisziplinären Zusammenarbeit und des experimentellen Lernens.
Für Film stehen das Stop-Motion-Studio, das Digitale Zeichentrickstudio und das Legetrick Studio zur Verfügung – ergänzt durch die filmischen Produktionsräume und Schnittplätze des Schwerpunkts. Im Bereich Interaktion gibt es eine umfassend professionell eingerichtet Laborumgebung, bestehend aus Electronic Lab, Prototyping Lab, Digital Bauhaus Lab und 3D Print Lab. Im Sound wird in professionell ausgestatteten Studios gearbeitet: das Radiostudio, Tonstudio für Radioproduktionen, das Klanglabor für experimentelle und installative Klangaufbauten, das Studio für elektroakustische Musik (SeaM) mit mehreren Studioräumen für unterschiedliche Anwendungen, sowie ebenfalls das Fernsehstudio des Medienhauses (Studio1), das insbesondere für die Arbeit mit größeren Gruppen, z.B. Schauspielern und Chören interessant ist.
Studieninformationen
Jason Langheim
Fachstudienberater Medienkunst / Mediengestaltung