Kiri Dalena: Pila (2022) documenta fifteen
Die Mehrkanal-Viedeoinstallation zeigt Wartende während der Covid-19-Pandemie vor einer kommunalen Vorratskammer in Manila. Die Spendenausgaben wurden aufgrund von Lebensmittelknappheit während des strengen, monatelangen Lockdowans auf den Philippinen eingerichtet. […]
Künstlerische Arbeiten sind in der Lage, verschiedene reale oder fiktionale Welt-Bilder aufzuzeigen. In dieser fast dokumentarischen Arbeit von Danela wird eine Alltagssituation während der Pandemie visuell und akustisch aufbereitet. In Kassel ist das Gezeigte ein Bild fremden Alltags, in Manila ist es eine Situation, die ein Teil der Menschen dort tagtäglich erleben. Ambiguität entsteht hier nicht nur durch die Mehrdeutigkeit der Situation an sich oder durch die eingesetzten künstlerischen Mittel, durch welche die Situation nicht im Gesamten eindeutig wahnehmbar wird, sondern auch durch die Differenz des Gezeigten zu den verschiednen Realitäten der Betrachtenden. Realität und Wekr fallen im Rezeptionsprozess zusammen und es entsteht eine weitere Ebene der Mehrdeutigkeit. […]
Die Arbeit von Dalena zeigt die Fragilität menschlichen Lebens in Form des Hungers deutlich auf. Gleichzeitig kann sie auch für die eigenen Normvorstellungen sensibilisieren. Die Fragilität ist immer wieder geprägt durch Ambiguitäten. Diese gilt es aufzudecken, mit ihnen umzugehen zu lernen, aber es gilt nicht, diese zu eliminieren.
Quelle
Trautmann, Marie Johanna (2023): Handlungsfähigkeit in Krisen bilden. Ambiguität mit Kunst und Fragilität begegnen. In: Marc Fritzsche (Hg.): Kunstpädagogik nach der Pandemie. Befunde und Spekulationen. München: kopaed, S. 21-32, hier S. 21, 25, 28
